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Kloster

Dominikanerkloster Prenzlau

Bild eines Klosters - Dominikanerkloster Prenzlau

Nach der Zustimmung zur KlostergrĂŒndung 1275 erhielten die Dominikaner fĂŒr den Bau ihrer Anlage Teile des markgrĂ€flichen Hofes am sĂŒdwestlichen Rand der Altstadt in leicht erhöhter Lage ĂŒber dem Uckersee. Der Konvent war bereits 1308 eines der reichsten Dominikanerklöster in der Mark. 1519 wurde das Kloster bei einem Brand beschĂ€digt, was seine wirtschaftliche Situation schwĂ€chte. Im Zuge der Reformation folgte 1544 die Aufhebung des Klosters.

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Dominikanerkloster Prenzlau

Uckerwiek 813

17291 Prenzlau

GrĂŒndungsjahr

1275

Ordenszugehörigkeit

Dominikaner

VideoportrÀt Prenzlau

Klosteranlage

Das Dominikanerkloster wurde in vier Bauphasen von 1275 bis 1500 errichtet. Die 1343 geweihte dreischiffige Hallenkirche und der Klausurbereich bildeten zusammen mit dem Anbau und einem WirtschaftsgebĂ€ude den Kern des Klosters, der vollstĂ€ndig erhalten und renoviert ist. Der Kreuzgang, das Refektorium und die Frauenkapelle mit gotischen Bau- und Schmuckelementen haben ihre stilistischen Wurzeln in den Arbeiten der „Brandenburger DombauhĂŒtte“ und der „Choriner BauhĂŒtte”.

Lage und Umgebung

Prenzlau liegt im Einzugsbereich der zwei grĂ¶ĂŸten Seen der Uckermark, dem Ober- und dem Unteruckersee. Die Stadt grenzt an den Naturpark UckermĂ€rkische Seen und das UNESCO-BiosphĂ€renreservat Schorfheide-Chorin. Prenzlaus Wahrzeichen ist die dreischiffige Hallenkirche St. Marien mit ihrem doppeltĂŒrmigen Westbau. Erhalten sind in der im Zweiten Weltkrieg fast vollstĂ€ndig zerstörten Stadt auch Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit TĂŒrmen und WiekhĂ€usern.

Highlights

Die historische Anlage beherbergt heute das Kulturhistorische Museum, das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek und ein Veranstaltungszentrum. Die gotische Klosterkirche beeindruckt durch ihre Drei- und Vierpass-Lanzettfenster und das aufwendige Nordportal. Im Refektorium sind mittelalterliche Wandmalereien zu bewundern. Im Friedgarten finden regelmĂ€ĂŸig Konzerte statt und der Klostergarten lĂ€dt zum Verweilen ein.

Das ehemalige Dominikanerkloster Prenzlau

Die pommersche Stadt in der Uckermark

Prenzlau, heute Kreisstadt der Uckermark mit ca. 20.000 Einwohnern, stand zur Zeit der GrĂŒndung des Dominikanerklosters in der zweiten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts bereits unter der Herrschaft der Brandenburgischen Markgrafen. Es war aus einer slawischen und einer spĂ€teren pommerschen Burgsiedlung hervorgegangen und entwickelte sich unter den PommernfĂŒrsten zu einem bedeutenden Handelsplatz, der bereits Ende des 12. Jahrhunderts eine MĂŒnzstĂ€tte besaß und regen Handel u.a. mit Stettin (Szczecin) trieb. 1234 erhielt die Siedlung Magdeburger Stadtrecht und wurde von Herzog Barnim I. zur freien Stadt erklĂ€rt. Dies trug unmittelbar dazu bei, dass Prenzlau zu einer der wichtigsten StĂ€dte in der Region wurde, die sowohl wirtschaftlich als auch politisch eine fĂŒhrende Rolle spielten. Dies bestĂ€tigen auch die zahlreichen Kirchen und Klöster, die ein Zeichen fĂŒr eine bedeutende Stellung der Stadtgemeinde

Die Stadt der Bettelorden

Als die Dominikaner nach Prenzlau kamen, stand das religiöse Leben in der Stadt in voller BlĂŒte. Es existierten bereits vier Pfarrkirchen. Die Ă€lteste Kirche, St. Sabini, liegt vor dem Mitteltor sĂŒdwestlich der Altstadt, die Stadtkirche St. Marien auf dem Marktplatz. Ein Benediktinerinnen- und ein Franziskanerkloster wirkten ebenfalls im Stadtgebiet.

Sowohl die Franziskaner als auch die Dominikaner werden als „Bettelorden“ bezeichnet, auch wenn diese vereinfachte Benennung nicht dem Wirkungsgrad der beiden Gemeinschaften gerecht wird. Beide Orden lebten meist von Almosen, ließen sich immer in StĂ€dten nieder und widmeten sich der Seelsorge. Obwohl ihre AnsĂ€tze Ă€hnlich waren, verfolgten sie letztendlich abweichende Ziele, gingen mit unterschiedlichen Methoden vor und hatten verschiedenartige Ambitionen.

Dominikus, der selbst eine hervorragende theologische Ausbildung genossen und als Mitglied des Augustinerordens eine steile Karriere vor sich gehabt hatte, grĂŒndete den Dominikanerorden, die Gemeinschaft der PredigerbrĂŒder (Ordo Fratrum Praedicatorum), um mit dem Wort und gut fundierten Predigten den sich rasch ausbreitenden „ketzerischen“ Lehren, wie etwa der Katharer oder der Waldenser, entgegen zu wirken.

Theologen und Inquisitoren

Die Mönche mit ihren weißen Kapuzenkutten und schwarzen MĂ€nteln waren verpflichtet, sich fortlaufend zu bilden. Der Orden prĂ€gte daher zweifellos sowohl das geistige, als auch intellektuelle und politische Leben des hohen und spĂ€ten Mittelalters. Aus seinen Reihen gingen viele berĂŒhmte Persönlichkeiten der Zeit, wie Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Jacobus de Voragine, Bernard Gui und Heinrich von Herford, sowie viele Bischöfe, KardinĂ€le und einige PĂ€pste hervor.

Nach der BegrĂŒndung der Inquisition als pĂ€pstlicher Behörde 1231 wurde dem Orden von Papst Georg IX. die Kontrolle darĂŒber ĂŒbertragen. Einerseits sahen die Dominikaner die inquisitorische TĂ€tigkeit nicht als Aufgabe des Ordens an. Viele standen ihr und den angewandten Methoden skeptisch oder sogar ablehnend gegenĂŒber, wĂ€hrend die Inquisitoren nicht der Rechtsprechung des Ordens unterstanden und direkt dem Papst verantwortlich waren. Andererseits lĂ€sst sich nicht leugnen, dass, neben den Franziskanern, vorrangig die Dominikaner TrĂ€ger der Ketzer- und der spĂ€teren Hexenverfolgungen waren. Dennoch wĂ€re es ein Fehler, den gesamten Orden mit der Inquisition gleichzusetzen und die TĂ€tigkeit der Mönche durch eine Reduktion auf die dunkle Seite ihrer Geschichte zu diskreditieren. Obwohl die mĂ€rkischen Prozessakten aus den Jahren 1392 bis 1394 im Kloster deponiert wurden, ist nicht bestĂ€tigt, ob Prenzlauer Dominikaner als Inquisitoren aktiv tĂ€tig waren.

Quellen - Bitte hier klicken

  • Enders, Lieselott: Die Uckermark. Geschichte einer kurmĂ€rkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs 28). Berlin 2
  • Lohtum, Meinolf: Dominikaner. In: Dinzelbacher, Peter/Hogg, James Lester: Kulturgeschichte der christlichen Orden in Einzeldarstellungen. Stuttgart 1997, S. 117–142.
  • Metzger, Franz/Feuerstein-Praßer, Karin: Die Geschichte des Ordenslebens. Von den AnfĂ€ngen bis heute. Freiburg u.a. 2006.
  • Neininger, Falko: Prenzlau. Dominikaner. In: Heimann, Heinz-Dieter/Neitmann, Klaus/Schich, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 978–981.
  • Schich, Winfried: Prenzlau von der Stadtwerdung bis zum Ende der Askanierherrschaft (von der zweiten HĂ€lfte des 12. Jahrhunderts bis 1320). In: Neitmann, Klaus/Schich, Winfried (Hrsg.): Geschichte der Stadt Prenzlau. Horb am Neckar 2009, S. 27–62.
  • Schulz, Matthias: Die Entwicklung Prenzlaus vom 10. Jh. bis 1722 (Materialien zur ArchĂ€ologie in Brandenburg 3). Rahden/Westf. 2010.

Die Klosteranlage

Ein Kloster und ein markgrÀfliches Hof

Die Prenzlauer Dominikaner legten ihre Klosteranlage am sĂŒdwestlichen Rand der Altstadt, direkt am Steintor, in leicht erhöhter Lage ĂŒber dem Uckersee an – eine Lage, die nicht nur gĂŒnstig, sondern auch typisch fĂŒr Klöster der Bettelorden war. Diese suchten, vor dem Hintergrund ihres Aufgabenspektrums, immer die NĂ€he der StĂ€dte und siedelten gerne innerhalb des Berings oder in den sich entwickelten Quartieren der Neu- und VorstĂ€dte.

Im Zuge archĂ€ologischer Grabungen auf dem Klosterareal, die seit den 1990er Jahren durchgefĂŒhrt wurden, konnte u.a. der VorgĂ€ngerbau der Klosteranlage, der askanische Stadthof, freigelegt werden. Nach der Zustimmung zur KlostergrĂŒndung 1275 hatten die Dominikaner Teile des markgrĂ€flichen Hofes ĂŒbereignet bekommen, wĂ€hrend die anderen GebĂ€ude zunĂ€chst weiterhin vom Landesherren genutzt wurden.

Die dreischiffige Backsteinhallenkirche, 1343 geweiht, und der Klausurbereich bildeten zusammen mit einem Anbau, der ehemaligen Bibliothek, heute dem Sitz der Superintendentur der Uckermark, und einem WirtschaftsgebÀude den Kern des Klosters, der in vier Bauphasen von 1275 bis um 1500 errichtet wurde.

Der beeindruckende Bau der gotischen Klosterkirche zeichnet sich durch Drei- und Vierpass-Lanzettfenster aus. Das nördliche Kirchenportal mit dem Haupteingang – besonders aufwendig mit Ranken aus Hohlkehlen, BirnstĂ€ben und Weinlaub geschmĂŒckt – könnte auf die herausragende Ausrichtung zum markgrĂ€flichen Hof zurĂŒckzufĂŒhren sein.

Der Kreuzgang, das Refektorium mit seinen Wandmalereien und die Frauenkapelle mit gotischen Bau- und Schmuckelementen, die ihre stilistischen Wurzeln sowohl in den Arbeiten der Brandenburger DombauhĂŒtte als auch der Choriner BauhĂŒtte haben, gehören zu den sehenswertesten Beispielen der Backsteingotik.

Aborterker und Heizung – das klösterliche Leben

Viele der Bauelemente sind nicht nur kunstgeschichtlich wertvoll, sondern geben auch Einblick in das alltĂ€gliche Klosterleben. So ist sĂŒdlich des Klosters noch heute ein turmartiges GebĂ€ude in der Stadtmauer zu sehen, das den Mönchen als Abtritt gedient hatte. Solche oft außerhalb der Mauer gelegenen LatrinentĂŒrme gibt es auch auf Burgen. Klöster erfĂŒllten mit ihren Abortanlagen jedoch eine Vorbildfunktion.

Auf die persönliche Körperhygiene, darunter nicht nur regelmĂ€ĂŸiges Baden, sondern auch grĂŒndliches Abputzen und HĂ€ndewaschen nach der Verrichtung der Notdurft, wurde in den Klosterordnungen großer Wert gelegt. Die Lage der Abtritte unterlag praktischen Gegebenheiten. Lag der Abort außerhalb der Anlage, konnte man die unangenehmen GerĂŒche fern halten und die SĂ€uberung der FĂ€kaliengrube einfacher durchfĂŒhren. In zahlreichen Klöstern baute man Aborterker direkt ĂŒber fließendem Wasser, so dass die FĂ€kalien weggespĂŒlt wurden. War dies nicht möglich – was in Prenzlau offensichtlich der Fall war – brachte man unterhalb der Öffnung einen hölzernen Schacht an, um die Verschmutzung der Mauer und der direkten Umgebung zu vermeiden.

Sowohl im SĂŒd- als auch im WestflĂŒgel der Prenzlauer Klausuranlage gab es Warmluftheizungen. Solche Anlagen sind in mittelalterlichen Klöstern keine Seltenheit. Sie zeugen von einem höheren Lebensstandard, den sich nicht jeder Adlige in seiner Burg leisten konnte. Ältere Klöster mussten sich oft mit einem gemeinschaftlichen WĂ€rmeraum, dem sogenannten calefactorium begnĂŒgen. Eine Warmluftheizung bestand in der Regel aus einem Feuerraum, auf dessen Gewölbebögen eine Packung von Feldsteinen die Hitze speicherte. Von den heißen Steinen strömte erhitzte Luft durch LuftkanĂ€le in die darĂŒber liegenden RĂ€ume. Es wird vermutet, dass wir den Klöstern die Erfindung dieser Technik verdanken. In wie weit jedoch die Mönche sich dabei die Prinzipien des römischen hypocaustum zu eigen gemacht haben, ist nicht geklĂ€rt.

Quellen - Bitte hier klicken

  • Diller, Stephan/Genschow, CĂ€cilia/Lindow, Annegret: Dominikanerkloster Prenzlau. (DKV-KunstfĂŒhrer 499). MĂŒnchen 22009.
  • Hillebrand, Katja: Prenzlau. Dominikaner. Aufbau der Klosteranlage. In: Heimann, Heinz-Dieter/Neitmann, Klaus/Schich, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 981–983.
  • Meckseper, Cord: WĂ€rmequellen. In: Deutsche Burgenvereinigung e.V. (Hrsg.): Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch, Bd. 1 Bauformen und Entwicklung. Stuttgart 1999, S. 295–299.
  • Schulz, Matthias: Die Entwicklung Prenzlaus vom 10. Jh. bis 1727 (Materialien zur ArchĂ€ologie in Brandenburg 3). Rahden/Westf. 2010.
  • Zeune, Joachim: Burgen. Symbole der Macht. Ein neues Bild der mittelalterlichen Burg. Regensburg 1996.
  • Zimmermann, Gerd: Ordensleben und Lebensstandard. Die Cura Corporis in den Ordensvorschriften des abendlĂ€ndischen Hochmittelalters. UnverĂ€nderter Nachdruck zum 75. Geburtstag herausgegeben von Ulrich Knefelkamp. Berlin 1999.

Lage und Umgebung

Die Landschaft der Uckermark

Die im Norden der Uckermark gelegene Stadt Prenzlau wird oft als nördliches Tor zu einer der reizvollsten Landschaften Brandenburgs bezeichnet. Die Anziehungskraft ĂŒbt die Gegend vor allem durch ihre weite, leicht hĂŒgelige und dĂŒnn besiedelte Landschaft aus. Der Fluss Uecker, ihr Namensgeber, teilt mit seinem Tal die HochflĂ€che der seenreichen Landschaft. Die meisten der ĂŒber 400 Seen entstanden am Ende der letzten Eiszeit vor ĂŒber 15.000 Jahren. Zahlreiche Findlinge im Landschaftsbild zeugen von den Gletscherbewegungen. Mit einer FlĂ€che von 3058 km2 ist die Uckermark einer der grĂ¶ĂŸten Landkreise Deutschlands und verfĂŒgt ĂŒber rund 62 ausgewiesene Naturschutzgebiete, die eine vielfĂ€ltige Tier- und Pflanzenwelt beherbergen.

Prenzlau liegt im Einzugsbereich der zwei grĂ¶ĂŸten Seen der Uckermark, dem Unteruckersee direkt bei der Stadt und dem Oberuckersee sĂŒdlich davon. Im SĂŒdwesten grenzt die Stadt an den Naturpark UckermĂ€rkische Seen, dem drittgrĂ¶ĂŸten der elf brandenburgischen Naturparks. Seine FlĂ€che prĂ€gen nebst dichten WĂ€ldern zahlreiche Rinnenseen, Sölle und Moore. Etwa 600 km ausgeschilderte Wanderwege und 100 km Wasserwege fĂŒhren durch den Naturpark.

Die beeindruckende Landschaft der Uckermark besticht ebenfalls in der zum sĂŒdlich gelegenen Landkreis Barnim gehörenden Schorfheide-Chorin, die 1990 von der UNESCO als BiosphĂ€renreservat anerkannt wurde.

In dem Reservat befinden sich rund 240 Seen. Seinen Kern bildet die Schorfheide – ein zusammenhĂ€ngendes Waldgebiet von etwa 200km2 Ausdehnung, welches Lebensraum vieler vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten ist.  Highlight des BioshĂ€renreservates ist der Grumsiner Wald, der seit 2011 gemeinsam mit vier anderen alten BuchenwĂ€ldern Deutschlands und BuchenurwĂ€ldern der Karpaten zum Weltnaturerbe gehört. Der Grumsin mit rund 2.800 ha und WeltnaturerbeflĂ€che von 590ha ist ein Bestandteil des grĂ¶ĂŸten zusammenhĂ€ngenden Tieflandbuchenwaldes der Welt.

Backsteingotik und Feldsteinkirchen

Obwohl Prenzlau am Ende des Zweiten Weltkrieges nahezu vollstĂ€ndig zerstört wurde, lassen sich hier noch viele Spuren des historischen Lebens entdecken. Die Stadt verfĂŒgte im Mittelalter ĂŒber zahlreiche Kirchen, zu denen auch die Dominikanerklosterkirche „Zum Heiligen Kreuz“ gehörte. Die mittelalterlichen Kirchen der Stadt waren stark beschĂ€digt und wurden ab den 1950er Jahren wieder aufgebaut oder als Ruinen konserviert. Sie können heute alle besichtigt werden. Die Hauptpfarrkirche St. Marien – eine dreischiffige Hallenkirche mit Doppelturmfront im Westen und beeindruckendem Maßwerk an der Ostwand – ist im April 1945 bis auf die Umfassungsmauern ausgebrannt.  Nachdem man sie seit den 1970er Jahren sukzessive wieder in Stand gesetzt und restauriert hat, ist sie heute wieder das Wahrzeichen der Stadt und fraglos eines der wichtigsten Beispiele der norddeutschen Backsteingotik. DarĂŒber hinaus beeindrucken Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem Steintorturm, dem Blindower Tor und dem Mitteltor sowie dem Hexen- und Pulverturm die Besucher.

Auch in der nĂ€heren Umgebung Prenzlaus kommen historisch interessierte auf ihre Kosten. Zahlreiche der fĂŒr die Uckermark typischen Dorfkirchen aus Feldstein des 13. und frĂŒhen 14. Jahrhunderts sind hier erhalten. Schöne Bauten findet man beispielsweise in den Orten Dedelow, Gramzow  – hier auch die Klosterruine – Schwaneberg und Briest.

Malerisch und mahnend: Templin, Lychen und RavensbrĂŒck

Gut erreichbar sind von Prenzlau aus Templin mit seiner historischen Altstadt und Lychen mit der nahegelegenen ehemaligen Zisterzienserabtei Himmelpfort. Beide StĂ€dte verdanken ihre Entstehung der besonderen Lage an StraßenpĂ€ssen zwischen den zahlreichen Seen in einer im Mittelalter politisch und strategisch wichtigen Landschaft. In beiden blieben historische Stadtstrukturen und große Teile der Bebauung erhalten. Templin verzaubert mit seiner regelmĂ€ĂŸigen, auf eine Neuplanung nach dem Stadtbrand von 1734 zurĂŒckgehenden StraßenfĂŒhrung und FachwerkhĂ€usern aus dieser Zeit sowie mit der mĂ€chtigen Feldsteinstadtmauer aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem Weg nach Lychen lohnt ein Zwischenstopp in der Stadt Boitzenburg. Hier kann man das auf einer Insel mitten in einem Landschaftspark gelegene barocke Schloss bewundern, das sich seit 1528 im Besitz der Familie von Arnim befand. Die Anlage geht auf eine Grenzburg zurĂŒck, die nach 1252 entstanden war und 1276 das erste Mal urkundlich erwĂ€hnt wurde. In der NĂ€he der kleinen Stadt kann man Ruinen des Zisterzienserklosters Boitzenburg besichtigen.

Sieht man auch den meisten Orten die schwerwiegende Geschichte des 20. Jahrhunderts an, so wird sie nirgends so spĂŒrbar, wie im ehemaligen Konzentrationslager RavensbrĂŒck in der NĂ€he der Stadt FĂŒrstenberg an der Havel. Das Lager, das im Zweiten Weltkrieg als Frauen-Arbeitslager fungierte, ist heute GedenkstĂ€tte und Museum.

Quellen - Bitte hier klicken

  • BadstĂŒbner, Ernst: Brandenburg. Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder. Köln 22000.
  • Enders, Lieselott: Die Uckermark. Geschichte einer kurmĂ€rkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs 28). Berlin 22008; Neitmann, Klaus/Schich, Winfried (Hrsg.): Geschichte der Stadt Prenzlau. Horb am Necker 2009
  • Schich, Winfried: Prenzlau von der Stadtwerdung bis zum Ende der Askanierherrschaft (von der zweiten HĂ€lfte des 12. Jahrhunderts bis 1320). In: Neitmann, Klaus/Schich, Winfried (Hrsg.): Geschichte der Stadt Prenzlau. Horb am Necker 2009, S. 27–62.
  • Ministerium fĂŒr Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (Hrsg.): Naturpark UckermĂ€rkische Seen. 2011, veröffentlicht im Internet, URL: http://www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.323695.de, (Stand: 2011, Abfrage: 25.02.11).
  • Ministerium fĂŒr Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (Hrsg.): BiosphĂ€renreservat Schorfheide-Chorin. 2011, veröffentlicht im Internet, URL: http://www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.323682.de, (Stand: 2011, Abfrage: 25.02.11).

Touristisches Angebot

Museum und Kulturzentrum

Das ehemalige Dominikanerkloster ist fester Bestandteil und Zentrum des kulturellen Lebens in Prenzlau. Die Anlage beherbergt das Kulturgeschichtliche Museum Prenzlau, das mit wechselnden Themenausstellungen und der Dauerausstellung zur Kulturgeschichte von Stadt und Region aufwartet. Gezeigt werden u.a. zahlreiche Objekte aus den Ausgrabungen im wĂŒsten Zisterzienserinnenkloster Seehausen. Die Ausstellung ĂŒber Seehausen dokumentiert auf eine ganz besondere Weise viele Bereiche des klösterlichen Alltags, denn ein betrĂ€chtlicher Teil der materiellen Kultur gelangte – vermutlich wĂ€hrend des Klosterbrandes 1445 und bei der Auflösung im Zuge der Reformation 1542/43 – in den Oberuckersee. Dank der guten Erhaltungsbedingungen unter Wasser konnten nicht nur zahlreiche KeramikgefĂ€ĂŸe, Keramikspielzeug, sondern vor allem GegenstĂ€nde aus organischen Materialien, wie Holz, Knochen und Leder bis ins unsere Zeit ĂŒberdauern.

Neben der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv finden auch das Veranstaltungszentrum „Kulturarche“ und die „KlosterLadenGalerie mit dem KlostercafĂ©â€œ, eine Galerie fĂŒr bildende Kunst, die besonders oft uckermĂ€rkische KĂŒnstler unterstĂŒtzt und ausstellt, ihren Platz in der ehemaligen Klosteranlage. Das Kulturzentrum organisiert Konzerte und TheaterauffĂŒhrungen, von den einige regelmĂ€ĂŸig angeboten werden. Dazu gehören der „Kultursommer im Klostergarten“ in den Monaten Juni bis September, die „Groschenkonzerte“ mit dem Preußischen Kammerorchester und der „Advent im Kloster“ Anfang Dezember.

Spaziergang durch die Stadt

Die Besichtigung des ehemaligen Dominikanerklosters kann man mit einem Spaziergang auf dem 3 km langen „Stadtmauerweg“ abrunden und so die Stadt auf sich wirken lassen. Der ausgeschilderte Rundweg fĂŒhrt an der Stadtmauer entlang und verlĂ€uft u.a. am Stadtpark, am Unteruckersee und dem nach dem historischen Vorbild wieder aufgebauten Stadtviertel Sternberg, dem Standort der 1938 wĂ€hrend der Reichspogromnacht zerstörten Synagoge vorbei. An die ehemalige Synagoge erinnert hier eine Gedenktafel.

Auch die zahlreichen Kirchen und Kirchenruinen Prenzlaus, vor allem die Hauptpfarrkirche St. Marien, lohnen einen Besuch. Im Sommer können die FronttĂŒrme der Kirche bestiegen und als Aussichtspunkte genutzt werden. Sie bieten mit ihren Höhen von 64 und 68m einen hervorragenden Blick ĂŒber die Stadt und die umliegende Landschaft. Von Mai bis September kann man sich in Prenzlau jeden Samstag einer organisierten StadtfĂŒhrung anschließen.

Mit dem Rad, mit dem Schiff oder zu Fuß

Wer nach der starken Dosis Geschichte und Kultur mehr Verlangen nach Naturerlebnissen hat, wird ebenfalls nicht enttĂ€uscht. Die seenreiche Landschaft um Prenzlau ist ein ideales Erholungsgebiet und sehr gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden. Möglich sind auch SchiffsausflĂŒge auf den Uckerseen und den VerbindungskanĂ€len, beispielsweise mit dem Fahrgastschiff „Onkel Albert“. Sie erlauben es nicht nur, unvergessliche EindrĂŒcke zu sammeln, sondern lassen sich auch mit Wanderungen oder Fahrradtouren kombinieren. Auch fĂŒr WassersportaktivitĂ€ten, von Schwimmen bis Kanu fahren oder Surfen gibt es in Prenzlau und in der Umgebung zahlreiche Möglichkeiten.

Sowohl das Dominikanerkloster als auch die Stadt Prenzlau verfĂŒgen ĂŒber InformationsbĂŒros fĂŒr Besucher, die mit RatschlĂ€gen zu allen touristischen Themen dienen und weiteren Service, wie die Organisation von FĂŒhrungen und Ticketverkauf fĂŒr die Kulturveranstaltungen, anbieten.

FĂŒr das leibliche Wohl der Besucher wird in der Stadt und in der Umgebung gut gesorgt. So kann man aus einem großen Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten von der einfachen Herberge bis zum anspruchsvollen Hotel wĂ€hlen. VielfĂ€ltig ist auch das Restaurantangebot mit CafĂ©s, Pubs, LandgasthĂ€usern, GaststĂ€tten und gehobenen Hotelrestaurants.

Die Stadt kann sowohl mit der Regionalbahn (RE 3 Elsterwerda-Stralsund) und einem InterCity (Berlin-Stralsund), als auch mit dem Auto von der A11 und der A20, sowie der B198 und der B109 erreicht werden.

Quellen - Bitte hier klicken

  • BadstĂŒbner, Ernst: Brandenburg. Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder. Köln 22000.
  • Jaitner, Ralf/Kohn, Gerhard: Ein wĂŒstes Zisterzienserinnenkloster bei Seehausen in der Uckermark. Prenzlau 1996.
  • Neininger, Falko: Prenzlau. Dominikaner. In: Heimann, Heinz-Dieter/Neitmann, Klaus/Schich, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 978–981.
  • prenzlau-tourismus.de

Geschichte

Reichtum und Not

Als Markgraf Johann I. 1250 die Uckermark von den Pommern ĂŒbertragen bekommen hatte, bedurfte das Gebiet neuer Strukturen, welche die Brandenburgische Herrschaft konsolidierten. Die geistige und politische Macht der Orden und Klöster war in dieser Hinsicht nicht zu unterschĂ€tzen. Der Markgraf bevorzugte offensichtlich die Dominikaner, die er gleichzeitig auch in Pasewalk ansiedelte.

Obwohl die Dominikaner dem Markgrafen eine KlostergrĂŒndung in Prenzlau zugesagt hatten, dauerte es noch bis 1275, bevor die ersten Mönche in der Stadt ankamen. Als GrĂŒnder und Stifter des Klosters gilt – wenn auch urkundlich nicht belegt – Markgraf Johann II., der nach dem Tod von Johann I. zusammen mit seinen BrĂŒdern Otto IV. und Konrad herrschte.

Der Konvent war bereits 1308 eines der reichsten Dominikanerklöster in der Mark, auch wenn dem Kloster nur ein Hof in Klinkow als grĂ¶ĂŸerer Landbesitz zugeordnet werden kann. Durch Schenkungen und Memorialstiftungen erhielten die Mönche mehrere HĂ€user und GrundstĂŒcke in Prenzlau sowie kleinere Höfe und ZinseinkĂŒnfte aus umliegenden Dörfern. FĂŒr durchaus höhere EinkĂŒnfte des Klosters spricht ein Kredit, den die Gemeinschaft noch 1429 der Stadt gewĂ€hrte. 1519 erlitt das Kloster einen Brandschaden, was wohl seine wirtschaftliche Situation beeinflusste. Infolge dessen musste der Hof in Klinkow an die Stadt verpfĂ€ndet werden. Ob sich die Gemeinschaft bis zu der 1545 folgenden SĂ€kularisierung aus der wirtschaftlichen Not herausarbeiten konnte, ist nicht bekannt.

Politisches Wirken

Dass die Prenzlauer Dominikaner in ihrer Wirkungszeit einen Anteil am politischen und wirtschaftlichen Leben der Stadt und der Mark hatten, ist nicht zu bezweifeln. Anhand der zur VerfĂŒgung stehenden Dokumente ist es jedoch schwer zu beurteilen, wie stark sie involviert waren. 1419 war das Kloster beispielsweise Ort einer Schlichtung und der Versöhnung zwischen Heinrich von Blankenburg zu Bietikow und einem der Ermordung seines Bruders beschuldigten BĂŒrgers der Stadt Prenzlau. Denkbar ist, dass der Orden dabei eine Vermittlerrolle spielte.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Dominikaner in den mÀrkischen Prozessen gegen als Ketzer geltende Waldenser tÀtig waren. Die Prozessakten aus den Jahren 1392 bis 1394 wurden zwar im Kloster deponiert, alles Weitere ist jedoch nicht nachweisbar.

1544 wurde das Kloster auf Geheiß des KurfĂŒrsten Joachim II. enteignet und der Stadt zur VerfĂŒgung gestellt. 1545 ĂŒbergab der letzte Prior BartholomĂ€us Merter den Dominikanersitz – in dem nun ein stĂ€dtisches Hospital eingerichtet werden sollte – dem KurfĂŒrsten.

Nach der Reformation

Die KlostergebĂ€ude wurden bis 1989 unterschiedlich genutzt. Sie beherbergten in Laufe der Jahrhunderte ein Hospital, die stĂ€dtische MĂŒnzprĂ€gestĂ€tte, Mietswohnungen, einen katholischen Gottesdienstsaal und seit 1828 ebenfalls das Prenzlauer Armenhaus samt Armenschule und -kĂŒche, das GefĂ€ngnis sowie das Stadtkrankenhaus. Die Klosterkirche fungierte seit 1577 als Pfarrkirche St. Nikolai.

Seit 1930 ist im Kloster das UckermĂ€rkische Museum untergebracht. 1945 wurden Teile der Sammlung des Museums ausgelagert und kehrten erst 1987 an ihren ursprĂŒnglichen Ort zurĂŒck. Nach dem Krieg konnte 1957 die Museumsarbeit in den KlosterrĂ€umen wieder aufgenommen werden. Seit 1989 gestaltete man den gesamten Klosterkomplex zu einer Kultureinrichtung um. Heute ist das Kloster u.a. Sitz des Kulturgeschichtlichen Museums Prenzlau.

Quellen - Bitte hier klicken

  • Enders, Lieselott: Die Uckermark. Geschichte einer kurmĂ€rkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs 28). Berlin 22008.
  • Neininger, Falko: Prenzlau. Dominikaner. In: Heimann, Heinz-Dieter/Neitmann, Klaus/Schich, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 978–981.
  • Schich, Winfried: Prenzlau von der Stadtwerdung bis zum Ende der Askanierherrschaft (von der zweiten HĂ€lfte des 12. Jahrhunderts bis 1320). In: Neitmann, Klaus/Schich, Winfried (Hrsg.): Geschichte der Stadt Prenzlau. Horb am Necker 2009, S. 27–62.
  • Theil, JĂŒrgen: Prenzlauer Stadtlexikon und Geschichte in Daten (Arbeiten des UckermĂ€rkischen Geschichtsvereins zu Prenzlau 7). Prenzlau 2005.

Ornamente der Stille

Grußkarten aus dem KLOSTERLAND.

Sehr ungewöhnlich und höchst kreativ war die AnnĂ€herung der Designstudentin Carolin Libuda an die fĂŒr sie fremde Lebenswelt eines Klosters. Sie ließ sich auf ihrer Entdeckungsreise von den Farben und Formen inspirieren:

Ihre Motive – die “Ornamente der Stille” fĂŒr KLOSTERLAND – entstehen durch die Kombination einer charakteristischen Farbe und einer prĂ€genden Form des jeweiligen Klosters.

Die symboltrĂ€chtigsten Formen verstecken sich manches Mal im Mauerwerk oder den Kirchenfenstern, manchmal offenbaren sie sich auch in der Gartenanlage oder den Fußbodenfliesen.

FĂŒr jedes Mitgliedskloster des Vereins entwirft die junge Designerin ein ganz eigenes Muster. Der Verein produziert daraus “Grußkarten aus dem Klosterland” als Mitbringsel aus dem Klostershop und schönen Gruß zu jedem Anlass.

Lesen Sie hier, wie die Ornamente entstehen (Produktentwicklung)

Und erfahren Sie hier, wo Sie die Grußkarten kaufen können (Produkte)

Kontakt

Dominikanerkloster Prenzlau
Uckerwiek 813
17291 Prenzlau

Telefon +49 (0)3984 752241
E-Mail prenzlau@klosterland.de
Internet www.dominikanerkloster-prenzlau.de
Weitere Infos: Das Kloster ist barrierefrei.

Lage