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Was bietet uns die Krise?

Bei unserem digitalen Netzwerktreffen wurde deutlich: Die Klöster – ob als Kultur- und Begegnungsorte oder mit einer lebendigen Ordensgemeinschaft vor Ort – dürfen sich trauen und sind sogar dazu aufgerufen, ein Kontrastprogramm anzubieten. Dafür sollten sie hinterfragen, worin bisher ihr Schwerpunkt lag und sich trauen, einen ganz eigenen Schwerpunkt zu wählen mit dem sie zu einem authentischen Ort werden. Ein Ort, an dem Offenheit und Gastfreundschaft den Ton angeben.

3. Treffen der Klosternetzwerke

Das Jahr 2020 verlief anders, als wir alle erwartet hatten. Die Pandemie brachte weltweit Jahresplanungen, Budgetplanungen, Lebensplanungen durcheinander und stellt uns seit dem Frühjahr vor ganz neue Herausforderungen.

Auch für die Arbeit des Vereins KLOSTERLAND veränderten sich im Laufe des Jahres viele Rahmenbedingungen. Nachdem wir über den Sommer die Hoffnung hatten, wir könnten unser 3. Treffen der Klosternetzwerke in gewohnter Weise und mit dem ursprünglich gewählten Thema durchführen, ließ der Herbst erkennen, dass daraus nichts werden würde.

Wir hielten dennoch an dem Netzwerktreffen 2020 fest und machten die aktuelle Lage zum Thema unseres Online-Treffens am 07.12.2020: Was bietet uns die Krise?

Mit 21 Expert:innen aus dem deutschsprachigen Raum überlegten wir gemeinsam, wie die Klosterstandorte es gut und stark durch die Krise schaffen und wie Klöster in dieser Zeit eine relevante Rolle in der Gesellschaft einnehmen können.

Wir fragten zunächst in die Runde, was beschäftigt euch gerade? Das Ergebnis spiegelte die Diversität der Gruppe wider und doch gab es Themen, die ganz im Mittelpunkt standen – die fehlenden Kontakte und die Familie – oder auf unterschiedlichste Weise von vielen genannt wurden: die fehlende Planungssicherheit, neue Alltagsstrukturen, die Bildschirmmüdigkeit, der Jahresabschluss, Solidarität, neue Möglichkeiten und Entwicklungschancen.

Aufgrund der Annahme, dass die aktuelle Situation eine Chance für die Klöster ist, da Spiritualität in Zeiten wie diesen mehr Menschen anspricht, wollten wir das Treffen dieser wichtigen Säule der Klosterkultur widmen.

Beiratsmitglied Prof. Dr. Harald Schwillus setzte für den Einstieg einen Impuls zum Thema Spiritualität und beleuchtete das Feld anhand einer Rückschau und eines Ausblicks auf den spirituellen Tourismus.

Es ist an der Zeit, insbesondere für Klöster, den Service-Gedanken (im Tourismus) durch ein Mehr an Menschlichkeit zu erweitern – getreu dem Motto „das Tor ist offen, das Herz noch weiter!“. Doch wie kann das jetzt umgesetzt werden, wo es doch selbst vor der Pandemie schon schwer genug war, überhaupt Personal für Austausch und gemeinsame Reflektion mit den Besuchern aufzubringen? Und wie können wir zwischen Spiritualität und Wellness unterscheiden? Braucht es gerade jetzt Raum für Stille und individuelle Reflexion oder gerade jetzt Austausch und Anleitung?

Wir dachten gemeinsam über neue (digitale) Angebote nach, um kurzfristig durch den 2. Lockdown zu kommen, auch darüber, wie die Digitalisierung dann mittel bis langfristig klug (als Ergänzung der Angebote vor Ort) genutzt werden kann und vor allem darüber, wie wir die analogen Angebote vor Ort neu denken und aufladen können.

Denn deutlich wurde, dass die Klöster – ob als Kultur- und Begegnungsorte oder mit einer lebendigen Ordensgemeinschaft vor Ort – sich durchaus trauen dürfen und sogar dazu aufgerufen sind, ein Kontrastprogramm anzubieten. Dafür sollten sie hinterfragen, worin bisher ihr Schwerpunkt lag und sich trauen, einen ganz eigenen, neuen Schwerpunkt zu wählen und so als authentischer Ort das zu bieten, was vielerorts verloren gegangen ist: Offenheit und Gastfreundschaft.

Wir freuen wir uns, dass wir in unserem Treffen dieses Ziel schon einmal im kleinen umgesetzt haben und bedanken uns für die große Offenheit der Teilnehme:innen, freuen uns über die Vielfalt der Gruppe, den wohlwollenden und anregenden Austausch und sagen:

Bis zum nächsten Netzwerktreffen im neuen Jahr!

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