Kloster

Zisterzienserinnenkloster Altfriedland

Bild eines Klosters - Zisterzienserinnenkloster Altfriedland

Die Gründung der Zisterzienserinnenabtei durch die Askanier wird um 1230 vermutet, die erste urkundliche Erwähnung ist für 1271 überliefert. Der ursprüngliche Name des Klosters, „Vredelant“ (Friedland, befriedetes Land), demonstrierte die Macht der brandenburgischen Markgrafen gegenüber den schlesischen Piasten in Lebus. Maßgeblich für die Besitzvermehrung und Entwicklung des Klosters war neben dem Grundbesitz die reiche Mitgift der Nonnen, die meist aus regionalen Adels- und reichen Bürgerfamilien stammten. Das Kloster und seine Besitzungen wurden 1546 im Zuge der Reformation säkularisiert.

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Zisterzienserinnenkloster Altfriedland

Fischerstraße

15320 Neuhardenberg, OT Altfriedland

Gründungsjahr

1230

Ordenszugehörigkeit

Ziesterzienserinnen

Klosteranlage

Von der mittelalterlichen Klosteranlage stehen heute noch ein Teil des Westflügels mit Kreuzgang und Refektorium sowie die ursprünglich gotische Klosterkirche. Im 16. Jh. wurde die Klosteranlage zum weltlichen Rittergut und die Bauten zu Wirtschaftsgebäuden umfunktioniert. An das Wirtschaftsgut erinnern heute noch das Roebelsche Haus aus dem 17. Jh. – ein Haus der ersten hier ansässigen Ritterfamilie – und das barocke Gutshaus aus der ersten Hälfte des 18. Jh.

Lage und Umgebung

Altfriedland liegt im Naturpark Märkische Schweiz und erstreckt sich am Rande des Oderbruchs. Die Klosterruine befindet sich malerisch gelegen auf einer Landzunge zwischen dem Kloster- und dem Kietzer See.

Highlights

Der Kreuzgang und das Refektorium mit seinem beeindruckenden Sterngewölbe sind für Besucher zugänglich, die Klosterkirche wird als evangelische Gemeindekirche genutzt.

Die Konzertreihe „Musik im Kloster“ und der traditionelle „Kunstherbst im Kloster“ sind sehr beliebt. Der Klostersee mit seiner angrenzenden Liegewiese lädt im Sommer zum Baden und Verweilen ein. Im nur 4 km entfernten Neuhardenberg liegt die klassizistische Schlossanlage, die 1820 von Karl Friedrich Schinkel umgebaut wurde und überregional bekannt ist.

Das Zisterzienserinnenkloster Altfriedland

Das Land der Zisterzienserinnen

Die Ortschaft Altfriedland trägt ihren Namen eigentlich erst seit 1845, nachdem im Oderbruch Neufriedland gegründet worden war. Vorher hieß sie Friedland – befriedetes Land – und ihre Bezeichnung ging auf das Zisterzienserinnenkloster zurück, das um 1230 auf einem schmalen Landstreifen zwischen dem Kloster- und dem Kietzersee entstanden war.

Warum für die Niederlassung eine nicht gerade günstige und ungefährliche Lage am Rande des Oderbruchs gewählt wurde, ist schwer nachvollziehbar. Doch die Konventualinnen konnten kaum einen reizvolleren Platz für ihren Rückzug aus dem weltlichen Leben wählen.

Die religiöse Frauenbewegung nahm im Mittelalter verschiedene Formen an. Vielen Frauen erschien ein Leben in einer Klostergemeinschaft erstrebenswert. Auch die reformatorischen Ideen der Zisterzienser mit ihrer Rückkehr zur Einfachheit des Glaubens und des Lebens sprachen viele an. So schlossen sich bereits in der Entstehungszeit des Ordens Frauengruppen mit männlichen Gemeinschaften zusammen, was auf Widerspruch der Ordensväter stieß. Noch zu Beginn des 13. Jahrhunderts war es den männlichen Zisterzienserklöstern verboten, neue Frauenzisterzen zu unterstützen oder gar zu gründen. Der Adel sah dagegen im Klosterleben eine angemessene Versorgung für unverheiratete Familienmitglieder. Mit dem Rückhalt des Papstes und der Bischöfe unterstützte er die Neugründungen der Frauenklöster und trug zu einer raschen Entwicklung des Klosternetzes bei. Offiziell in den Orden aufgenommen wurden die weiblichen Gemeinschaften erst Ende des 13. Jahrhunderts. Die Inkorporation stellte die Nonnen unter den Schutz, aber auch unter die Aufsicht des Ordens.

Ideal und Wirklichkeit

Die Nonnen lebten genau wie die Mönche nach der Ordensregel der Zisterzienser, die ihren Ursprung in der Regel des hl. Benedikt von Nursia hatte. Im Vordergrund standen die Ideale eines gemeinschaftlichen, einfachen Lebens, das – fernab von weltlichen Einflüssen und ohne Privatbesitz – mit Arbeit und Gebet erfüllt sein sollte.

Dass man sich im Kloster Friedland nicht immer danach richtete, zeigen die Akten einer bischöflichen Visitation aus dem Jahr 1381. Die Nonnen standen demnach in regem Austausch mit ihren Familien und weltlichen Bürgern, hielten die Klausur nicht ein, verließen das Kloster und empfingen Gäste. Sie lebten weltlichen Kleiderluxus aus, verfügten über eigene Dienerinnen oder sogar eigene Zimmer und feierten ausgelassen. Dies alles war u.a. deshalb möglich, weil die Schwestern teilweise über private Leibrenten verfügten, was an sich bereits ein Verstoß gegen die Ordensregel war.

Das Verhalten der Friedländer Zisterzienserinnen war in dieser Hinsicht sicher nicht die Regel, aber auch keine große Ausnahme. Viele rechtliche Zeugnisse, wie Visitations- oder Reformakten, literarische Quellen, wie Predigten und Schwänke, aber auch die in Klöstern entstandenen Koch- und Benimmbücher zeigen, dass weltliches und manchmal ausschweifendes Leben vielfach Eingang in den klösterlichen Alltag weiblicher und männlicher Gemeinschaften fanden.

In Frauenklöstern wurde dies besonders dadurch gefördert, dass der Zugang meist nur den Adels- oder wohlhabenden Kaufmannstöchtern offen stand. Im Gegenzug für ihre Mitgift bekamen sie als Unverheiratete und Witwen ein ehrenhaftes Leben garantiert. Viele von ihnen lebten zudem als Stiftsdamen, die kein Gelübde ablegten. Sie konnten ihr Vermögen behalten und selber verwalten, wobei sie nur ungern ihren früheren Lebensstandard aufgeben wollten.

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Verwendete Literatur:

  • BILANG, Karla: Die Frauenklöster der Zisterzienser im Land Brandenburg. Berlin 1989.
  • ELM, Kasper/FEIGE, Peter: Der Verfall des zisterzienserischen Ordenslebens im späten Mittelalter. In: ELM, Kasper/JOERISSEN, Peter (Hrsg.): Die Zisterzienser. Ordensleben zwischen Ideal und Wirklichkeit. S. 237–242.
  • FRISKE, Matthias/GAHLBECK, Christian: Altfriedland. Zisterzienserinnen. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/NEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 1. Berlin 2007, S. 72–88.
  • GRALAK, Justyna: Das Kloster Friedland. In: KNEFELKAMP, Ulrich/REDDIG, Wolfgang F. (Hrsg.).: Zisterzienser westlich und östlich der Oder. Begleitband zur Ausstellung der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Frankfurt (Oder) 1998, S. 108–115.
  • REDDIG, Wolfgang F.: Die Organisationsstruktur des Ordens vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart. In: KNEFELKAMP, Ulrich/REDDIG, Wolfgang F. (Hrsg.).: Zisterzienser westlich und östlich der Oder. Begleitband zur Ausstellung der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Frankfurt (Oder) 1998, S. 20–22.

Klosteranlage

Nonnen und Adlige in Friedland

Die Gebäude und Ruinen auf der schmalen Landzunge zwischen dem Kloster- und Kietzer See, die man heute besichtigen kann, zeugen von einer langen und ereignisreichen Geschichte des Ortes. Hier lebten und wirkten bis ins 16. Jahrhundert Zisterzienserinnen, hier betrieb man bis ins 18. Jahrhundert ein Rittergut und danach ein markgräfliches Domänengut.

Nach 1734 stand das Gut nacheinander unter der Obhut dreier adliger Familien. Die wechselnden Besitzer passten die Anlage baulich an ihre Bedürfnisse an, die Klostergebäude wurden umgebaut oder wichen neuen Bauten.

 

Weil die Gebäude von der Enteignung der letzten Besitzer 1945 bis 1985 sich selbst überlassen blieben, verfielen sie. Teile wurden aus Sicherheitsgründen abgetragen. Und doch dominiert die Anlage mit ihrer interessanten Geschichte noch heute das Bild von Altfriedland.

Von der mittelalterlichen Klosteranlage überdauerten ein Teil des westlichen Konventsflügels und die Klosterkirche. So sind ein Stück des Kreuzgangs und das Refektorium erhalten. Der ehemalige zweischiffige Speisesaal der Nonnen ist im frühgotischen Stil erbaut und wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts – vermutlich nach einem Klosterbrand – mit einem Sterngewölbe, das sich auf drei schlanke Säulen stützt, ausgestattet.

Vollständig intakt präsentiert sich dagegen die Klosterkirche. Vom ursprünglichen Bau sind allerdings nach vielen Umbauten nur noch wenige Elemente, so die Fußbodenplatten, eine steinerne Rosette und die Reste der spitzbogigen Fenster erhalten. Nach der Säkularisation des Klosters blieb die Kirche bis ins 18. Jahrhundert ungenutzt. Nachdem die Dorfkirche baufällig geworden war, fasste man den Entschluss, die Klosterkirche an ihrer Stelle zur Gemeindekirche umzufunktionieren. So führte man 1733 größere Umbaumaßnahmen durch. Die bis dahin turmlose Kirche erhielt einen Glockenturm und ein neues Dachwerk. Weitere Umbauten erfolgten bis in die 1950er Jahre und veränderten die mittelalterliche Kirche weitgehend.

Zwei Höfe

Nachdem die Klosteranlage im 16. Jahrhundert zu einem weltlichen Rittergut geworden war, bekamen die Bauten eine neue Bestimmung zugewiesen. Sie dienten von nun an als Wirtschaftsgebäude. Neuzeitliche Baulösungen sollten helfen sie praktischer zu gestalten. Man baute Räume an, veränderte Strukturen der Bauten und unterteilte die Anlage in zwei Höfe. So wurde der Konventsflügel seit dem 18. Jahrhundert als Mälzerei, später zusätzlich als Brauerei und Brennerei genutzt.

Besteht auch heute keine Möglichkeit mehr, die Anlage in ihrer Gesamtentwicklung und -ausbreitung zu bewundern, so geben uns Schrift- und Bildquellen aus dem 18. und 19. Jahrhundert darüber Auskunft. Die Beschreibungen erwähnen mehrere Wirtschaftsgebäude, eine neuzeitliche Probstei sowie das 1746 abgerissene Markgrafenhaus.

An das Wirtschaftsgut erinnern heute noch das Roebelsche Haus aus dem 17. Jahrhundert – ein Haus der ersten hier ansässigen Ritterfamilie von Roebel – und das barocke Gutshaus aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dieses zeichnet sich durch einen zweigeschossigen massiven Kopfbau aus der Gründerzeit aus, der – ähnlich wie andere Umbauten an dem Gutshaus – auf das Betreiben der Gräfin Luise von Oppen zurückgeht. Darüber hinaus existieren noch die Stallscheune und die Gutsmauer. Sie beide stammen, wie das Gutshaus aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Heute wird die Klosterruine durch Konzerte im ehemaligen Refektorium wiederbelebt. Der Konventsflügel ist gesichert und für Besucher zugänglich gemacht, während die Klosterkirche weiterhin Verwendung als evangelische Gemeindekirche findet. Eine Obstwiese auf dem Gelände des ehemaligen Klostergartens wird wieder bewirtschaftet und der Klostersee bietet im Sommer Badegästen Erfrischung.

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Verwendete Literatur:

  • GRALAK, Justyna: Das Kloster Friedland. In: KNEFELKAMP, Ulrich/REDDIG, Wolfgang F. (Hrsg.).: Zisterzienser westlich und östlich der Oder. Begleitband zur Ausstellung der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Frankfurt (Oder) 1998, S. 108–115.
  • ONASCH, Gregor/WITTKOPP, Blandine: Altfriedland. Zisterzienserinnen. Bau- und Kunstgeschichte. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/NEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 1. Berlin 2007, S. 79–81.
  • SENST, Ingetraut: Gutachtliche Stellungnahme zum Denkmalwert. Gutsanlage mit Herrenhaus, Roebelschem Haus, Stallscheune, straßenseitiger Grundstückseinfriedung und Park, Fischerstraße 36–39, 15320 Altfriedland. Brandenburgisches Amt für Denkmalpflege und Archäologisches Museum. Wünsdorf/Zossen 2001.

Lage und Umgebung

Am Rande des Oderbruchs

Altfriedland liegt an der Grenze der zwei Landschaften Barnim und Lebuser Land. Die Klosterruine befindet sich auf einer Landzunge zwischen dem Kloster- und dem Kietzer See. Die malerische Lage gewinnt noch mehr Reiz durch das Oderbruch, an dessen Rand sich die Ortschaft erstreckt.

Das Oderbruch, ein Oder-Binnendelta, dehnt sich in 60km Länge und bis 20km Breite aus und war vor seiner Trockenlegung in der Mitte des 18. Jahrhunderts eine durch Moore und Feuchtwiesen geprägte Landschaft. Diese lassen sich noch auf der polnischen Seite finden, während der westliche Teil durch Eindeichung und Urbarmachung in der Zeit Friedrichs des Großen zu einem wertvollen Landwirtschaftsgebiet wurde. Das Oderbruch wird im Osten vom Neumärkischen Hügelland und der Wartheniederung und im Westen durch die Hochebenen des Barnims und der Lebuser Platte begrenzt. An den Hängen der Hochebenen liegen die Orte Seelow mit der Gedenkstätte Seelower Höhen und Wriezen mit zahlreichen Denkmälern, u.a. der gotischen Marienkirche.

Altfriedland ist zudem von verschiedenartigen Landschaftsräumen umgeben: Das Strausberger Wald- und Seengebiet mit dem Rüdersdorfer Muschelkalkrücken, die Hügellandschaft der Märkischen Schweiz, die bewaldeten Höhen des Barnims sowie die von Rinnen, Fließen und Seen durchzogene Lebuser Platte.

Schinkel und Lenné

Altfriedland gehört heute zur Gemeinde Neuhardenberg, bekannt durch die klassizistische Schloss- und Parkanlage. Der Ursprung des Schlosses war ein Herrenhaus, das seit 1814 zum Besitz der Familie von Hardenberg gehörte. 1820 wurde es von Friedrich Schinkel zu einem großzügigen, klar proportionierten und minimalistisch gehaltenem Schloss umgebaut. Peter Joseph Lenné und Hermann Fürst von Pückler-Muskau übernahmen die Gestaltung des Gartens.

Die Ortschaft Neuhardenberg trägt auch an anderen Stellen die Handschrift Schinkels, und zwar sowohl bei der 1814 errichteten Dorfkirche, als auch bei der Dorfanlage und den Hofhäusern des Schlosses. Letztere entwarf er 1801 als junger Architekt, nachdem das Dorf durch einen Brand zerstört worden war.

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Literatur:

  • BADSTÜBNER, Ernst: Brandenburg. Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder. Köln 2
  • BECK, Friedrich/SCHMOOK, Reinhard (Hrsg.): Mythos Oderbruch. Das Oderbruch einst und jetzt. Berlin 2006.
  • FRISKE, Matthias/GAHLBECK, Christian: Altfriedland. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/HEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 1. Berlin 2007, S. 72–88.

Touristisches Angebot

Musik und Geschichte

Die Anlage des Zisterzienserinnenklosters Friedland und des Wirtschaftsguts prägen heute mit ihren historischen Bauten das Bild des Ortes Altfriedland.

Der westliche Konventsflügel wurde gesichert für Besucher zugänglich gemacht.

Durch Konzerte wird das Refektorium mit dem bewundernswerten Sternengewölbe wieder zum Leben erweckt und verzaubert durch seine einmalige Atmosphäre. Von August bis September finden hier und in der Klosterkirche die traditionellen „Klosterkonzerte“ statt.

Der Verein LANGES HAUS Altfriedland e.V. ist Veranstalter des „Altfriedländer Kunstherbst am Kloster“ und führt mit thematischen Wanderungen durch das Jahr. Jährlich findet am 1. Augustwochenende das Altfriedländer Fischerfest auf der Festwiese am Klostersee statt.

Das in der Nähe gelegene Schloss Neuhardenberg wird von der Stiftung Schloss Neuhardenberg als Kulturzentrum betrieben. Hier finden Konzerte, Theateraufführungen und Konferenzen in der reizvollen Umgebung des klassizistischen Baus und der Gartenanlage statt. Bei den Veranstaltungen wird auf Internationalität und die Öffnung nach Osteuropa Wert gelegt.

Radeln im Oderbruch

Radfreunde können auf verschiedenen Wegen wunderbar die Natur rund um Altfriedland und Neuhardenberg genießen. Mit E-Bikes lassen sich auch längere Strecken leicht überwinden und beispielsweise das Oderbruch und die historischen Ortschaften Seelow, Wriezen, Lebus, den Kurort Bad Freienwalde oder Buckow, den einzigen Kneipp-Kurort Brandenburgs, besichtigen.

Buckow ist zudem das Zentrum des Naturparks Märkische Schweiz. Die Fläche des Naturparks beträgt rund 205km2und wird von einem 150km langen Wanderwegenetz und dem Europaradweg Euroroute R1 durchzogen. Die Landschaft charakterisieren sanfte Hügel und dichte Wälder. Die Altfriedländer Teiche sind Europäisches Vogelschutzgebiet.

Den Besuchern des Klosters Friedland bietet die Gemeinde Neuhardenberg mit ihren Ortsteilen zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels stehen zur Verfügung, darunter auch das Hotel Schloss Neuhardenberg auf dem Gelände des Schlossparks. Speisen kann man außer in Hotelrestaurants und Gaststätten auch in der Klosterschänke in Altfriedland. Die Betreiber setzen auf Produkte aus der Region. Frischer Fisch und handverlesene Kräutertees können mit einem Blick auf den See und die Ruinen der ehemaligen Zisterzienserinnenabtei genossen werden.

Altfriedland und Neuhardenberg sind gut mit dem Auto von der Autobahn A12 oder über die B1 oder die B167 zu erreichen.

Quellen - Bitte hier klicken

Quellen:

  • amt-neuhardenberg.de/
  • klosterkirche-altfriedland.de/
  • maerkischeschweiz.com/naturpark/
  • schlossneuhardenberg.de/

Geschichte

Befriedetes Land

Der Name der Zisterzienserinnenabtei „Vredelant“ – Friedland, befriedetes Land – verrät in Verbindung mit der Lage am Rande des Oderbruchs und der damaligen Mark Brandenburg sehr viel über Motivation für die Gründung des Klosters. So demonstrierte die Anlage die Macht der neuen Landesherren, der Brandenburgischen Markgrafen, die um 1230 den Barnim erworben hatten, gegenüber den schlesischen Piasten in Lebus. Obwohl eine urkundliche Erwähnung des Klosters erst für 1271 überliefert ist, wird die Gründung bereits kurz nach 1230 als symbolischer Akt der Askanier vermutet. Diese statteten das neue Kloster großzügig mit Landbesitz aus, was eine stabile Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung darstellte. Der Gesamtbesitz des Klosters konnte sich am Ende des 15. Jahrhunderts durchaus sehen lassen: Neun Dörfer, zwanzig Einzelgüter, mehrere Seen und Fischteiche, Mühlen und Weinberge, sowie zehn Kirchenpatronate. Sicher spielte bei der Besitzvermehrung auch die Tatsache eine Rolle, dass in Friedland meist Töchter des regionalen Adels und des reichen Bürgertums aufgenommen wurden. Sie steuerten reiche Mitgift und Schenkungen zum Klosterbesitz bei. So konnte die Abtei trotz der unsicheren Lage in der Grenzregion und im gefährdeten Oderbruch und trotz zweier Brände sowie mehrerer Überschwemmungen zum Reichtum gelangen.

ora et labora

Das Kloster folgte der Ordensregel der Zisterzienser, war aber nicht in den Orden eingegliedert – was bei Frauenzisterzen oft der Fall war – sondern unterstand dem Bischof von Brandenburg. Genauso abgeschieden wie die Lage des Klosters auf der Landzunge zwischen zwei Seen, so zurückhaltend war die Teilnahme der Nonnen am politischen und wissenschaftlichen Leben der Mark Brandenburg. Aus den Quellen lässt sich nur wenig über die Tätigkeitsfelder der Schwestern entnehmen, Landwirtschaft und Besitzverwaltung mit Hilfe von Konversen standen wohl im Zentrum der klösterlichen Aktivitäten. Die Nonnen führten vermutlich eine Schule, die auch für Dorfkinder zugänglich war, und ein Hospital.

Der Alltag im Kloster ist nur anhand von Vergleichen mit anderen Frauenklöstern zu beschreiben. Vorstellbar sind jegliche Haushalts-, Garten- und Handarbeiten, die Frauen aus guten Häusern zumutbar waren.

Der Grundsatz „ora et labora“ wurde jedoch von den Friedländer Nonnen nicht immer befolgt. Dies zeigt eine Ermahnung des Bischofs Dietrich II. von Brandenburg, der 1381 das Kloster visitierte. Darin wird den Ordensschwestern ein weltlicher Lebensstil, gar Luxus, Kontakte mit der Außenwelt und Ungehorsam vorgeworfen. Besserung wurde unter Androhung der Exkommunikation, einer sehr drastischen Strafe, erwartet.

Wirtschaftsgut und starke Frauen

Das Kloster und seine Besitzungen wurden 1546 säkularisiert und gingen an den Landesherren über. Den noch dort lebenden 40 Nonnen wurden das Bleiberecht eingeräumt und großzügige Einkünfte belassen. Doch mussten die Schwestern von nun an die Verwaltung ihrer Anlage und des Besitzes an einen weltlichen Verwalter abtreten, was zu vielen Konflikten und Streitigkeiten führte. Als Joachim von Roebel die Klosteranlage 1564 kaufte, wohnten dort weiterhin ehemalige Ordensschwestern. Erst 1568 wurde das Kloster als Institution vom Markgrafen Joachim II. endgültig aufgehoben.

Zu diesem Zeitpunkt begann die Geschichte des Ortes Friedland als ritterlicher und adeliger Gutsanlage. Es wurden dort Obst, Wein und Tabak angebaut, Bier gebraut und Schnaps gebrannt. Nacheinander besaßen drei märkische Adelsfamilien das Gut, die von Lestwitz, die von Itzenplitz und – bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs – die von Oppen. Aus den Familien sind besonders zwei Frauen hervorzuheben: Helene Charlotte von Friedland (+ 1803), eine herausragende Persönlichkeit ihrer Zeit und erfolgreiche Geschäftsfrau sowie Gräfin Luise von Oppen (+ 1901), der das Gut seine endgültige bauliche Form verdankte.

Nach der Enteignung in Zuge der Bodenreform nach 1945 wurde das Kloster    von Fischern und Gärtnern bewirtschaftet sowie teilweise als Wohnungen benutzt. Nichtsdestotrotz verfielen die Bauten zur Ruine. Bereits 1966 war ein Teil des Klosterdaches eingestürzt und 1969 verließ die letzte Familie ihre Unterkunft. Wesentliche Teile des Klosters mussten aus Sicherheitsgründen 1966 und 1971 abgetragen werden. Dank langjähriger Bemühungen der Bürger und der Gemeindevertretung wurden schließlich Ende 1984 erste Schritte unternommen, die Klosterruine vor fortschreitendem Verfall zu schützen. Zwischen 1992 und 1995 führte man weitere Sanierungsarbeiten durch und stellte einen neuen Schutzdach über dem Refektorium fertig.

Archäologische Untersuchungen auf dem Klostergelände folgten. Der zweite Teil der Sanierung des ruinösen Mauerwerkes wird Ende 2012 abgeschlossen sein. Daran knöpft 2013 die vollständige Erneuerung des vorhandenen Schutzdaches über den gesamten Baukörper sowie eine Regulierung des Geländeniveaus an. Die gesicherten Überreste des Klosters können heute besichtigt werden.

Ebenfalls die beiden Gutshäuser –  das Roebelsche Haus aus dem 17. Jahrhundert und das barocke Gutshaus aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts – sowie die Gutsscheune dienten nach dem Zweiten Weltkrieg der Gemeinde. Die Häuser beherbergten Flüchtlingsfamilien und später unterschiedliche Institutionen, wie beispielsweise eine Tischlerei, eine Poststelle, die Gemeindeschwesternstation, das Gemeindebüro mit Sitz des Bürgermeisters, die Bibliothek, das LPG-Büro sowie eine Konsum-Verkaufsstelle. Die Bauten wurden bis zum Auszug der letzten Bewohner 1996 durch unterschiedliche Sanierungs- und Baumaßnahmen instand gehalten.

Die Gutsscheune war bis 2005 in Benutzung, zunächst u.a. als Stall und Aufkaufstelle für Tabak und seit 1974 als Jugendclub und  Versammlungs- und Festraum der Gemeinde.

2001 wurde ein denkmalpflegerisches Gutachten erstellt und die ersten Sanierungsarbeiten – u.a. Fundamentsanierung und Wiederherstellung der alten Raumaufteilung – des in den 90er Jahren der 20. Jahrhunderts verfallenen Gutshauses durchgeführt. Sie wurden durch einen Privatinvestor finanziert.1

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Fußnote:

  1. Für die Informationen zur Nachkriegsgeschichte der Gutsanlage danken wir Herrn Dr. Hans-Hermann Kain und Herrn Günter Biesel (Persönliche Mitteilung von Günter Biesel vom 28.10.2012 sowie private Aufzeichnungen und Dokumente von Hans-Hermann Kain aus den Jahren 1974–2012).

Verwendete Literatur:

  • BIESEL, Günter u.a.: Ortschronik Altfriedland, Jahre 1987–2009.
  • FRISKE, Matthias/GAHLBECK, Christian: Altfriedland. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/NEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 1. Berlin 2007, S. 72–88.
  • GRALAK, Justyna: Das Kloster Friedland. In: KNEFELKAMP, Ulrich/REDDIG, Wolfgang F. (Hrsg.).: Zisterzienser westlich und östlich der Oder. Begleitband zur Ausstellung der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Frankfurt (Oder) 1998, S. 108–115.
  • SCHMIDT, Rudolf: Die Herrschaft Friedland: Nachrichten zur Geschichte von Alt- und Neufriedland, Gottesgabe, Carlsdorf, Kleinbarnim, etc. Im Auftrage des Kreisausschusses Oberbarnim. Bad Freienwalde (Oder) 1928.
  • SENST, Ingetraut: Gutachtliche Stellungnahme zum Denkmalwert. Gutsanlage mit Herrenhaus, Roebelschem Haus, Stallscheune, straßenseitiger Grundstückseinfriedung und Park, Fischerstraße 36-39, 15320 Altfriedland. Brandenburgisches Amt für Denkmalpflege und Archäologisches Museum. Wünsdorf/Zossen 2001.

Kontakt

Dieter Arndt
Ortsvorsteher Altfriedland
Fischerstr. 8
15320 Neuhardenberg, OT Altfriedland

E-Mail altfriedland@klosterland.de
Telefon +49 (0)172 8884006
Internet www.kultur-altfriedland.de

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