Kloster

Dominikanerkloster Prenzlau

Bild eines Klosters - Dominikanerkloster Prenzlau

Nach der Zustimmung zur Klostergründung 1275 erhielten die Dominikaner für den Bau ihrer Anlage Teile des markgräflichen Hofes am südwestlichen Rand der Altstadt in leicht erhöhter Lage über dem Uckersee. Der Konvent war bereits 1308 eines der reichsten Dominikanerklöster in der Mark. 1519 wurde das Kloster bei einem Brand beschädigt, was seine wirtschaftliche Situation schwächte. Im Zuge der Reformation folgte 1544 die Aufhebung des Klosters.

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Dominikanerkloster Prenzlau

Uckerwiek 813

17291 Prenzlau

Gründungsjahr

1275

Ordenszugehörigkeit

Dominikaner

Klosteranlage

Das Dominikanerkloster wurde in vier Bauphasen von 1275 bis 1500 errichtet. Die 1343 geweihte dreischiffige Hallenkirche und der Klausurbereich bildeten zusammen mit dem Anbau und einem Wirtschaftsgebäude den Kern des Klosters, der vollständig erhalten und renoviert ist. Der Kreuzgang, das Refektorium und die Frauenkapelle mit gotischen Bau- und Schmuckelementen haben ihre stilistischen Wurzeln in den Arbeiten der „Brandenburger Dombauhütte“ und der „Choriner Bauhütte”.

Lage und Umgebung

Prenzlau liegt im Einzugsbereich der zwei größten Seen der Uckermark, dem Ober- und dem Unteruckersee. Die Stadt grenzt an den Naturpark Uckermärkische Seen und das UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Prenzlaus Wahrzeichen ist die dreischiffige Hallenkirche St. Marien mit ihrem doppeltürmigen Westbau. Erhalten sind in der im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstörten Stadt auch Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit Türmen und Wiekhäusern.

Highlights

Die historische Anlage beherbergt heute das Kulturhistorische Museum, das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek und ein Veranstaltungszentrum. Die gotische Klosterkirche beeindruckt durch ihre Drei- und Vierpass-Lanzettfenster und das aufwendige Nordportal. Im Refektorium sind mittelalterliche Wandmalereien zu bewundern. Im Friedgarten finden regelmäßig Konzerte statt und der Klostergarten lädt zum Verweilen ein.

Das ehemalige Dominikanerkloster Prenzlau

Die pommersche Stadt in der Uckermark

Prenzlau, heute Kreisstadt der Uckermark mit ca. 20.000 Einwohnern, stand zur Zeit der Gründung des Dominikanerklosters in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bereits unter der Herrschaft der Brandenburgischen Markgrafen. Es war aus einer slawischen und einer späteren pommerschen Burgsiedlung hervorgegangen und entwickelte sich unter den Pommernfürsten zu einem bedeutenden Handelsplatz, der bereits Ende des 12. Jahrhunderts eine Münzstätte besaß und regen Handel u.a. mit Stettin (Szczecin) trieb. 1234 erhielt die Siedlung Magdeburger Stadtrecht und wurde von Herzog Barnim I. zur freien Stadt erklärt. Dies trug unmittelbar dazu bei, dass Prenzlau zu einer der wichtigsten Städte in der Region wurde, die sowohl wirtschaftlich als auch politisch eine führende Rolle spielten. Dies bestätigen auch die zahlreichen Kirchen und Klöster, die ein Zeichen für eine bedeutende Stellung der Stadtgemeinde

Die Stadt der Bettelorden

Als die Dominikaner nach Prenzlau kamen, stand das religiöse Leben in der Stadt in voller Blüte. Es existierten bereits vier Pfarrkirchen. Die älteste Kirche, St. Sabini, liegt vor dem Mitteltor südwestlich der Altstadt, die Stadtkirche St. Marien auf dem Marktplatz. Ein Benediktinerinnen- und ein Franziskanerkloster wirkten ebenfalls im Stadtgebiet.

Sowohl die Franziskaner als auch die Dominikaner werden als „Bettelorden“ bezeichnet, auch wenn diese vereinfachte Benennung nicht dem Wirkungsgrad der beiden Gemeinschaften gerecht wird. Beide Orden lebten meist von Almosen, ließen sich immer in Städten nieder und widmeten sich der Seelsorge. Obwohl ihre Ansätze ähnlich waren, verfolgten sie letztendlich abweichende Ziele, gingen mit unterschiedlichen Methoden vor und hatten verschiedenartige Ambitionen.

Dominikus, der selbst eine hervorragende theologische Ausbildung genossen und als Mitglied des Augustinerordens eine steile Karriere vor sich gehabt hatte, gründete den Dominikanerorden, die Gemeinschaft der Predigerbrüder (Ordo Fratrum Praedicatorum), um mit dem Wort und gut fundierten Predigten den sich rasch ausbreitenden „ketzerischen“ Lehren, wie etwa der Katharer oder der Waldenser, entgegen zu wirken.

Theologen und Inquisitoren

Die Mönche mit ihren weißen Kapuzenkutten und schwarzen Mänteln waren verpflichtet, sich fortlaufend zu bilden. Der Orden prägte daher zweifellos sowohl das geistige, als auch intellektuelle und politische Leben des hohen und späten Mittelalters. Aus seinen Reihen gingen viele berühmte Persönlichkeiten der Zeit, wie Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Jacobus de Voragine, Bernard Gui und Heinrich von Herford, sowie viele Bischöfe, Kardinäle und einige Päpste hervor.

Nach der Begründung der Inquisition als päpstlicher Behörde 1231 wurde dem Orden von Papst Georg IX. die Kontrolle darüber übertragen. Einerseits sahen die Dominikaner die inquisitorische Tätigkeit nicht als Aufgabe des Ordens an. Viele standen ihr und den angewandten Methoden skeptisch oder sogar ablehnend gegenüber, während die Inquisitoren nicht der Rechtsprechung des Ordens unterstanden und direkt dem Papst verantwortlich waren. Andererseits lässt sich nicht leugnen, dass, neben den Franziskanern, vorrangig die Dominikaner Träger der Ketzer- und der späteren Hexenverfolgungen waren. Dennoch wäre es ein Fehler, den gesamten Orden mit der Inquisition gleichzusetzen und die Tätigkeit der Mönche durch eine Reduktion auf die dunkle Seite ihrer Geschichte zu diskreditieren. Obwohl die märkischen Prozessakten aus den Jahren 1392 bis 1394 im Kloster deponiert wurden, ist nicht bestätigt, ob Prenzlauer Dominikaner als Inquisitoren aktiv tätig waren.

Quellen - Bitte hier klicken

  • Enders, Lieselott: Die Uckermark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs 28). Berlin 2
  • Lohtum, Meinolf: Dominikaner. In: Dinzelbacher, Peter/Hogg, James Lester: Kulturgeschichte der christlichen Orden in Einzeldarstellungen. Stuttgart 1997, S. 117–142.
  • Metzger, Franz/Feuerstein-Praßer, Karin: Die Geschichte des Ordenslebens. Von den Anfängen bis heute. Freiburg u.a. 2006.
  • Neininger, Falko: Prenzlau. Dominikaner. In: Heimann, Heinz-Dieter/Neitmann, Klaus/Schich, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 978–981.
  • Schich, Winfried: Prenzlau von der Stadtwerdung bis zum Ende der Askanierherrschaft (von der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts bis 1320). In: Neitmann, Klaus/Schich, Winfried (Hrsg.): Geschichte der Stadt Prenzlau. Horb am Neckar 2009, S. 27–62.
  • Schulz, Matthias: Die Entwicklung Prenzlaus vom 10. Jh. bis 1722 (Materialien zur Archäologie in Brandenburg 3). Rahden/Westf. 2010.

Die Klosteranlage

Ein Kloster und ein markgräfliches Hof

Die Prenzlauer Dominikaner legten ihre Klosteranlage am südwestlichen Rand der Altstadt, direkt am Steintor, in leicht erhöhter Lage über dem Uckersee an – eine Lage, die nicht nur günstig, sondern auch typisch für Klöster der Bettelorden war. Diese suchten, vor dem Hintergrund ihres Aufgabenspektrums, immer die Nähe der Städte und siedelten gerne innerhalb des Berings oder in den sich entwickelten Quartieren der Neu- und Vorstädte.

Im Zuge archäologischer Grabungen auf dem Klosterareal, die seit den 1990er Jahren durchgeführt wurden, konnte u.a. der Vorgängerbau der Klosteranlage, der askanische Stadthof, freigelegt werden. Nach der Zustimmung zur Klostergründung 1275 hatten die Dominikaner Teile des markgräflichen Hofes übereignet bekommen, während die anderen Gebäude zunächst weiterhin vom Landesherren genutzt wurden.

Die dreischiffige Backsteinhallenkirche, 1343 geweiht, und der Klausurbereich bildeten zusammen mit einem Anbau, der ehemaligen Bibliothek, heute dem Sitz der Superintendentur der Uckermark, und einem Wirtschaftsgebäude den Kern des Klosters, der in vier Bauphasen von 1275 bis um 1500 errichtet wurde.

Der beeindruckende Bau der gotischen Klosterkirche zeichnet sich durch Drei- und Vierpass-Lanzettfenster aus. Das nördliche Kirchenportal mit dem Haupteingang – besonders aufwendig mit Ranken aus Hohlkehlen, Birnstäben und Weinlaub geschmückt – könnte auf die herausragende Ausrichtung zum markgräflichen Hof zurückzuführen sein.

Der Kreuzgang, das Refektorium mit seinen Wandmalereien und die Frauenkapelle mit gotischen Bau- und Schmuckelementen, die ihre stilistischen Wurzeln sowohl in den Arbeiten der Brandenburger Dombauhütte als auch der Choriner Bauhütte haben, gehören zu den sehenswertesten Beispielen der Backsteingotik.

Aborterker und Heizung – das klösterliche Leben

Viele der Bauelemente sind nicht nur kunstgeschichtlich wertvoll, sondern geben auch Einblick in das alltägliche Klosterleben. So ist südlich des Klosters noch heute ein turmartiges Gebäude in der Stadtmauer zu sehen, das den Mönchen als Abtritt gedient hatte. Solche oft außerhalb der Mauer gelegenen Latrinentürme gibt es auch auf Burgen. Klöster erfüllten mit ihren Abortanlagen jedoch eine Vorbildfunktion.

Auf die persönliche Körperhygiene, darunter nicht nur regelmäßiges Baden, sondern auch gründliches Abputzen und Händewaschen nach der Verrichtung der Notdurft, wurde in den Klosterordnungen großer Wert gelegt. Die Lage der Abtritte unterlag praktischen Gegebenheiten. Lag der Abort außerhalb der Anlage, konnte man die unangenehmen Gerüche fern halten und die Säuberung der Fäkaliengrube einfacher durchführen. In zahlreichen Klöstern baute man Aborterker direkt über fließendem Wasser, so dass die Fäkalien weggespült wurden. War dies nicht möglich – was in Prenzlau offensichtlich der Fall war – brachte man unterhalb der Öffnung einen hölzernen Schacht an, um die Verschmutzung der Mauer und der direkten Umgebung zu vermeiden.

Sowohl im Süd- als auch im Westflügel der Prenzlauer Klausuranlage gab es Warmluftheizungen. Solche Anlagen sind in mittelalterlichen Klöstern keine Seltenheit. Sie zeugen von einem höheren Lebensstandard, den sich nicht jeder Adlige in seiner Burg leisten konnte. Ältere Klöster mussten sich oft mit einem gemeinschaftlichen Wärmeraum, dem sogenannten calefactorium begnügen. Eine Warmluftheizung bestand in der Regel aus einem Feuerraum, auf dessen Gewölbebögen eine Packung von Feldsteinen die Hitze speicherte. Von den heißen Steinen strömte erhitzte Luft durch Luftkanäle in die darüber liegenden Räume. Es wird vermutet, dass wir den Klöstern die Erfindung dieser Technik verdanken. In wie weit jedoch die Mönche sich dabei die Prinzipien des römischen hypocaustum zu eigen gemacht haben, ist nicht geklärt.

Quellen - Bitte hier klicken

  • Diller, Stephan/Genschow, Cäcilia/Lindow, Annegret: Dominikanerkloster Prenzlau. (DKV-Kunstführer 499). München 22009.
  • Hillebrand, Katja: Prenzlau. Dominikaner. Aufbau der Klosteranlage. In: Heimann, Heinz-Dieter/Neitmann, Klaus/Schich, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 981–983.
  • Meckseper, Cord: Wärmequellen. In: Deutsche Burgenvereinigung e.V. (Hrsg.): Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch, Bd. 1 Bauformen und Entwicklung. Stuttgart 1999, S. 295–299.
  • Schulz, Matthias: Die Entwicklung Prenzlaus vom 10. Jh. bis 1727 (Materialien zur Archäologie in Brandenburg 3). Rahden/Westf. 2010.
  • Zeune, Joachim: Burgen. Symbole der Macht. Ein neues Bild der mittelalterlichen Burg. Regensburg 1996.
  • Zimmermann, Gerd: Ordensleben und Lebensstandard. Die Cura Corporis in den Ordensvorschriften des abendländischen Hochmittelalters. Unveränderter Nachdruck zum 75. Geburtstag herausgegeben von Ulrich Knefelkamp. Berlin 1999.

Lage und Umgebung

Die Landschaft der Uckermark

Die im Norden der Uckermark gelegene Stadt Prenzlau wird oft als nördliches Tor zu einer der reizvollsten Landschaften Brandenburgs bezeichnet. Die Anziehungskraft übt die Gegend vor allem durch ihre weite, leicht hügelige und dünn besiedelte Landschaft aus. Der Fluss Uecker, ihr Namensgeber, teilt mit seinem Tal die Hochfläche der seenreichen Landschaft. Die meisten der über 400 Seen entstanden am Ende der letzten Eiszeit vor über 15.000 Jahren. Zahlreiche Findlinge im Landschaftsbild zeugen von den Gletscherbewegungen. Mit einer Fläche von 3058 km2 ist die Uckermark einer der größten Landkreise Deutschlands und verfügt über rund 62 ausgewiesene Naturschutzgebiete, die eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt beherbergen.

Prenzlau liegt im Einzugsbereich der zwei größten Seen der Uckermark, dem Unteruckersee direkt bei der Stadt und dem Oberuckersee südlich davon. Im Südwesten grenzt die Stadt an den Naturpark Uckermärkische Seen, dem drittgrößten der elf brandenburgischen Naturparks. Seine Fläche prägen nebst dichten Wäldern zahlreiche Rinnenseen, Sölle und Moore. Etwa 600 km ausgeschilderte Wanderwege und 100 km Wasserwege führen durch den Naturpark.

Die beeindruckende Landschaft der Uckermark besticht ebenfalls in der zum südlich gelegenen Landkreis Barnim gehörenden Schorfheide-Chorin, die 1990 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt wurde.

In dem Reservat befinden sich rund 240 Seen. Seinen Kern bildet die Schorfheide – ein zusammenhängendes Waldgebiet von etwa 200km2 Ausdehnung, welches Lebensraum vieler vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten ist.  Highlight des Bioshärenreservates ist der Grumsiner Wald, der seit 2011 gemeinsam mit vier anderen alten Buchenwäldern Deutschlands und Buchenurwäldern der Karpaten zum Weltnaturerbe gehört. Der Grumsin mit rund 2.800 ha und Weltnaturerbefläche von 590ha ist ein Bestandteil des größten zusammenhängenden Tieflandbuchenwaldes der Welt.

Backsteingotik und Feldsteinkirchen

Obwohl Prenzlau am Ende des Zweiten Weltkrieges nahezu vollständig zerstört wurde, lassen sich hier noch viele Spuren des historischen Lebens entdecken. Die Stadt verfügte im Mittelalter über zahlreiche Kirchen, zu denen auch die Dominikanerklosterkirche „Zum Heiligen Kreuz“ gehörte. Die mittelalterlichen Kirchen der Stadt waren stark beschädigt und wurden ab den 1950er Jahren wieder aufgebaut oder als Ruinen konserviert. Sie können heute alle besichtigt werden. Die Hauptpfarrkirche St. Marien – eine dreischiffige Hallenkirche mit Doppelturmfront im Westen und beeindruckendem Maßwerk an der Ostwand – ist im April 1945 bis auf die Umfassungsmauern ausgebrannt.  Nachdem man sie seit den 1970er Jahren sukzessive wieder in Stand gesetzt und restauriert hat, ist sie heute wieder das Wahrzeichen der Stadt und fraglos eines der wichtigsten Beispiele der norddeutschen Backsteingotik. Darüber hinaus beeindrucken Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem Steintorturm, dem Blindower Tor und dem Mitteltor sowie dem Hexen- und Pulverturm die Besucher.

Auch in der näheren Umgebung Prenzlaus kommen historisch interessierte auf ihre Kosten. Zahlreiche der für die Uckermark typischen Dorfkirchen aus Feldstein des 13. und frühen 14. Jahrhunderts sind hier erhalten. Schöne Bauten findet man beispielsweise in den Orten Dedelow, Gramzow  – hier auch die Klosterruine – Schwaneberg und Briest.

Malerisch und mahnend: Templin, Lychen und Ravensbrück

Gut erreichbar sind von Prenzlau aus Templin mit seiner historischen Altstadt und Lychen mit der nahegelegenen ehemaligen Zisterzienserabtei Himmelpfort. Beide Städte verdanken ihre Entstehung der besonderen Lage an Straßenpässen zwischen den zahlreichen Seen in einer im Mittelalter politisch und strategisch wichtigen Landschaft. In beiden blieben historische Stadtstrukturen und große Teile der Bebauung erhalten. Templin verzaubert mit seiner regelmäßigen, auf eine Neuplanung nach dem Stadtbrand von 1734 zurückgehenden Straßenführung und Fachwerkhäusern aus dieser Zeit sowie mit der mächtigen Feldsteinstadtmauer aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem Weg nach Lychen lohnt ein Zwischenstopp in der Stadt Boitzenburg. Hier kann man das auf einer Insel mitten in einem Landschaftspark gelegene barocke Schloss bewundern, das sich seit 1528 im Besitz der Familie von Arnim befand. Die Anlage geht auf eine Grenzburg zurück, die nach 1252 entstanden war und 1276 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. In der Nähe der kleinen Stadt kann man Ruinen des Zisterzienserklosters Boitzenburg besichtigen.

Sieht man auch den meisten Orten die schwerwiegende Geschichte des 20. Jahrhunderts an, so wird sie nirgends so spürbar, wie im ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück in der Nähe der Stadt Fürstenberg an der Havel. Das Lager, das im Zweiten Weltkrieg als Frauen-Arbeitslager fungierte, ist heute Gedenkstätte und Museum.

Quellen - Bitte hier klicken

  • Badstübner, Ernst: Brandenburg. Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder. Köln 22000.
  • Enders, Lieselott: Die Uckermark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs 28). Berlin 22008; Neitmann, Klaus/Schich, Winfried (Hrsg.): Geschichte der Stadt Prenzlau. Horb am Necker 2009
  • Schich, Winfried: Prenzlau von der Stadtwerdung bis zum Ende der Askanierherrschaft (von der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts bis 1320). In: Neitmann, Klaus/Schich, Winfried (Hrsg.): Geschichte der Stadt Prenzlau. Horb am Necker 2009, S. 27–62.
  • Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (Hrsg.): Naturpark Uckermärkische Seen. 2011, veröffentlicht im Internet, URL: http://www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.323695.de, (Stand: 2011, Abfrage: 25.02.11).
  • Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (Hrsg.): Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. 2011, veröffentlicht im Internet, URL: http://www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.323682.de, (Stand: 2011, Abfrage: 25.02.11).

Touristisches Angebot

Museum und Kulturzentrum

Das ehemalige Dominikanerkloster ist fester Bestandteil und Zentrum des kulturellen Lebens in Prenzlau. Die Anlage beherbergt das Kulturgeschichtliche Museum Prenzlau, das mit wechselnden Themenausstellungen und der Dauerausstellung zur Kulturgeschichte von Stadt und Region aufwartet. Gezeigt werden u.a. zahlreiche Objekte aus den Ausgrabungen im wüsten Zisterzienserinnenkloster Seehausen. Die Ausstellung über Seehausen dokumentiert auf eine ganz besondere Weise viele Bereiche des klösterlichen Alltags, denn ein beträchtlicher Teil der materiellen Kultur gelangte – vermutlich während des Klosterbrandes 1445 und bei der Auflösung im Zuge der Reformation 1542/43 – in den Oberuckersee. Dank der guten Erhaltungsbedingungen unter Wasser konnten nicht nur zahlreiche Keramikgefäße, Keramikspielzeug, sondern vor allem Gegenstände aus organischen Materialien, wie Holz, Knochen und Leder bis ins unsere Zeit überdauern.

Neben der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv finden auch das Veranstaltungszentrum „Kulturarche“ und die „KlosterLadenGalerie mit dem Klostercafé“, eine Galerie für bildende Kunst, die besonders oft uckermärkische Künstler unterstützt und ausstellt, ihren Platz in der ehemaligen Klosteranlage. Das Kulturzentrum organisiert Konzerte und Theateraufführungen, von den einige regelmäßig angeboten werden. Dazu gehören der „Kultursommer im Klostergarten“ in den Monaten Juni bis September, die „Groschenkonzerte“ mit dem Preußischen Kammerorchester und der „Advent im Kloster“ Anfang Dezember.

Spaziergang durch die Stadt

Die Besichtigung des ehemaligen Dominikanerklosters kann man mit einem Spaziergang auf dem 3 km langen „Stadtmauerweg“ abrunden und so die Stadt auf sich wirken lassen. Der ausgeschilderte Rundweg führt an der Stadtmauer entlang und verläuft u.a. am Stadtpark, am Unteruckersee und dem nach dem historischen Vorbild wieder aufgebauten Stadtviertel Sternberg, dem Standort der 1938 während der Reichspogromnacht zerstörten Synagoge vorbei. An die ehemalige Synagoge erinnert hier eine Gedenktafel.

Auch die zahlreichen Kirchen und Kirchenruinen Prenzlaus, vor allem die Hauptpfarrkirche St. Marien, lohnen einen Besuch. Im Sommer können die Fronttürme der Kirche bestiegen und als Aussichtspunkte genutzt werden. Sie bieten mit ihren Höhen von 64 und 68m einen hervorragenden Blick über die Stadt und die umliegende Landschaft. Von Mai bis September kann man sich in Prenzlau jeden Samstag einer organisierten Stadtführung anschließen.

Mit dem Rad, mit dem Schiff oder zu Fuß

Wer nach der starken Dosis Geschichte und Kultur mehr Verlangen nach Naturerlebnissen hat, wird ebenfalls nicht enttäuscht. Die seenreiche Landschaft um Prenzlau ist ein ideales Erholungsgebiet und sehr gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden. Möglich sind auch Schiffsausflüge auf den Uckerseen und den Verbindungskanälen, beispielsweise mit dem Fahrgastschiff „Onkel Albert“. Sie erlauben es nicht nur, unvergessliche Eindrücke zu sammeln, sondern lassen sich auch mit Wanderungen oder Fahrradtouren kombinieren. Auch für Wassersportaktivitäten, von Schwimmen bis Kanu fahren oder Surfen gibt es in Prenzlau und in der Umgebung zahlreiche Möglichkeiten.

Sowohl das Dominikanerkloster als auch die Stadt Prenzlau verfügen über Informationsbüros für Besucher, die mit Ratschlägen zu allen touristischen Themen dienen und weiteren Service, wie die Organisation von Führungen und Ticketverkauf für die Kulturveranstaltungen, anbieten.

Für das leibliche Wohl der Besucher wird in der Stadt und in der Umgebung gut gesorgt. So kann man aus einem großen Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten von der einfachen Herberge bis zum anspruchsvollen Hotel wählen. Vielfältig ist auch das Restaurantangebot mit Cafés, Pubs, Landgasthäusern, Gaststätten und gehobenen Hotelrestaurants.

Die Stadt kann sowohl mit der Regionalbahn (RE 3 Elsterwerda-Stralsund) und einem InterCity (Berlin-Stralsund), als auch mit dem Auto von der A11 und der A20, sowie der B198 und der B109 erreicht werden.

Quellen - Bitte hier klicken

  • Badstübner, Ernst: Brandenburg. Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder. Köln 22000.
  • Jaitner, Ralf/Kohn, Gerhard: Ein wüstes Zisterzienserinnenkloster bei Seehausen in der Uckermark. Prenzlau 1996.
  • Neininger, Falko: Prenzlau. Dominikaner. In: Heimann, Heinz-Dieter/Neitmann, Klaus/Schich, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 978–981.
  • prenzlau-tourismus.de

Geschichte

Reichtum und Not

Als Markgraf Johann I. 1250 die Uckermark von den Pommern übertragen bekommen hatte, bedurfte das Gebiet neuer Strukturen, welche die Brandenburgische Herrschaft konsolidierten. Die geistige und politische Macht der Orden und Klöster war in dieser Hinsicht nicht zu unterschätzen. Der Markgraf bevorzugte offensichtlich die Dominikaner, die er gleichzeitig auch in Pasewalk ansiedelte.

Obwohl die Dominikaner dem Markgrafen eine Klostergründung in Prenzlau zugesagt hatten, dauerte es noch bis 1275, bevor die ersten Mönche in der Stadt ankamen. Als Gründer und Stifter des Klosters gilt – wenn auch urkundlich nicht belegt – Markgraf Johann II., der nach dem Tod von Johann I. zusammen mit seinen Brüdern Otto IV. und Konrad herrschte.

Der Konvent war bereits 1308 eines der reichsten Dominikanerklöster in der Mark, auch wenn dem Kloster nur ein Hof in Klinkow als größerer Landbesitz zugeordnet werden kann. Durch Schenkungen und Memorialstiftungen erhielten die Mönche mehrere Häuser und Grundstücke in Prenzlau sowie kleinere Höfe und Zinseinkünfte aus umliegenden Dörfern. Für durchaus höhere Einkünfte des Klosters spricht ein Kredit, den die Gemeinschaft noch 1429 der Stadt gewährte. 1519 erlitt das Kloster einen Brandschaden, was wohl seine wirtschaftliche Situation beeinflusste. Infolge dessen musste der Hof in Klinkow an die Stadt verpfändet werden. Ob sich die Gemeinschaft bis zu der 1545 folgenden Säkularisierung aus der wirtschaftlichen Not herausarbeiten konnte, ist nicht bekannt.

Politisches Wirken

Dass die Prenzlauer Dominikaner in ihrer Wirkungszeit einen Anteil am politischen und wirtschaftlichen Leben der Stadt und der Mark hatten, ist nicht zu bezweifeln. Anhand der zur Verfügung stehenden Dokumente ist es jedoch schwer zu beurteilen, wie stark sie involviert waren. 1419 war das Kloster beispielsweise Ort einer Schlichtung und der Versöhnung zwischen Heinrich von Blankenburg zu Bietikow und einem der Ermordung seines Bruders beschuldigten Bürgers der Stadt Prenzlau. Denkbar ist, dass der Orden dabei eine Vermittlerrolle spielte.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Dominikaner in den märkischen Prozessen gegen als Ketzer geltende Waldenser tätig waren. Die Prozessakten aus den Jahren 1392 bis 1394 wurden zwar im Kloster deponiert, alles Weitere ist jedoch nicht nachweisbar.

1544 wurde das Kloster auf Geheiß des Kurfürsten Joachim II. enteignet und der Stadt zur Verfügung gestellt. 1545 übergab der letzte Prior Bartholomäus Merter den Dominikanersitz – in dem nun ein städtisches Hospital eingerichtet werden sollte – dem Kurfürsten.

Nach der Reformation

Die Klostergebäude wurden bis 1989 unterschiedlich genutzt. Sie beherbergten in Laufe der Jahrhunderte ein Hospital, die städtische Münzprägestätte, Mietswohnungen, einen katholischen Gottesdienstsaal und seit 1828 ebenfalls das Prenzlauer Armenhaus samt Armenschule und -küche, das Gefängnis sowie das Stadtkrankenhaus. Die Klosterkirche fungierte seit 1577 als Pfarrkirche St. Nikolai.

Seit 1930 ist im Kloster das Uckermärkische Museum untergebracht. 1945 wurden Teile der Sammlung des Museums ausgelagert und kehrten erst 1987 an ihren ursprünglichen Ort zurück. Nach dem Krieg konnte 1957 die Museumsarbeit in den Klosterräumen wieder aufgenommen werden. Seit 1989 gestaltete man den gesamten Klosterkomplex zu einer Kultureinrichtung um. Heute ist das Kloster u.a. Sitz des Kulturgeschichtlichen Museums Prenzlau.

Quellen - Bitte hier klicken

  • Enders, Lieselott: Die Uckermark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs 28). Berlin 22008.
  • Neininger, Falko: Prenzlau. Dominikaner. In: Heimann, Heinz-Dieter/Neitmann, Klaus/Schich, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 978–981.
  • Schich, Winfried: Prenzlau von der Stadtwerdung bis zum Ende der Askanierherrschaft (von der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts bis 1320). In: Neitmann, Klaus/Schich, Winfried (Hrsg.): Geschichte der Stadt Prenzlau. Horb am Necker 2009, S. 27–62.
  • Theil, Jürgen: Prenzlauer Stadtlexikon und Geschichte in Daten (Arbeiten des Uckermärkischen Geschichtsvereins zu Prenzlau 7). Prenzlau 2005.

Kontakt

Dominikanerkloster Prenzlau
Uckerwiek 813
17291 Prenzlau

Telefon +49 (0)3984 752241
E-Mail prenzlau@klosterland.de
Internet www.dominikanerkloster-prenzlau.de
Weitere Infos: Das Kloster ist barrierefrei.

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