Kloster

Zisterzienserinnenkloster Lindow

Bild eines Klosters - Zisterzienserinnenkloster Lindow

Um 1230 gegründet, entwickelte sich das Jungfrauenkloster Lindow zum Hauskloster der Ruppiner Grafen und, als Erziehungs- und Versorgungsanstalt begüterter Adels- und Bürgertöchter, zu einem der reichsten Klöster des Bistums Havelberg. 1541, nach Einführung der Reformation in Brandenburg, zur lutherischen Lehre übergetreten, wurde das Kloster 1638 im Dreißigjährigen Krieg von kaiserlichen Truppen zerstört. Während die Ruinen im Laufe der Zeit zur Gewinnung von Baumaterial abgetragen wurden, setzte das Kloster als „Fräuleinstift" sein Bestehen fort. Heute befindet sich auf dem Areal der Klosteranlage ein evangelisches Seniorenzentrum. In der Kirche unter offenem Himmel laden Andachten zum Verweilen ein.

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Zisterzienserinnenkloster Lindow

Kloster 3-7

16835 Lindow (Mark)

Gründungsjahr

1230

Ordenszugehörigkeit

Zisterzienserinnen

Klosteranlage

Da die Klausur räumlich von der männlich bewirtschafteten Propstei im Südwesten der Anlage getrennt sein musste, bildete der Grundriss des Lindower Frauenklosters zu keinem Zeitpunkt das bei vielen Klöstern durch Kirche, Ost-, Süd- und Westflügel geformte Viereck mit dem innen liegenden Klosterhof. Die abgetragene Klosterkirche konnte als turmloser, frühgotischer Rechtecksaal aus Feldsteinmauerwerk rekonstruiert werden. Von der ursprünglichen Bebauung haben sich die Umfassungsmauern des südlich an die Klosterkirche anschließenden Konventsgebäudes aus behauenem Feldstein erhalten. Im südlich von diesem Ostflügel liegenden spätgotischen Bau wird die ehemalige Klosterschule vermutet. Konventualinnenhaus und Dominatsgebäude stammen aus dem 18. Jh.

Lage und Umgebung

Das alte Klostergelände mit seinem efeubedeckten Park und dem Diakonissinnenfriedhof liegt auf einer kleinen Halbinsel am Wutzsee, der zum Naturpark Stechlin-Ruppiner Land gehört. Seine Ufer lassen sich auf dem gut ausgeschilderten, 7,5 km langen Rundwanderweg erkunden.

Highlights

Die beschauliche Kleinstadt Lindow hält mit prächtigen Häusern im klassizistischen Stil und kulturellen Angeboten vom Stadtfest über Kurkonzerte bis zu den alljährlichen Lindower Sommermusiken zu jeder Jahreszeit abwechslungsreiche Erholung für seine Gäste bereit.

Das Zisterzienserinnenkloster Lindow

Das Kloster Lindow

„Lindow ist so reizendwie sein Name“, schrieb Theodor Fontane auf seinen Wanderungen durch Brandenburg über den staatlich anerkannten Erholungsort, der, rund 80 km nordwestlich von Berlin entfernt, im Ruppiner Seenland gelegen ist. „Zwischen drei Seen wächst es auf und alte Linden nehmen es an mehr als einer Stelle unter ihren Schatten.“[1] Ein Lindenbaum ziert noch heute das Wappen der beschaulichen Kleinstadt, die mit einem kleinen Vogelpark, prächtigen Häusern im klassizistischen Stil und kulturellen Angeboten, vom Stadt- und Dorffest, über Kurkonzerte bis zu den alljährlichen Lindower Sommermusiken zu jeder Jahreszeit abwechslungsreiche Erholung für seine Gäste bereithält. Benannt ist der im 13. Jahrhundert vermutlich aus einer slawischen Fischersiedlung erwachsene Ort nach Lindenaue, dem anhaltinischen Besitz des Grafen Gebhard von Arnstein und Ruppin, der an dieser Stelle 1230 ein Jungfrauenkloster stiftete.[2]

Die evangelische Stiftsgemeinschaft des ehemaligen Klosters Lindow hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Anlage durch Sanierung des Konventgebäudes und Pflege von Park und Klosterfriedhof für nachfolgende Generationen als lebendigen Ort inmitten ihrer Stadt zu bewahren.[3] Liebevoll renoviert lässt die auf einer kleinen Halbinsel am idyllischen Wutzsee gelegene Ruine erahnen, wie groß und mächtig das Hauskloster der Ruppiner Grafen einst gewesen sein muss, dem Fontane in seinem Stechlin ein literarisches Denkmal setzte.

Wo heute Andachten und Gottesdienste unter freiem Himmel stattfinden, soll ehemals ein unterirdischer Gang vom Keller des Konvents bis nach Gransee und Zehdenick, ja sogar unter dem Ruppiner See hindurch bis Neuruppin geführt haben.[4] Das alte Klostergelände mit seinem efeubedeckten Park und dem alten Friedhof der Diakonissinnen Übertage und barrierefrei zu durchstreifen ist jedoch weitaus reizvoller. Um den Wutzsee herum, der als eines der klarsten Gewässer Brandenburgs zum Naturpark Stechlin-Ruppiner Land gehört, führt ein gut ausgeschilderter 7,5 km langer Wanderweg.[5]Am Wutzseeaussichtspunkt wird man von einer Statue der „Schönen Nonne“ empfangen.[6]

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Fußnoten:

  1. FONTANE, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg I. Die Grafschaft Ruppin. Berlin 2005, S. 499.
  2. Vgl. http://www.lindow-mark.de; http://www.kloster-lindow.de/1-geschichte2android.html.
  3. Vgl. http://www.lindow-mark.de/index.php/klosterlindow.
  4. BECKER, Erich: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung in Vergangenheit und Gegenwart. Lindow (Mark) 1929.
  5. http://www.ruppin-kult-tour.de/files/kloster-lindow.pdf.
  6. Zur Geschichte der schönen Nonne vgl. [o. A.]: Von der schönen Nonne zum Museumsschloss. Eine Radtour ins Herz des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. In: Freizeit (24.04.2015) [http://www.kloster-lindow.de/Bilder/presse/freizeit-magazin-ausgabe-1-2015.pdf].

Quellen:

  • [o. A.]: Von der schönen Nonne zum Museumsschloss. Eine Radtour ins Herz des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. In: Freizeit (24.04.2015) [http://www.kloster-lindow.de/Bilder/presse/freizeit-magazin-ausgabe-1-2015.pdf].
  • BECKER, Erich: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung in Vergangenheit und Gegenwart. Lindow (Mark) 1929.
  • FONTANE, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg I. Die Grafschaft Ruppin. Berlin 2005.
  • http://www.kloster-lindow.de/1-geschichte2android.html.
  • http://www.kloster-lindow.de/Bilder/presse/freizeit-magazin-ausgabe-1-2015.pdf.
  • http://www.lindow-mark.de.
  • http://www.reiseland-brandenburg.de/reiseziele/ruppiner-land/details/id/2805/theme/a-z.html.
  • http://www.ruppin-kult-tour.de/files/kloster-lindow.pdf.
  • http://www.klosterblick-lindow.de/perels_haus.php.
  • http://www.gruppenhaus.de/ev.-ruest-und-freizeitheim-haus-der-begegnung-e.v.-lindow-hs1358.html.

Die Anlage

Die Klosterkirche

Oberflächlich nicht mehr vorhanden, brachten Grabungen Max Neumanns in den 1930er Jahren den Grundriss der im Brand von 1638 verwüsteten und später abgetragenen Klosterkirche und einige Baudetails zu Tage. Der frühgotische Rechtecksaal (37 x 11,5 m) war turmlos und aus Feldsteinquadermauerwerk erbaut. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet, wurde die Kirche, deren Ostgiebel sowie Laibungen der Öffnungen aus Backstein bestand, im späten Mittelalter erneuert. Ein Gewändeportal mit Wülsten und Rundstäben befand sich an der Nordseite. An der Südseite ermöglichte eine Verbindung zum Konventsgebäude den Nonnen den Zugang zur abgetrennten Empore.[1]

Anlage und Nutzung der ehemaligen Klostergebäude

Das sich südlich an die Klosterkirche anschließende Konventsgebäude, dessen Umfassungsmauern aus behauenem Feldstein teilweise noch vorhanden sind, bildete wie üblich den Ostflügel der Klosteranlage. Das Erdgeschoss gliederte sich in drei Teile. Dem an die Kirche anschließenden Kapitelsaal, dem Sitzungssaal der Klostergemeinschaft, folgte nach Süden hin das Parlatorium, der Wohnraum der Nonnen und schließlich der Speisesaal, der sein Licht durch zwei größere Spitzbogenfenster erhielt, die an der Ostseite der Klosterruine heute noch erkennbar sind. Das Dormitorium im Obergeschoss beherbergte 35 Schlafzellen für die Nonnen, welche durch schmale, besonders am Südflügel noch sichtbare Spitzbogenfenster erhellt wurden.[2]

Im südlich vom Konventsgebäude liegenden spätgotischen Bau aus Mischmauerwerk mit Satteldach wird die ehemalige Klosterschule oder ein Gästehaus vermutet. Das daran anschließende Konventualinnenhaus im klassizistischen Stil wurde 1800-1801 erbaut. Ebenfalls nicht mittelalterlich ist das Dominatsgebäude, das 1752 anstelle der seit dem Brand von 1638 einsturzgefährdeten Wohnung der Äbtissin errichtet wurde.[3]

Der Grundriss der Lindower Klosteranlage bildete zu keinem Zeitpunkt das bei vielen Klöstern durch Klosterkirche, Ost-, Süd- und Westflügel gebildete Viereck mit dem innen liegenden Klosterhof und geschlossenem Kreuzgang. Als Frauenkloster musste die Klausur räumlich vom Wirtschaftsbereich, der unter Leitung und Aufsicht des Propstes bzw. Stiftsamtmannes durch männliche Arbeitskräfte bewirtschaftet wurde, getrennt liegen.[4] Wirtschaftshof und Propstei lagen im Südwesten der Klosteranlage. Nach Norden, wo heute der Friedhof der Stiftsdamen liegt, erstreckten sich Klostergarten und -wiese.[5]

Quellen - Bitte hier klicken

Fußnoten:

  1. Vgl. KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 821.
  2. Vgl. BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 29. Ausführlich zu den erhaltenen Bereichen des Konventsgebäudes vgl. HOCHSIEDER, Jochen/ BOTHE, Sandra: Evangelisches Stift Kloster Lindow ehemaliges Konventgebäude (Klosterruine). Evangelisches Stift Kloster Lindow. Ergebnisse der restauratorischen Untersuchung der Fassade und des Gebäudeinneren, Lindow (Mark) 2012 [http://www.kloster-lindow.de/Bilder/archaeologie/Lindow-Kloster-Konventgebaeude-DOKU.pdf]. Ausgrabungen von Prof. Dr. Kohlmeyer, HTW Berlin, aus den vergangenen Jahren ergaben, dass ein gepflasterter Weg zeitlich vor dem Bau des Konventsgebäudes vorhanden war. Fundamente des ehemaligen Kreuzganges konnten im Bereich von etwa 10 Metern Länge freigelegt werden. Sie sind etwa kniehoch vorhanden und sehr gut erhalten (vgl. HERWEG, Frauke: Steinerne Schätze unter der Grasnarbe. Was vom Mittelalter übrig blieb. Studenten setzen Grabungsprojekt in Lindower Kloster fort. In: MAZ. Ruppiner Tageblatt [19.05.2015]; DIES.: Jäger der verlorenen Steine. Geschichte in 3D. Studenten rekonstruieren das Lindower Kloster in einem virtuellen Modell. In: MAZ. Ruppiner Tageblatt [26.05.2015]).
  3. Vgl. FROMME:Vergangenheit von Stadt und Kloster Lindow, S. 15; BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 31; KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 821.
  4. BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 30. Das Kloster wurde von außen vom Propst, von innen von der Äbtissin mit einem doppelten Riegel verschlossen (vgl. NEUMANN: Kloster Lindow, S.39).
  5. Vgl. KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 821. In den vergangenen Jahren ist auf der Klosterwiese eine Streuobstwiese angelegt worden. Jeder Besucher kann Äpfel, Birnen und Kirschen ernten. Die Wiese wird zukünftig mit Wildkräutern aus der Lindower Feldflur angelegt und mit Sense gemäht werden. Nach Aussage des Vorsitzenden des evangelischen Klosterstifts Lindow, Prof. Dr. Ing. Borgmann, wird zudem beabsichtigt, mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, 2015 beginnend, nach und nach historische Gräber des Klosterfriedhofs zu sanieren.

Quellen:

  • BECKER, Erich: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung in Vergangenheit und Gegenwart. Lindow (Mark) 1929.
  • FROMME, Erich: Aus der Vergangenheit von Stadt und Kloster Lindow. Neuruppin 1884.
  • HERWEG, Frauke: Steinerne Schätze unter der Grasnarbe. Was vom Mittelalter übrig blieb. Studenten setzen Grabungsprojekt in Lindower Kloster fort. In: MAZ. Ruppiner Tageblatt (19.05.2015).
  • HERWEG, Frauke: Jäger der verlorenen Steine. Geschichte in 3D. Studenten rekonstruieren das Lindower Kloster in einem virtuellen Modell. In: MAZ. Ruppiner Tageblatt (26.05.2015).
  • HOCHSIEDER, Jochen/ BOTHE, Sandra: Evangelisches Stift Kloster Lindow ehemaliges Konventgebäude (Klosterruine). Evangelisches Stift Kloster Lindow. Ergebnisse der restauratorischen Untersuchung der Fassade und des Gebäudeinneren, Lindow (Mark) 2012 [http://www.kloster-lindow.de/Bilder/archaeologie/Lindow-Kloster-Konventgebaeude-DOKU.pdf].
  • KUGLER, Annette/ CANTE, Marcus: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN, Heinz-Dieter/ NEITMANN, Klaus/ SCHICH, Winfried u.a.(Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Bd. 2. Berlin 2007, S. 818-827.
  • NEUMANN, Max: Kloster Lindow. Beiträge zu seiner Geschichte und Baugeschichte, Neuruppin 1937.
  • http://www.ruppin-kult-tour.de/files/kloster-lindow.pdf.

Geschichte

Das Kloster in vorreformatorischer Zeit

„Unser schönes Gotteshaus ist ganz ruiniret”[1] berichtet ein altes Aktenstück über die Schicksalsstunde des Klosters Lindow, welches im Oktober 1638, während des Dreißigjährigen Krieges, von Kaiserlichen Truppen „in ihrem Religionseifer verheert und abgebrannt” wurde.[2] Neben Kirche und Klausur wurde mit dem umfangreichen Klosterarchiv wahrscheinlich auch die Gründungsurkunde ein Raub der Flammen. So kann nur vermutet werden, dass das Jungfrauenkloster Lindow um 1230 von den Grafen von Arnstein, die sich selbst Grafen von Lindow nannten, gestiftet wurde. Als Gründer gilt Graf Gebhard I. von Altruppin, der das Kloster wahrscheinlich nach Art der Zisterzienser geordnet, jedoch nicht in der Wildnis sondern nahe eines slawischen Fischerdorfes errichten ließ.[3]

Als Hauskloster der Ruppiner Grafen und Erziehungs- und Versorgungsanstalt begüterter Adels- und Bürgertöchter entwickelte sich Lindow durch Stiftungen und Verleihung von Hoheitsrechten bald zu einem der reichsten Klöster des Bistums Havelberg. Im 16. Jahrhundert umfasste der Klosterbesitz neben Lindow 37 Dörfer und wüste Feldmarken, neun Wassermühlen, Seen vom Gudelack- und Wutzsee bis zum Stechlin sowie das Patronat über 20 Pfarrkirchen und versorgte bis zu 38 Konventualinnen, Äbtissin, Propst und die Laieninsassen.[4] Neben dem Grundbesitz, der sich mit 225 km² über ein Viertel des Ruppiner Landes erstreckte, verfügte das Kloster über so beträchtliche Kapitalzuflüsse, dass es geldliche Darlehen geben konnte.[5]

Das Kloster von der Reformation bis heute

1524 ging die Herrschaft Ruppin mit dem Aussterben des Lindower Grafengeschlechts an Joachim I. Kurfürst der Mark über, dessen Sohn und Nachfolger Joachim II. In der Mark Brandenburg die Reformation durchführte.[6] Der Tagesablauf der Nonnen, auch nach dem Übertritt zur evangelischen Lehre 1541 in Gebetszeiten unterteilt, umfasste nun das Abendmahl in beiderlei Gestalt.[7] Die Propstei, Wirtschaftsbereich des Klosters, wurde 1542 in ein kurfürstliches Rentamt umgewandelt und mitsamt den säkularisierten Klostergütern dem Konvent entzogen.[8]  Infolge der hieraus resultierenden verringerten Einkünfte und schlechteren Versorgungslage ging die Zahl der Nonnen, die 1550 noch 16 betrug, immer mehr zurück.

Nach der Zerstörung des Klosters 1638 bemühten sich die Verbliebenen einige Wohnungen notdürftig wieder herzurichten. Die Ruinen von Kirche und Konvent wurden als Baumaterial u.a. für das Schloss Oranienburg und nach Stadtbränden im 17. und 18. Jahrhundert für den Wiederaufbau Lindows verwendet.[9] Der seit 1696 für das ehemalige Kloster geltende Name eines „Adligen Fräuleinstifts” wurde 1875 von der Benennung „Fräuleinstift zu Lindow” abgelöst. Ebenfalls im 19. Jahrhundert wurden auf dem gärtnerisch gestalteten Gelände für die Stiftsdamen, deren Anzahl zeitweilig nur noch vier bis fünf betragen hatte, neue Häuser errichtet. Noch heute bietet das evangelische Stift Wohnungen für Menschen, die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen sind. Seit Mitte der 1940er Jahren befindet sich auf dem Areal der Klosteranlage zudem ein evangelisches Seniorenzentrum.[10]

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Fußnoten:

  1. Zit. nach FROMME, Erich: Aus der Vergangenheit von Stadt und Kloster Lindow. Neuruppin 1884, S. 15.
  2. Vgl. BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 39.
  3. Vgl. ebd. S. 32; KUGLER, Annette/ CANTE, Marcus: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN, Heinz-Dieter/ NEITMANN, Klaus/ SCHICH, Winfried u.a.(Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Bd. 2. Berlin 2007, S. 818-827, S. 819.
  4. Vgl. NEUMANN, Max: Kloster Lindow. Beiträge zu seiner Geschichte und Baugeschichte, Neuruppin 1937, S.37; BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 8 und 32f.; KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 821.
  5. Vgl. BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 34.
  6. Vgl. ebd. S.35.
  7. Vgl. KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 819. Zu den Klosterstatuten vgl. außerdem BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 38-40.
  8. Vgl. KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 819; BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 250.
  9. Vgl. KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 820.
  10. Vgl. ebd. S. 820.; BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 38; http://www.lafim.de/component/sobipro/?pid=2&sid=64:Evangelisches-Seniorenzentrum-Kloster-Lindow&Itemid=0

Quellen:

  • BECKER, Erich: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung in Vergangenheit und Gegenwart. Lindow (Mark) 1929.
  • FROMME, Erich: Aus der Vergangenheit von Stadt und Kloster Lindow. Neuruppin 1884.
  • KUGLER, Annette/ CANTE, Marcus: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN, Heinz-Dieter/ NEITMANN, Klaus/ SCHICH, Winfried u.a.(Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Bd. 2. Berlin 2007, S. 818-827.
  • NEUMANN, Max: Kloster Lindow. Beiträge zu seiner Geschichte und Baugeschichte, Neuruppin 1937.
  • http://www.ruppin-kult-tour.de/files/kloster-lindow.pdf.
  • http://www.lafim.de/component/sobipro/?pid=2&sid=64:Evangelisches-Seniorenzentrum-Kloster-Lindow&Itemid=0.

Kontakt

Evangelisches Stift Kloster Lindow
Kloster 3-7
16835 Lindow (Mark)

Telefon +49 (0)177 870 0917
E-Mail lindow@klosterland.de
Internet www.kloster-lindow.de

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