Kloster

Zisterzienserkloster Neuzelle

Bild eines Klosters - Zisterzienserkloster Neuzelle

1268 stiftete Markgraf Heinrich von Meißen das Kloster Neuzelle. Im 15. Jahrhundert war die Abtei mehrfach den Zerstörungen durch Hussiten ausgesetzt und wurde um 1500 wiederaufgebaut. Die Zugehörigkeit zur Niederlausitz und damit zum Königreich Böhmen und seit 1635 zu Sachsen brachte vor allem Mönche aus Böhmen nach Neuzelle, die im 17. und 18. Jh. die barocke Umgestaltung und Erweiterung der Anlage veranlassten. Die Aufhebung des Klosters erfolgte 1817 mit der Übernahme der Niederlausitz durch Preußen. Die Besitztümer wurden in ein preußisches Stift Neuzelle überführt. Die Klostergebäude werden seit 1820 für Bildungs- und Verwaltungsaufgaben genutzt, die Klosterkirchen dienen als Pfarrkirchen.

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Zisterzienserkloster Neuzelle

Stiftsplatz 7

15898 Neuzelle

Gründungsjahr

1268

Ordenszugehörigkeit

Zisterzienserzienser

Klosteranlage

Im 17. und 18. Jh. wurde die Klosteranlage in ein repräsentatives Barockensemble umgebaut. Die Klausur, die Kirche und das Amtshaus mit dem „Fürstenflügel” begrenzen den Stiftsplatz im Norden, westlich davon verläuft der Arkadengang mit Eingangsportal und Stiftskanzlei. Im Süden stehen die „Kutschstallgebäude” und im Osten erstreckt sich der Klostergarten. Die Stifts- und die „Leutekirche“, beide im Stil des süddeutsch-böhmischen Barocks, standen für die neue Größe des Klosters im 18. Jh. Spätgotische Elemente des ursprünglichen Baus findet man noch in den Klausurräumen und im Kreuzgang.

Lage und Umgebung

Das Kloster liegt am östlichen Rand der Lieberoser Hochfläche in der historischen Grenzregion zwischen der Niederlausitz und der Mark Brandenburg. Westlich des Ortes erstreckt sich das eiszeitlich geprägte Schlaubetal, nördlich liegt Eisenhüttenstadt, die 1961 aus der Stadt Fürstenberg und der Trabantensiedlung der Stalin-Eisenhüttenwerke entstand.

Highlights

Mit den prachtvollen Kirchen, den Klostergärten, dem Kreuzgang sowie Kunstschätzen zählt Neuzelle zu den größten Barockdenkmalen Ost- und Norddeutschlands. Auch Kulinariker und Musikfreunde kommen hier auf ihre Kosten: Branntwein und Bier werden produziert und das Festival „OperOderSpree“ belebt die Anlage alljährlich mit Musiktheaterwochen.

Galerie

Das ehemalige Zisterzienserkloster Neuzelle

Museum im Kreuzgang

Die Ansicht des Klosters Neuzelle wird heute von der Barockarchitektur des 17. und des 18. Jahrhunderts geprägt. Dabei ist das Kloster in seinen verschiedenen Bauphasen zunächst im Stil der Gotik erbaut und erneuert worden, bis ab 1650 der barocke Umbau erfolgte. Heute eröffnet der Kreuzgang im Klausurgebäude mit seinen Räumlichkeiten immer noch einen beeindruckenden Einblick in die gotische Architektur des Klosters und führt zurück in die mittelalterliche Klosterbaukunst

Nach fast zehnjähriger Bauzeit konnten die Maßnahmen zur Sanierung und Restaurierung des Neuzeller Kreuzganges und der anliegenden Klausurräume 2009 zum Abschluss gebracht werden.

In den Räumlichkeiten ist ein Klostermuseum entstanden. Die bereits 2004 eröffnete Ausstellung “Ora et labora” dokumentiert die Geschichte und die Bedeutung des Klosters In einem zweiten Ausstellungsteil werden unter dem Titel “Auf Leben und Tod” die spannungsreichen Wechselbeziehungen zwischen der Klostergeschichte und dem religiösen und politischen Zeitgeschehen dargestellt. Wertvolle Einzelstücke und Kunstgegenstände aus der Klosterausstattung veranschaulichen die Klostergeschichte.

Abt Martinus Graff

Zu den bedeutendsten Ausstattungsexponaten gehört der Weiheornat von Abt Martinus Graff, der von 1727 bis 1741 dem Kloster Neuzelle vorstand.

Abt Martinus wurde 1678 im Klosterdorf Wellmitz bei Neuzelle geboren und gilt heute als einer der bedeutendsten und bekanntesten Äbte des Klosters. Nach den Zerstörungen des 30-jährigen Krieges und einer schwierigen Wiederaufbauphase, führte er das Kloster Neuzelle im 18. Jahrhundert nicht nur zu wirtschaftlicher Blüte, sondern engagierte sich insbesondere auch für die barocke Umgestaltung der Klosteranlage. Drei Tage nach der Weihe des barocken Hochaltars in der Stiftskirche starb Abt Martinus Graff am 27. September 1741.

Wertvolle Seidenstickerei

Sein Weiheornat gehört zu einer Sammlung von liturgischen Gewändern und anderen Textilien für den sakralen Gebrauch, die zum großen Teil im 17. und 18. Jahrhundert in Sachsen oder Böhmen gefertigt wurden. Der Bestand gilt neben den Prunkgewändern in Dresden als größte geschlossene Sammlung sächsischer Seidenstickerei.

Die kostbarste Stickerei besitzt der Ornat von Abt Martinus Graff, den er zur Weihe des barocken Altars in der Neuzeller Stiftskirche St. Marien am 24. September 1741 herstellen ließ. Herkunftsort und Herstellungsdaten des Ornats mit seinen Reliefstickreien mit Seiden- und Metallfäden auf Leinengrund sind bisher nicht bekannt. Elf Teile des Ornats sind erhalten geblieben, darunter das Pluviale (Mantel), Kasel (Obergewand des Priesters), zwei Dalmatiken (Obergewand der Diakone), zwei Stolen (Amtsabzeichen), drei Manipel (Bekleidung der Handgelenke), Bursa (Stofftasche für die Aufnahme der Korporale) und Palla (Schutztuch für den Kelch).

Der neue Glanz

Die Arbeiten zur Restaurierung und Präsentation des Ornats wurden von den Textilrestauratoren vom Atelier Twist in Berlin durchgeführt und durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung sowie die Sparkasse Oder-Spree finanziert. Zu den konservatorischen Arbeiten zählten unter anderem die aufwendige Reinigung der Oberflächen mit einem Mikrosauger sowie die umfangreiche nähtechnische Sicherung am Grundgewebe, dem Futter, der Stickerei und den Borten. Besonders wichtig für die dauerhafte Erhaltung des Weiheornats war die Entwicklung eines Präsentationskonzeptes. Neben der Schaffung optimaler Klima- und Lichtbedingungen war hierfür die Anfertigung von individuell angepassten Stützkonstruktionen erforderlich.

Text: Walter Ederer

Klosteranlage

Langes Bestehen

Das Kloster Neuzelle blieb von seiner Gründung im 13. Jahrhundert bis 1817 in den Händen der Zisterzienser. Unter preußischer Herrschaft wurde es letztendlich aufgehoben. Ernsthafte Bauschäden erlitt die Klosteranlage nur während der Hussiteneinfälle 1429 und 1432 sowie während eine Großbrandes 1892. Sie war zwar im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden besetzt und zeitweilig als Kloster aufgegeben, doch die Bauten überstanden die Zeit. Die Anlage wurde bei der Reformationswelle des 16 Jahrhunderts nicht säkularisiert und erlitt keine gravierenden Schäden im Zweiten Weltkrieg. So können wir heute ein beeindruckendes barockes Bauensemble auf einem Bergsporn über der Oder bewundern.

Ursprünglich gotisch

Der Kern der ursprünglichen Anlage wurde zwischen 1290 und 1330 errichtet. Die Bauarbeiten zogen sich bis in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts hin. Von 1385 bis 1390 erweiterte man die Kirche und die Klausur.

Heute ist das mittelalterliche Kloster in der Form der vierflügeligen Anlage mit der Kirche im Süden und im Inneren der Klausurbauten zu entdecken. Spätgotische Elemente finden sich noch im Bereich des Klausurerdgeschosses. Im Ostflügel sind das backsteinerne Baudekor und die Kreuzrippengewölbe erhalten, im Nordflügel kann man die Netzrippengewölbe des frühen 16. Jahrhunderts sehen. Auch der spätgotische Kreuzgang überdauerte bis heute.

Nachdem das Kloster wirtschaftliche und politische Krisen des 15. bis 17. Jahrhunderts überwunden hatte, baute man die gesamte Anlage zu einem repräsentativen Barockensemble um. Doch vor allem die Wiederaufbauarbeiten, die nach einem großen Brand in den Jahren von 1894 bis 1897 folgten, beeinflussten die Anlage nachhaltig und veränderten weitgehend ihre ursprüngliche Form.

Die barocke Form

Die ehemalige Klausur und die Kirche, sowie das barocke Amtshaus mit dem “Fürstenflügel” bilden heute den nördlichen Teil des den Stiftsplatz umschließenden Ensembles. Im Westen verläuft ein Arkadengang mit dem Klosterportal – beide von 1736 – und der Stiftskanzlei von 1723. Im südlichen Teil des Stiftplatzes stehen die “Kutschstallgebäude”, welche 1806 und 1840 einheitlich umgebaut wurden. Im Osten erstreckt sich der Barocke Klostergarten.

Ganz besonders spiegelt die barocke Klosterkirche die neue Größe und Bedeutung des Klosters im 18. Jahrhundert wider. Die ersten Umbauten der ursprünglich dreischiffigen, spätgotischen Hallenkirche erfolgten im Innenraum bereits im 17. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche neu konzipiert und dementsprechend umgestaltet. In den Jahren 1728 bis 1748 erhielt der Bau u.a. neue Nebenaltäre und einen neuen Altarraum. Die Außenfassade wurde neu gegliedert und den Formen des böhmischen Barocks angepasst.

Wo früher die Pfortenkapelle ihren Platz hatte, wurde in den Jahren 1728 bis 1734 eine zweite Kirche, die „Leutekirche“, errichtet, die höchste Qualität des süddeutsch-böhmischen Barocks aufweist.

Quellen - Bitte hier klicken

Quellen:

  • BADSTÜBNER, Ernst: Brandenburg. Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder.Kölln 2
  • BADSTÜBNER, Ernst: Kloster Neuzelle. Berlin 1995.
  • KÜHN, Angelika: Kloster Neuzelle. In: Zisterzienser westlich und östlich der Oder. Begleitband zur Ausstellung der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Frankfurt (Oder) 1998, S. 122–128.
  • WITTKOPP, Blandine/SCHUMANN, Dirk: Neuzelle. Zisterzienser. Bau- und Kunstgeschichte. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/NEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 930–934.

Lage und Umgebung

Nacheiszeitliche Landschaft, seltene Tiere und Pflanzen

Die historische Lage des Dorfes und des Klosters Neuzelle in der Grenzregion zwischen der Niederlausitz und der Mark Brandenburg, im Land Beeskow-Storkow, trug dazu bei, dass der Ort sich im Laufe der Geschichte unter piastischer, sächsischer, brandenburgischer, böhmischer und preußischer Herrschaft befand. In geographischer Hinsicht liegt Neuzelle am östlichen Rand der Lieberoser Hochfläche, die dort zum Odertal hin malerisch abfällt und zusammen mit der Flussaue eine reizvolle Landschaft bildet.

Westlich von Neuzelle erstreckt sich der Naturpark Schlaubetal, der von den Gewässern der Schlaube, der Oelse, der Demnitz und der Dorche durchzogen wird – alle vier entstanden durch das Schmelzwasser der Weichseleiszeit. Die nacheiszeitliche Landschaft ist sehr vielfältig und überrascht durch Kontraste zwischen ruhigen Seen und reißenden Bächen, weiten Feuchtwiesen und tiefen Schluchten, dichten Mischwäldern mit Kiefern, Buchen- und Traubeneichen sowie moorigen Erlenbrüchen. Die Naturräume sind alle nahezu unberührt und bieten Lebensräume für über 140 Vogel- und 1000 Pflanzenarten. Mehrere Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete wurden ausgewiesen, um die Besonderheiten der Natur zu bewahren. Dreizehn Tier- und Pflanzenarten, darunter zwei Orchideenarten und die Smaragdeidechse, sind in Brandenburg nur noch im Naturpark Schlaubetal anzutreffen.

Südöstlich von Neuzelle erstreckt sich der Landschaftspark Dorchetal, der zum Naturpark Schlaubetal gehört. Das 7km lange Tal der Dorche ist mit Mischwäldern, kleinen Schluchten und Teichen durchzogen und wurde ebenfalls in der letzten Eiszeit geprägt. Der Wasserlauf spielte für die wirtschaftliche Entwicklung des Neuzeller Klosters eine wichtige Rolle. Eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt mit wilden Orchideen, Eisvögeln und Biebern ist hier heimisch.

Die sozialistische Vorzeigestadt

Einen starken und spannenden Kontrast zur umgebenden Natur bietet das nur 8km nördlich von Neuzelle liegende Eisenhüttenstadt. Es entstand 1961 aus der historischen Stadt Fürstenberg an der Oder und der zu diesem Zeitpunkt zehn Jahre alten Trabantensiedlung der Stalin-Eisenhüttenwerke – der Stalinstadt. Als erste “sozialistische Stadt” der DDR sollte sie eine Vorzeigesiedlung der Eisenindustrie und des Staates werden. Ihr Bild prägen zahlreiche neoklassizistische Monumental- und Plattenwohnbauten. Die Hauptachse der Stadt bildet die Lindenstraße – früher Leninallee – vom Zentralen Platz bis zum mächtigen Haupttor der Werke. Die ehemalige Wohnstadt des Hüttenwerks steht als Ensemble unter Denkmalschutz.

Im Schatten der Industrie und der Bauten des 20. Jahrhunderts lebt im Norden von Eisenhüttenstadt immer noch die alte Stadt Fürstenberg mit kleinen Handwerkerhäusern und der spätgotischen Stadtkirche St. Nikolai. Die Ortschaft wurde Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet und gehörte eine geraume Zeit zum Grundbesitz des Klosters Neuzelle. Hier mündet auch der 1891 eröffnete Oder-Spree-Kanal in die Oder. Die 15m Höhenunterschied zum Fluss werden mit einer Zwillingsschleuse überwunden, die heute als technisches Denkmal geschützt ist.

Quellen - Bitte hier klicken

Quellen:

  • BADSTÜBNER, Ernst: Brandenburg. Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder.Kölln 2
  • BEIER, Rosmarie (Hrsg.): aufbau west – aufbau ost. Die Planstädte Wolfsburg und Eisenhüttenstadt in der Nachkriegszeit. Wissenschaftlicher Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung. Stuttgart 1997.
  • seenland-os.de/docs/Wandern-Tagestour/Dorchetal.html
  • brandenburg.rz.htw-berlin.de/schlaubetal.html
  • naturpark-schlaubetal.de/naturpark/index.htm

Touristisches Angebot 

Musik und Theater im barocken Bauensemble

Kloster und Stift Neuzelle bieten ein sehr umfangreiches und vielfältiges Kulturprogramm an. Über die Einzelheiten und Termine informiert die täglich geöffnete Tourismusinformation des Amtes Neuzelle. Auf Besucher warten organisierte Führungen durch das Kloster, aber auch durch die Klosterbrennerei und die -brauerei, an die man eine Verköstigung anschließen kann.

Auf dem ehemaligen Klostergelände finden neben Ausstellungen, Vorführungen des “Sommernachtskinos”, „Weltmusikkonzerten“, „Sommerklängen in der Orangerie“, Lesungen, regelmäßig auch die Neuzeller Klosterkonzerte im Refektorium und das bekannte Musiktheaterfestival Oper Oder-Spree statt. Das Festival gehört seit Jahren zu den wichtigsten Kulturveranstaltungen in Brandenburg und findet, außer in Neuzelle, gleichzeitig in Frankfurt (Oder) und auf der Burg Beeskow statt.

Die Stiftung nimmt regelmäßig am bundesweiten Tag der Parks und Gärten und dem Tag des Offenen Denkmals teil. Je nach Schwerpunkt und Thema der Veranstaltungen werden im Kloster Aktionstage organisiert und kulturelle Sonderangebote vorbereitet. Das Galeriegebäude des Klosters beherbergt ein Antiquariat und ein Künstleratelier.

Kultur und Natur im Dorchetal

Für Wanderer und Spaziergänger ist besonders der Landschaftspark Dorchetal empfehlenswert. Ein 20km langer Rundweg führt von Neuzelle entlang des Bachs, durch Wiesen, Wälder und an einigen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten vorbei. So kann man die letzte noch intakte von sieben Mühlen besichtigen. Heute ist die Schwerzkoer Mühle ein liebevoll restauriertes Denkmal in einer nahezu unberührten Natur und Ausflugslokal mit regionalem Schwerpunkt. Saisonale kulinarische Veranstaltungen und Führungen durch das Tal werden hier angeboten.

Nach etwa der Hälfte der Strecke kommt man am ehemaligen Gutshof Bomsdorf vorbei, der seit dem 14. Jahrhundert bis 1689 der Ritterfamilie von Bomsdorf gehörte. Das heutige Gutshaus, gelegen in einem schönem Park wurde jedoch durch ihren Nachfolger Friedrich von Hayn 1731 in Barockstil errichtet. Das frisch restaurierte Haus beherbergt heute eine Gaststätte.

Ein Teil vom Ganzen

Das Dorchetal ist Teil des Naturparks Schlaubetal, der  sich auf einer Fläche von 227,8km2 erstreckt. Besucher können ihn auf guten Wander- und Radwegen erkunden und Paddeltouren in der reizvollen Landschaft unternehmen. Auch thematische Gruppenreisen zu Natur und Kultur werden angeboten. Die beiden kleinen, die Gemeinde Schlaubetal und das malerische Städtchen Müllrose mit seiner Tourismusinformation laden zum Verweilen ein und bieten eine Auswahl an Restaurants und Cafés.

Gut speisen kann man natürlich auch in Neuzelle selbst. Die Klosterklause und das Kulturcafé Barocco in der Orangerie, das Landhotel Prinz Albrecht und das neue Klosterhotel, aber auch ein Weinladen, der Spezialitätenladen Himmlische Schwestern sowie die Läden der Klosterbrennerei und -brauerei sorgen in der nächsten Umgebung des Klosters für das leibliche Wohlbefinden der Gäste. Auch in Neuzelle besteht eine Toursimusinformation.

Neuzelle erreicht man mit der Bahn RE11 von Frankfurt (Oder) bzw. von Cottbus, mit dem Auto von Berlin mit der A10 Richtung Frankfurt (Oder) und dann von der Abfahrt Müllrose auf der B112.

Quellen - Bitte hier klicken

Quellen:

  • bomsdorferschlossgaststaette.de
  • hotel-neuzelle.de
  • hotel-prinz-albrecht.de
  • klosterbrauerei.com
  • neuzellerklosterbrennerei.de
  • klosterklause.de
  • naturpark-schlaubetal.de/naturpark/index.htm
  • neuzelle.de/index.php?page=bomsdorf
  • operoderspree.de
  • schlaubetal-online.de
  • schwerzkoer-muehle.de
  • seenland-os.de/docs/Wandern-Tagestour/Dorchetal.html
  • stift-neuzelle.de
  • tourismus.neuzelle.de

Geschichte

Schwierige Anfänge und großer Besitz

Die Geschichte des Klosters Neuzelle begann am 12. Oktober 1268. Der Wettiner Heinrich der Erlauchte (1221–1288), Markgraf von Meißen und der Ostmark, bekräftigte mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde seine Absicht, „ein Kloster zu gründen und zu errichten zu Lob und Ehre der glorreichen und unversehrten Jungfrau Maria und in dieses Kloster Mönche des Zisterzienserordens zu berufen.“ Das Kloster sollte den Namen Neuzelle tragen.

Das Haus- und Begräbniskloster der Stifterfamilie Marienzelle bei Nossen wurde beauftragt, die Klostergründung vorzunehmen.

Die Situation des Klosters war nach seiner Gründung 1268 und Besiedlung um 1280 weder günstig, noch einfach. So ist auch der späte Baubeginn im frühen 14. Jahrhundert am heutigen Standort zu erklären. Aber die Markgrafen zogen sich aus der Verantwortung für die Anlage zurück, die Niederlausitz gelangte an die böhmische Krone. Und doch konnten die Zisterzienser bis 1370 einen enormen Besitz zusammentragen, zu dem nicht nur mehrere Dörfer und Wirtschaftshöfe gehörten, sondern auch das Hospital in Beeskow, die Burg Schiedlo (Szydłów) und die kleine Stadt Fürstenberg. Bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts verlor das Kloster immer wieder einige seiner Besitztümer, konnte jedoch auch einiges dazu erwerben.

Politisches und kulturelles Wirken

Die Äbte von Neuzelle erfreuten sich offensichtlich eines sehr guten Rufes, denn sie wurden auch von den höchsten Kreisen als Ratgeber oder Schiedsrichter berufen. Einige Konventsmitglieder absolvierten seit 1477 Studien an der Universität Leipzig. Das Kloster selbst war an der Gründung des Zisterzienser-Kollegs an der Alma Mater Viadrina in Frankfurt an der Oder in den Jahren von 1507 bis 1511 beteiligt.

Einen schweren Rückschlag erlitt das Kloster mit der Zerstörung der Anlagen während der Hussitenkriege. Zwei Mal – 1429 und 1432 – fielen die Truppen in das Kloster ein, töteten oder vertrieben seine Bewohner und zerstörten Teile der Bauten. Unter Abt Nikolaus II. von Bomsdorf (1432–1469) wurde das Kloster wieder aufgebaut.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kam die wiedergewonnene stabile Situation des Klosters ins Wanken. Es kam zu innenpolitischen Konflikten und zu einer finanziellen Krise, die durch die neue Steuerpolitik des böhmischen Königshauses verursacht wurde. Die unruhigen Zeiten der Reformation trugen ebenfalls dazu bei und veränderten wesentlich die äußeren Umstände. Der Konvent hielt zwar der neuen Lehre stand, doch um 1560 waren die meisten Gebiete um Neuzelle protestantisch.

Die Blütezeit

Das Kloster arrangierte sich mit der Situation und konnte im 17. Jahrhundert wieder Stabilität erlangen. Diese wurde jedoch durch den Dreißigjährigen Krieg wesentlich erschüttert, so dass man von einer erneuten Blütezeit des Neuzeller Konvents erst im 18. Jahrhundert sprechen kann. Von dem großen Wohlstand zeugen heute noch die barockisierten Klostergebäude. Nachdem die Niederlausitz 1815 unter preußische Herrschaft gekommen war, wurde das Kloster 1817 aufgehoben. Die Anlage und der Besitz wurde dem preußischen Stift Neuzelle übertragen, das als Forst- und Domänenverwaltung bis 1955 bestand. Die Klostergebäude wurden seit 1818 von Bildungseinrichtungen genutzt, 1991 erfolgte die Gründung eines Deutsch-polnischen Gymnasiums. Die beiden Barockkirchen dienen als Pfarrkirchen der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinde.

1996 wurde erneut eine Stiftung, diesmal vom Land Brandenburg, ins Leben gerufen. Die Stiftung Stift Neuzelle betreut nun die Anlage als historisches Denkmal und Kulturzentrum. Bis zum 750. Gründungsjubiläum im Jahr 2018 soll die Sanierung der Klosteranlage weitgehend abgeschlossen sein.

Quellen - Bitte hier klicken

Quellen:

  • BADSTÜBNER, Ernst: Brandenburg. Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder.Kölln 2
  • BADSTÜBNER, Ernst: Kloster Neuzelle. Berlin 1995.
  • KÜHN, Angelika: Kloster Neuzelle. In: Zisterzienser westlich und östlich der Oder. Begleitband zur Ausstellung der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Frankfurt (Oder) 1998, S. 122–128.
  • TÖPLER, Winfried: Neuzelle. Zisterzienser. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/NEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 923–942.
  • TÖPLER, Winfried, Die Zisterzienserabtei Neuzelle in der Niederlausitz, Regensburg 2010
  • EDERER, Walter, SCHUMANN, Dirk, Kloster Neuzelle, Berlin-München 2012

Kontakt

Stiftung Stift Neuzelle
Stiftsplatz 7
15898 Neuzelle

Telefon +49 (0)33652 8140
Email neuzelle@klosterland.de
Internet www.stift-neuzelle.de

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