Kloster

zurĂŒck zur Übersicht

Zisterzienserkloster Marienwalde

1. Allgemein

Ortsname
Marienwalde
Institution des Mitglieds
keine Angaben
Arten Mitarbeitende in Tourismus und Kultur
keine Angaben
HaupteigentĂŒmer*In auf dem KlostergelĂ€nde
keine Angaben
Weitere EigentĂŒmer*Innen auf dem KlostergelĂ€nde
keine Angaben

2. Geschichte

GrĂŒndungsjahr
keine Angaben
GrĂŒndungsorden
Zisterzienser
Auflösung
keine Angaben
Jahr der Auflösung
keine Angaben
Fand eine Wiederbesiedlung statt?
keine Angaben
Wiederbesiedlung Typ
keine Angaben
Wiederbesiedelung Beschreibung
keine Angaben
Zentrale Begebenheiten
keine Angaben

3. Baulichkeiten

Geschlossenes Bild der Klosteranlage
keine Angaben
Klosterkirche vorhanden
keine Angaben
Weitere GebÀude aus Klosterzeit
keine Angaben
Vorherrschender Architekturstil
keine Angaben
Vorherrschendes Baumaterial
keine Angaben
PrÀgende bauliche ErgÀnzungenaus nachklösterlicher Zeit
keine Angaben

4. Denkmalpflege

KlostergelÀnde ist FlÀchendenkmal
keine Angaben
Denkmalpflege Status
keine Angaben
GebÀuderekonstruktion seit Mitte 20. Jahrhundert
keine Angaben
GebÀuderekonstruktion
keine Angaben
NutzungsÀnderungen seit etwa 1990
keine Angaben
NutzungsÀnderungen
keine Angaben

5. Nutzung

Nutzung der Klosterkirche
keine Angaben
Arten Nutzer*innen auf dem KlostergelÀnde
keine Angaben

6. Kultur

Kulturelles Zentrum
keine Angaben
Ausstellungen werden angeboten
keine Angaben
Ausstellungen
keine Angaben

7. SpiritualitÀt

Eine geistliche Gemeinschaft ist im Kloster ansÀssig
keine Angaben
Lebens- und Wohnorte der Gemeinschaftsmitglieder
keine Angaben
Kirchengemeinde an Klosterkirche ansÀssig
keine Angaben
Konfession Kirchengemeinde
keine Angaben
Gibt es weitere Gottesdienstorte?
keine Angaben
Weitere Gottesdienstorte sind
keine Angaben
Gibt es weitere Formen spirituellen Engagements?
keine Angaben
Formen des weiteren spirituellen Engagements
keine Angaben
Liegt das Kloster an Pilgerwegen?
keine Angaben
Angebundene Pilgerwege
keine Angaben
Kloster ist Wallfahrtsort
keine Angaben
Beschreibung des Wallfahrtsortes
keine Angaben

8. Wissenschaft

Kloster mit wissenschaftlicher Arbeit in den Bereichen Religion, Klosterkultur, Denkmalpflege, Ordensforschung oder Geschichte
keine Angaben
Formen wissenschaftliche Anbindung
keine Angaben
Gibt es andere wissenschaftliche AktivitÀten?
keine Angaben
Andere Wissenschaftliche Arbeit
keine Angaben

9. Tourismus

Ist Klosteranlage offen fĂŒr touristische Nutzung
keine Angaben
Gibt es ein gastronomisches Angebot
keine Angaben
Werden Klosterprodukte vermarktet?
keine Angaben

10. Klosterkultur

Sind Arbeitsbereiche mit einem Bezug zur Klosterkultur dauerhaft ansÀssig?
keine Angaben
Formen der Klosterkultur
keine Angaben
Formen der Klosterkultur Beschreibung
keine Angaben

11. Vernetzung

Kloster arbeitet in Netzwerken mit
keine Angaben
Art von Netzwerken
keine Angaben

12. Kernkompetenzen

Kloster verfĂŒgt Kernkompetenzen in
keine Angaben
Beschreibung Kernkompetenzen und weitere Ansprechpartner
keine Angaben
Bild eines Klosters - Zisterzienserkloster Marienwalde

Zisterzienserkloster Marienwalde

ul. CystersĂłw 1

73-240 Bierzwnik

GrĂŒndungsjahr

Ordenszugehörigkeit

Zisterzienser

Der GrĂŒndungsprozess von Marienwalde dauerte von 1280 bis 1294. Landschenkungen seitens des mĂ€rkischen Adels unterstĂŒtzten die wirtschaftliche Entwicklung des Klosters, das seine BlĂŒte in der Askanierzeit bis Anfang des 14. Jhs. hatte. Danach brachen bis zur Übernahme der Neumark durch die Hohenzollern 1454 unruhige Zeiten an – 1347 brannte das Kloster vollstĂ€ndig nieder. Erst 1350 konnten die Mönche die Anlage erneut beziehen. Um 1539 wurde das Kloster sĂ€kularisiert und ab 1546 erfolgte die Bewirtschaftung als markgrĂ€fliche DomĂ€ne. 1690 und 1814 beschĂ€digten erneut BrĂ€nde die Bauten, weitere Zerstörungen folgten im Zweiten Weltkrieg.

Klosteranlage

Die auf einer Anhöhe ĂŒber dem KĂŒchensee erbaute Backsteinanlage weist bauhistorische Ähnlichkeiten mit dem Mutterkloster in Kolbatz auf. Viele Schmuckelemente zeigen ihren Ursprung in der „Choriner BauhĂŒtte“. Erhalten sind Teile der Kirche sowie des Ost- und SĂŒdflĂŒgels der Klausur. ArchĂ€ologische Ausgrabungen förderten eine Krypta im Kirchenchor und architektonische Elemente, wie WasserkanĂ€le, Warmluftheizung oder einen Brunnen im Friedgarten zu Tage. Zudem entdeckte man Reste einer WassermĂŒhle, Ziegel- und Kalkbrennöfen und einer Schmiede, die von den wirtschaftlichen AktivitĂ€ten der Zisterzienser zeugen. Freigelegte KellerrĂ€ume des WestflĂŒgels sind rekonstruiert.

Lage und Umgebung

Marienwalde liegt auf einer Ebene, die durch den Drage-Urwald und die Dramburger und Dobiegniewer Seenplatten geprĂ€gt ist. Im Drage-Nationalpark erzĂ€hlen Spuren historischer Teerbrennereien, GlashĂŒtten und KanĂ€le von der regionalen Kulturgeschichte.

Highlights

In der frĂŒheren Abtei können Phasen des Wiederaufbaus nachvollzogen werden: Verwilderte Ruinen und in Rekonstruktion befindliche Bauten liegen neben instandgesetzten Objekten. Auf dem Klosterberg wurde ein Naturlehrpfad eingerichtet und mehrsprachige Tafeln erlĂ€utern die Ausgrabungen. Die Anlage liegt an der „EuropĂ€ischen Route der Zisterzienser-Abteien und -StĂ€tten“.

Das ehemalige Zisterziensterkloster Marienwalde

Silva S. Mariae – der Marienwald

Die Region, in der das Kloster Marienwalde gegrĂŒndet wurde, war im 13. Jahrhundert von WĂ€ldern und feuchten Wiesen geprĂ€gt. Nach dem Bericht der Mönche des Mutterklosters Kolbatz „wimmelte das Wasser dort von kriechendem GewĂŒrm, und die FlĂŒsse fĂŒllte eine unzĂ€hlbare Menge von Fröschen, und vor ihnen war niemand sicher. Da kamen die heiligen SĂ€nger, die Mönche, dorthin und von nun wurden die FlĂŒsse frei von den Fröschen und die Wasserschlangen rĂ€umten das Feld.“ Die Beschreibung stellt einerseits im Übertragenen Sinne die aufwendige Arbeit dar, das Gebiet fĂŒr den Klosterbau vorzubereiten. Andererseits ist sie symbolisch zu lesen. Dass ausgerechnet Frösche und Wasserschlagen – im Christentum negativ belegte Tiere – vor Ort angetroffen wurden, betont, wie wichtig die Ankunft der Mönche war. Nun konnte letztendlich die Klosteranlage auf einer Anhöhe, am Rand des KĂŒchensees gebaut werden. Die Mönche nannten sie Silva S. Mariae – Marienwalde.

MĂŒtter und Töchter

Die GrĂŒndung der Zisterze hĂ€ngt mit der Wiedergutmachung fĂŒr das Kolbatzer Kloster zusammen, das wĂ€hrend der KĂ€mpfe zwischen Pommern und Brandenburgern im spĂ€ten 13. Jahrhundert zahlreiche SchĂ€den erlitten hatte. Der Konvent stellte sich letztendlich auf die Seite der brandenburgischen Markgrafen und unter ihren Schutz. 1286 bekamen die BrĂŒder eine Landschenkung in der NĂ€he des „KĂŒchensees“ (jezioro Kuchta), um dort eine Filiale ihres Klosters zu grĂŒnden. Die großzĂŒgige UnterstĂŒtzung seitens der Markgrafen war fĂŒr deren Politik mehr als vorteilhaft. So konnten sie ihre Position in der Neumark festigen und die dĂŒnn besiedelten Gebiete wirtschaftlich stĂ€rken.

Doch auch fĂŒr den Konvent aus Kolbatz war eine Filiation ĂŒberaus wichtig. Der Orden der Zisterzienser, der aus der Cluniazensischen Reform hervorgegangen war und seinen Ursprung in der 1098 in Citeaux gegrĂŒndeten Abtei hatte, verbreitete sich dank des Filiationssystems explosiv in ganz Europa. Das dezentralisierte System, vor allem aber die weiten Entfernungen zwischen den Klöstern und der Zentrale in Frankreich, verlangten nach einem Verwaltungssystem, das es dem Orden erlaubte, weiterhin als Einheit zu erscheinen und zu agieren sowie zudem Kontrolle ĂŒber die zahlreichen Klostergemeinschaften zu behalten. In der „charta caritatis“, der Ordensverfassung aus dem 12. Jahrhundert, hielt man die Grundlagen des Filiationskonzeptes fest. Die Tochterklöster waren damit den Mutterklöstern unterstellt. Die Äbte trugen die Verantwortung fĂŒr die Einhaltung der Ordensregel in den Filiationen, aber auch fĂŒr die Ausstattung der NeugrĂŒndungen. Die verwandten Abteien bildeten eine Familie und standen im engen Kontakt und personellen Austausch. Sie unterstĂŒtzen sich gegenseitig und versuchten den Einfluss der Diözesen auf das klösterliche Leben zu minimieren. Die komplexen Verflechtungen stĂ€rkten die Position des Ordens und der einzelnen Klöster in der Region und erlaubten es ihnen, umfangreichen Besitz und große Macht zusammenzutragen.

Quellen - Bitte hier klicken

Verwendete Literatur:

  • JARZEWICZ, Jaroslaw: Gotycka Architektura Nowej Marchii. Budownictwo sakralne w okresie AskaƄczykow i Wittelsbachow. Poznan 2000
  • MAYER-HAAKE, Arne: Die Entstehung des Zisterzienserordens in Burgund. In: KNEFELKAMP, Ulrich/REDDIG, Wolfgang F. (Hrsg.).: Zisterzienser westlich und östlich der Oder. Begleitband zur Ausstellung der Europa-UniversitĂ€t Viadrina Frankfurt (Oder). Frankfurt (Oder) 1998, S. 11-19
  • PIOTROWSKI, Robert: Kloster Marienwalde – Nemus s. Marie. In: KNEFELKAMP, Ulrich/REDDIG, Wolfgang F. (Hrsg.).: Zisterzienser westlich und östlich der Oder. Begleitband zur Ausstellung der Europa-UniversitĂ€t Viadrina Frankfurt (Oder). Frankfurt (Oder) 1998, S. 152-156
  • GAHLBECK, Christian: Marienwalde (Bierzwnik). Zisterzienser. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/NEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 871–873.

Klosteranlage

Das ideale Kloster

Der Zisterzienserkonvent – darunter der Abt und zwölf BrĂŒder – kam im Juni 1294 nach Marienwalde. Zu diesem Zeitpunkt war der Bau der 1286 gegrĂŒndeten Klosteranlage bereits fortgeschritten, so dass die Mönche ihre Arbeit aufnehmen konnten. Zisterzienserklöster lehnten sich in ihrem Aufbau meist an einen Idealplan aus dem 9. Jahrhundert an, der in der Benediktinerabtei St. Gallen entwickelt worden war. Der Plan sah GebĂ€ude vor, die durch die Anordnung der RĂ€ume sowie eine klare und durchdachte Zweckbestimmung den Mönchen ein bequemes – wenn auch nicht luxuriöses – den Ordensregeln entsprechendes Leben, Arbeiten und Beten ermöglichte. Die Zisterzienser passten den Idealplan freilich an ihre BedĂŒrfnisse und ihre Ordensregel an und trennten die Klausur in zwei Bereiche. Einer war ausschließlich fĂŒr die geweihten BrĂŒder zugĂ€nglich, der andere stand den Konversen, den LaienbrĂŒdern, zur VerfĂŒgung, welche fĂŒr den Wirtschaftsbetrieb der Klöster verantwortlich waren. So verfĂŒgte eine Klosteranlage ĂŒber eine Kirche und den inneren Bereich mit der Klausur. Dort lagen Kreuzgang, Dormitorium (Schlafraum der Mönche), Refektorium (Speisesaal der Gemeinschaft), Kapitelsaal (Versammlungsraum), Bibliothek, aber auch KĂŒche, Wirtschafts-, VorratsrĂ€ume und ein Brunnenhaus. Den Klausurbereich erweiterten WirtschaftgebĂ€ude, WerkstĂ€tten, GĂ€rten, StĂ€lle, gegebenenfalls eine Brauerei und andere NebengebĂ€ude. In gesonderten GebĂ€uden waren GĂ€ste des Hauses, Novizen und das Hospital untergebracht. Der Abt verfĂŒgte ebenfalls oft ĂŒber sein eigenes Abtshaus.

Was noch ĂŒbrig blieb

Stehen von dem Marienwerder Zisterzienserkloster heute nur noch einige wenige Bauten, wie Teile der Kirche und des Ost- und des SĂŒdflĂŒgels, kann doch der Aufbau der Anlage dank eines Plans von 1792 sowie intensiver archĂ€ologischer Ausgrabungen und baugeschichtlicher Untersuchungen nachvollzogen und rekonstruiert werden. So zeigt sich uns eine typische Zisterzienserklosteranlage mit einer Kirche im Norden und dem daran anschließenden, aus drei FlĂŒgeln bestehenden Klosterbereich mit einem Kreuzgang und einem Feldsteinbrunnen im Friedgarten. Die Backsteinanlage, auf einer kleinen Anhöhe ĂŒber dem KĂŒchensee erbaut, weist bauhistorisch Ähnlichkeiten mit dem Mutterkloster in Kolbatz auf. Viele Bau- und Schmuckelemente zeigen ihren Ursprung in der „Choriner BauhĂŒtte“.

Auch die wirtschaftlichen AktivitĂ€ten der Zisterzienser, die in der Ordensregel fest verankert waren und sich in dem Leitspruch „ora et labora“ widerspiegelt, konnten wĂ€hrend der archĂ€ologischen Arbeiten auf dem KlostergelĂ€nde nachgewiesen werden. Unterschiedliche Befunde lassen auf eine WassermĂŒhle, Ziegel- und Kalkbrennöfen, eine Schmiedewerkstatt, einen Speicher und möglicherweise sogar eine Brauerei schließen.

Quellen - Bitte hier klicken

Verwendete Literatur:

  • BRZUSTOWICZ, Jacek G.: Klasztory cysterskie w Bierzwniku, PeƂczycach i Reczu. Choszczno 1995.
  • JARZEWICZ, Jaroslaw: Gotycka Architektura Nowej Marchii. Budownictwo sakralne w okresie AskaƄczykow i Wittelsbachow. Poznan 2000
  • Piotrowski, Robert: Kloster Marienwalde – Nemus s. Marie. In: KNEFELKAMP, Ulrich/REDDIG, Wolfgang F. (Hrsg.).: Zisterzienser westlich und östlich der Oder. Begleitband zur Ausstellung der Europa-UniversitĂ€t Viadrina Frankfurt (Oder). Frankfurt (Oder) 198, S. 152-156
  • WITTKOPP, Blandine: Marienwalde (Bierzwnik). Zisterzienser. Bau- und Kunstgeschichte. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/NEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 871–873;

Lage und Umgebung

An der Drage

FĂŒr den sĂŒdlichen Teil der Woiwodschaft Westpommern, zu dem auch die Gemeinde und der Ort Bierzwnik (Marienwalde) gehören, sind – dank der Drage-Ebene (RĂłwnina Drawska) mit dem Drage-Urwald (Puszcza Drawska) und den Dramburger und Dobiegniewer Seeplatten (Pojezierze Drawskie i Dobiegnieckie) – dichte WĂ€lder mit Eichen, Buchen, Hainbuchen und Kiefern sowie zahlreiche kleine und große Seen charakteristisch. Alleine in der Gemeinde Bierzwnik gibt es 38 Seen.

Der Fluß Drage (Drawa) teilt die Ebene und bildet malerische Landschaften mit bis zu 30m hohen Schluchten und teilweise unberĂŒhrter Natur. Im Einzugsgebiet der Drage und des Flusses PƂociczna, inmitten des Drawa-Urwaldes wurde 1990 der Nationalpark Drawa (DrawieƄski Park Narodowy) mit 114,41 km2 FlĂ€che mit dem Ziel gegrĂŒndet, die Besonderheiten und die Vielfalt der Natur dieser Region zu schĂŒtzen. Über 1000 Pflanzen- und ĂŒber 200 Wirbeltierarten, sowie Seen, Torfmoore, Wiesen und ausgedehnte WĂ€lder finden sich im Nationalpark. Besteht das relativ junge Schutzgebiet heute vorwiegend aus WĂ€ldern, so lassen sich hier doch zahlreiche historische Spuren des menschlichen Wirkens entdecken. Überreste von Teerbrennereien, GlashĂŒtten, KanĂ€len oder HolzstapelplĂ€tzen und Wegweisern, aber auch von Siedlungen und Friedhöfen erlauben es, den Park nicht nur als Naturschutzgebiet, sondern auch als Kulturlandschaft und Teil der regionalen Kulturgeschichte wahrzunehmen.

Die SchÀtze der terra transoderana

WĂ€hrend die Anwesenheit der Marienwalder Zisterzienser gehörte diese Region zunĂ€chst zur Mark Brandenburg, dann seit 1402 als Teil der Neumark dem Deutschen Orden, um in der Mitte des 15. Jahrhunderts unter die Herrschaft vom KurfĂŒrstentum Brandenburg zu gelangen. Die StĂ€dte, die im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung im 13. Jahrhundert gegrĂŒndet worden waren, wurden Zeugen einer turbulenten Geschichte der„terra transoderana“ bis 1945. Zahlreiche Ortschaften litten sehr bereits wĂ€hrend der Hussitenkriege in den dreißiger Jahren des 15. Jahrhunderts und des DreißigjĂ€hrigen Krieges, aber auch des Zweiten Weltkrieges.

Es lohnt sich, die Umgebung von Bierzwnik zu erkunden und die umliegenden StĂ€dtchen und StĂ€dte mit ihrer historischen Bebauung zu bereisen. In dem 10 km sĂŒdöstlich gelegenen Dobiegniew (Woldenberg) kann die spĂ€tgotische Stadtkirche bewundert werden. Zu den grĂ¶ĂŸeren Ortschaften, die von Bierzwnik aus gut erreichbar sind, gehören im SĂŒden Drezdenko (Driesen) mit den Überresten der Festung des frĂŒhen 17. Jahrhunderts, einer barocken Schloß- und Parkanlage und den Fortifikationsanlagen der Netze-Linie aus dem Zweiten Weltkrieg, sowie Strzelce KrajeƄskie (Friedberg) mit der Marienkirche aus dem 14. Jahrhundert und beeindruckenden mittelalterlichen Wehranlagen samt WeichhĂ€usern.

Nimmt man von Bierzwnik aus die Straße nach Norden in Richtung Stargard SzczeciƄski (Stargard in Pommern), so kommt man durch Choszczno (Arnswalde), wo das Mittelalter noch in den Resten der Stadtbefestigung und der gotischen Stadtkirche St. Marien aus dem 14. Jahrhundert entdeckt werden kann.

Quellen - Bitte hier klicken

Verwendete Literatur:

  • JARZEWICZ, Jaroslaw: Gotycka Architektura Nowej Marchii. Budownictwo sakralne w okresie AskaƄczykow i Wittelsbachow. Poznan 2000.
  • RYMAR E.: Cystersi na terytorium Nowej Marchii przed i w trakcie jej tworzenia oraz ich stosunki z margrabiami brandenburskimi z dynastii askaƄskiej. In: STRZELCZYK, Jan (Hrsg.): Historia i kultura cystersĂłw w dawnej Polsce i ich europejskie związki. PoznaƄ 1987, S. 193ff.

 

  • http://www.bierzwnik.pl/ (30.06.2012)
  • http://www.choszczno.pl/ (30.06.2012)
  • http://www.dobiegniew.pl/ (30.06.2012)
  • http://www.dpn.pl/ (30.06.2012)
  • http://www.strzelce.pl/ (30.06.2012)

Touristisches Angebot

Auf den Spuren der Zisterzienser und der Kriegsgefangenen

Die Besucher können sich in Bierzwnik vor allem auf die ehemalige Zisterzienserabtei freuen. Das Kloster wird heute von der katholischen Gemeinde verwaltet und zurzeit aufwendig restauriert. Der Westteil der Kirche sowie der WestflĂŒgel des Klosters werden seit 2008 wieder aufgebaut. Die auf dem GelĂ€nde durchgefĂŒhrten archĂ€ologischen Grabungen sind sehr gut dokumentiert und die Forschungsergebnisse in Form von mehrsprachigen Tafeln prĂ€sentiert.

Die ehemalige Zisterzienserabtei ist Mitglied des Vereins der Polnischen Zisterzienser-Gemeinden und liegt am polnischen Zisterzienserweg – dem „Szlak Cysterski“. Der Verein organisiert jedes Jahr im Sommer „Drei Tage auf dem Zisterzienserweg“, an denen  Konferenzen, Konzerte und weitere kulturelle Ereignisse stattfinden. 2010 konnten beim „Internationalen Jahrmarkt fĂŒr Zisterzienser-Produkte“ noch aktive Klöster ihre Erzeugnisse anbieten und vorstellen.

Einige benachbarte Ortschaften haben ebenfalls sehenswerte historische Besonderheiten zu bieten. Dobiegniew (Woldenberg) lockt mit einer gotischen Stadtkirche, in Strzelce KrajeƄskie (Friedberg) ist das vor allem die sehr gute erhaltene, mittelalterliche Stadtmauer, die mit anderen DenkmĂ€lern auf dem „StĂ€dtischen Geschichtsweg“ ausgeschildert sind.

Bis 1945 befand sich in Dobiegniew ein Kriegsgefangenenlager fĂŒr polische Offiziere, das „Offlag II C“. Heute können die GebĂ€ude besichtigt werden und ein Museum erinnert an das Alltagsleben der Gefangenen. Ein Besuch lohnt sich auch im historischen, weiterhin betriebenen WasserelektrizitĂ€tswerk „Kamienna“ aus dem 19. Jahrhundert.

Aktive Erholung

FĂŒr Wanderer, Radfahrer oder Wassersportliebhaber bieten die Gemeinde Bierzwnik und ihre Umgebung unzĂ€hlige Möglichkeiten und eine nahezu unberĂŒhrte Natur. Der in der unmittelbaren NĂ€he gelegene Drage-Nationalpark (DrawieƄski Park Narodowy) verfĂŒgt ĂŒber ein Fuß- und Reitwegenetz von ĂŒber 100km. Die GewĂ€sser des Parks eignen sich hervorragend fĂŒr Kanuten. Angler finden genĂŒgend ruhige Ecken fĂŒr ihre Leidenschaft.

Kanufahrer können sich zugleich auf den „Leubuser Masuren“ auf den Weg machen. Der ausgeschilderte Wasserweg erstreckt sich ĂŒber 75km und fĂŒhrt durch pittoreske Engstellen, Seen und KanĂ€le bis zu Drage (Drawa) und Netzte (Noteć).

Da Bierzwnik selbst eine kleine Ortschaft ist, dominieren hier lĂ€ndliche Übernachtungsmöglichkeiten. An den zahlreichen Seen befinden sich CampingplĂ€tze. Möchte man lĂ€nger in der Gegend verweilen, so bietet es sich an, ein Zimmer in einem der Ferienbauernhöfe zu mieten. Vor allem fĂŒr Menschen, die nicht nur einen Platz zum Schlafen suchen, sondern auch die Natur genießen möchten, ist das empfehlenswert.

Hotels sind in den nahe gelegenen StĂ€dten problemlos zu finden. Sowohl in Dobiegniew und Strzelce als auch in Choszczno (Arnswalde) gibt es ein reiches Angebot an SchlafplĂ€tzen, auch solche gehobenen Standards. In Bierzwnik steht den GĂ€sten nur eine eingeschrĂ€nkte Gastronomie zur VerfĂŒgung. Werden ĂŒppigere Mahlzeiten gewĂŒnscht, sollte man in einer der StĂ€dte in ein Restaurant einkehren.

Bierzwnik ist sehr gut sowohl mit dem Auto auf der Straße Choszczno – Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe) oder mit der Bahn auf der Linie Szczecin (Stettin)–PoznaƄ (Posen) erreichbar.

Quellen - Bitte hier klicken

Quellen:

http://www.bierzwnik.pl/ (30.06.2012)

http://www.choszczno.pl/ (30.06.2012)

http://www.dobiegniew.pl/ (30.06.2012)

http://www.dpn.pl/ (30.06.2012)

http://www.strzelce.pl/ (30.06.2012)

Geschichte

Kolbatz und seine Tochter Marienwalde

Bereits 1280 erhielten die Zisterzienser in Kolbatz die Zusage, in der Neumark ein Tochterkloster grĂŒnden zu dĂŒrfen, doch es dauerte noch 14 Jahre, bis der Konvent tatsĂ€chlich in Marienwalde einziehen konnte. Die Filiation, die die Markgrafen den Kolbatzer Mönchen versprochen hatten und unterstĂŒtzten, war ein gut durchdachter Zug ihrerseits. Der Mutterkonvent sollte fĂŒr die SchĂ€den aus den Pommernkriegen entschĂ€digt und gleichzeitig fĂŒr die Treue dem markgrĂ€flichen Lager gegenĂŒber belohnt werden. Andererseits konnten die Landesherren ihre eigene Macht in dem neuen, infrastrukturell schwachen Gebiet durch eine stabile, ihnen treu ergebene kirchliche Herrschaft und ein starkes wirtschaftliches Zentrum festigen.

Das Kloster erhielt in der GrĂŒndungszeit zahlreiche LĂ€ndereien auch einheimischen Adels. Diese stellten eine Grundlage fĂŒr die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung des Konvents dar. Zudem erwiesen sich die Mönche als Ă€ußerst zielstrebige GeschĂ€ftsleute, die ihren Kernbesitz bis in die zweite HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts stetig ausbauten. Der Konvent konzentrierte sich in der Landwirtschaft auf Getreideanbau und Viehzucht. Doch verarbeitete man im Kloster auch Eisen, das wahrscheinlich aus den nahen Raseneisenerzvorkommen stammte.

Krieg und Feuer

Die BlĂŒtezeit des Klosters fiel in die askanische Zeit. Nachdem die Brandenburger Askanier zu Beginn des 14. Jahrhunderts ausgestorben waren, brach fĂŒr Marienwalde eine unruhige Zeit an. Das Kloster wurde in die Kriege zwischen den Wittelsbachern, den Pommern und dem Königreich Polen verwickelt. Seine wirtschaftliche Situation gestaltete sich zu dieser Zeit prekĂ€r. Einen tragischen Moment erlebten die Mönche 1347, als das Kloster bei einem Brand vollstĂ€ndig zerstört wurde. Es bedurfte einer neuen Privilegierung seitens des Markgrafen sowie der UnterstĂŒtzung durch das Mutterkloster, damit die Zisterzienser ihre TĂ€tigkeit in Marienwalde 1352 wieder aufnehmen konnten. Doch schon bald, 1402 wurde die Neumark an den Deutschen Orden verpfĂ€ndet. Kamen die Zisterzienser mit ihrem neuen Landesherren gut zurecht und ĂŒbernahmen fĂŒr ihn sogar diplomatische Funktionen, so litten sie sehr unter den kriegerischen Auseinandersetzungen, die er mit seinen Nachbarn – dem Herzogtum Pommern und dem Königreich Polen – fĂŒhrte. Unter solchen Bedingungen war es dem Kloster unmöglich, erneut zu einer ökonomischen Kraft zu wachsen. Erst in der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts, nach der Übernahme der Neumark durch die Hohenzollern, stabilisierte sich die Situation des Klosters wieder. Allerdings war dem Konvent das ruhige Weiterbestehen nicht lange gewĂ€hrt. Man nimmt an, dass das Kloster um 1539 sĂ€kularisiert und der Konvent aufgelöst wurde.

Zerbrochenes Glas

Seit 1546 wurden die Anlage und der klösterliche Landbesitz als markgrĂ€fliche DomĂ€ne bewirtschaftet. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts richtete man hier eine GlasshĂŒtte ein, denn alle Voraussetzungen und Rohstoffe fĂŒr den aufkommenden Wirtschaftszweig waren vor Ort vorhanden. So wurden hier sowohl einfaches Gebrauchsglas, als auch teure emaillierte GlĂ€ser hergestellt.

Die Klosteranlage wurde durch zwei BrĂ€nde 1690 und 1814 stark zerstört. Dazu kamen SchĂ€den wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges. Nach 1945 erhielt der Ort seinen neuen Namen – Bierzwnik. Das ehemalige Kloster bestand bis in die 1960er Jahre als Ruine, seit den 1990er Jahren wird es restauriert.

Quellen - Bitte hier klicken

Verwendete Literatur:

BRZUSTOWICZ, Jacek G.: Klasztory cysterskie w Bierzwniku, PeƂczycach i Reczu. Choszczno 1995.

PIOTROWSKI, Robert: Kloster Marienwalde – Nemus s. Marie. In: KNEFELKAMP, Ulrich/REDDIG, Wolfgang F. (Hrsg.).: Zisterzienser westlich und östlich der Oder. Begleitband zur Ausstellung der Europa-UniversitĂ€t Viadrina Frankfurt (Oder). Frankfurt (Oder) 198, S. 152-156.

GAHLBECK, Christian: Marienwalde (Bierzwnik). Zisterzienser. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/NEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 871–873;

Kontakt

Gemeinde Bierzwnik
Kopernika 2
73240 Bierzwnik

Telefon +48 957 680130
E-Mail bierzwnik@klosterland.pl
Internet www.bierzwnik.pl

Lage

Teilen auf