Der Klosterkultur auf der Spur

von Martin Erdmann

Klosterkultur ist ein weites und vielfältiges Feld, mit dessen Abschreiten und Ausmessen seiner Möglichkeiten man nicht so schnell an ein Ende kommt. Wie sollte man auch, bei einem 1.500- jährigen Kulturphänomen, das ebenso viele Wandlungen mitgemacht hat im Laufe der Zeit und trotz aller Höhen und ­Tiefen seine Lebens- und Gestaltungsfähigkeit bewiesen hat? So können wir nach wie vor und mit Fug und Recht Klosterleben als lebendiges Phänomen unserer Gesellschaft zeigen, das weit mehr ist als eine Reminiszenz an vergangene Zeiten à la „Der Name der Rose“. Ob es darum geht, klösterliches Arbeitsethos zu beleuchten, moderne Architektur, das Phänomen Klostergarten, den Weinbau alter Stifte und Abteien, Einblicke zu geben in die Ateliers klösterlicher Künstler – immer wird deutlich, dass es im Kloster das Große und Ganze ebenso wie das Kleine-Konkrete gibt, immer aber nur in Form konkreter ­Gemeinschaften, die wiederum gefügt sind aus einzelnen Persönlichkeiten. Diese Protagonisten des Alltags, Nonnen und Mönche, versuchen, vor dem Erfahrungshorizont und in dem Experimentalraum Kloster zu ­leben, um ein tragfähiges Lebensmodell zu finden.