Kloster

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Zisterzienserinnenkloster Lindow

1. Allgemein

Ortsname
Lindow
Institution des Mitglieds
Stiftung
Arten Mitarbeitende in Tourismus und Kultur
ehrenamtlich
HaupteigentĂŒmer*In auf dem KlostergelĂ€nde
Stiftung
Weitere EigentĂŒmer*Innen auf dem KlostergelĂ€nde
keine Angaben

2. Geschichte

GrĂŒndungsjahr
1230
GrĂŒndungsorden
Zisterzienserinnen
Auflösung
keine Angaben
Jahr der Auflösung
keine Angaben
Fand eine Wiederbesiedlung statt?
Nein
Wiederbesiedlung Typ
nie wiederbesiedelt
Wiederbesiedelung Beschreibung
keine Wiederbesiedlung, sondern dauerhafte Nutzung
Zentrale Begebenheiten
1542 Reformation, Zerstörung 1638, Entstehung der Stiftung 19. Jh.

3. Baulichkeiten

Geschlossenes Bild der Klosteranlage
teilweise
Klosterkirche vorhanden
teilweise
Weitere GebÀude aus Klosterzeit
Neubauten (19., 20. Jh.)
Vorherrschender Architekturstil
Gotik
Vorherrschendes Baumaterial
Backstein, Feldstein
PrÀgende bauliche ErgÀnzungenaus nachklösterlicher Zeit
keine Angaben

4. Denkmalpflege

KlostergelÀnde ist FlÀchendenkmal
Ja
Denkmalpflege Status
FlÀchendenkmal
GebÀuderekonstruktion seit Mitte 20. Jahrhundert
Ja
GebÀuderekonstruktion
KonventsgebÀude
NutzungsÀnderungen seit etwa 1990
Nein
NutzungsÀnderungen
keine Angaben

5. Nutzung

Nutzung der Klosterkirche
Gottesdienste
Arten Nutzer*innen auf dem KlostergelÀnde
geistliche Gemeinschaft
Wohnen

6. Kultur

Kulturelles Zentrum
Ja: Klosteranlage, die sich ihrem SelbstverstÀndnis nach als kulturelles Zentrum der Region begreift
Ja: Klosteranlage, die sich ihrem SelbstverstÀndnis nach als kulturelles Zentrum der Region begreift
Ausstellungen werden angeboten
keine Angaben
Ausstellungen
ohne Ausstellungen

7. SpiritualitÀt

Eine geistliche Gemeinschaft ist im Kloster ansÀssig
ja
Lebens- und Wohnorte der Gemeinschaftsmitglieder
Klosteranlage
Kirchengemeinde an Klosterkirche ansÀssig
keine Angaben
Konfession Kirchengemeinde
keine Angaben
Gibt es weitere Gottesdienstorte?
keine Angaben
Weitere Gottesdienstorte sind
keine Angaben
Gibt es weitere Formen spirituellen Engagements?
Ja
Formen des weiteren spirituellen Engagements
Andachten (regelmĂ€ĂŸig wöchentlich im Sommer)
Liegt das Kloster an Pilgerwegen?
In Planung
Angebundene Pilgerwege
Brandenburgischer Klosterweg
Kloster ist Wallfahrtsort
keine Angaben
Beschreibung des Wallfahrtsortes
keine Angaben

8. Wissenschaft

Kloster mit wissenschaftlicher Arbeit in den Bereichen Religion, Klosterkultur, Denkmalpflege, Ordensforschung oder Geschichte
in Planung
Formen wissenschaftliche Anbindung
ab 2020 Josef-Hainz-Bibliothek (mit ca. 6.000 theologischen BestĂ€nden eine der grĂ¶ĂŸten theologischen Bibliotheken im Land Brandenburg)
Gibt es andere wissenschaftliche AktivitÀten?
nein
Andere Wissenschaftliche Arbeit
keine Angaben

9. Tourismus

Ist Klosteranlage offen fĂŒr touristische Nutzung
ja
Gibt es ein gastronomisches Angebot
Nein, nur weiter entfernt
Werden Klosterprodukte vermarktet?
Teilweise

10. Klosterkultur

Sind Arbeitsbereiche mit einem Bezug zur Klosterkultur dauerhaft ansÀssig?
Nein
Formen der Klosterkultur
keine Angaben
Formen der Klosterkultur Beschreibung
keine Angaben

11. Vernetzung

Kloster arbeitet in Netzwerken mit
Ja
Art von Netzwerken
Tourismus
Kultur
Kirche oder religiöse Netzwerke
Denkmalpflege

12. Kernkompetenzen

Kloster verfĂŒgt Kernkompetenzen in
Religion
Archiv & Geschichte
Beschreibung Kernkompetenzen und weitere Ansprechpartner
JĂŒdisch-christlich-muslimische GĂ€rten; Zusammenarbeit mit jĂŒdischen und muslimischen Gemeinden; Gedenkorte des deutschen Widerstandes
Bild eines Klosters - Zisterzienserinnenkloster Lindow

Zisterzienserinnenkloster Lindow

Kloster 3-7

16835 Lindow (Mark)

GrĂŒndungsjahr

1230

Ordenszugehörigkeit

Zisterzienserinnen

Um 1230 gegrĂŒndet, entwickelte sich das Jungfrauenkloster Lindow zum Hauskloster der Ruppiner Grafen und, als Erziehungs- und Versorgungsanstalt begĂŒterter Adels- und BĂŒrgertöchter, zu einem der reichsten Klöster des Bistums Havelberg. 1541, nach EinfĂŒhrung der Reformation in Brandenburg, zur lutherischen Lehre ĂŒbergetreten, wurde das Kloster 1638 im DreißigjĂ€hrigen Krieg von kaiserlichen Truppen zerstört. WĂ€hrend die Ruinen im Laufe der Zeit zur Gewinnung von Baumaterial abgetragen wurden, setzte das Kloster als „FrĂ€uleinstift" sein Bestehen fort. Heute befindet sich auf dem Areal der Klosteranlage ein evangelisches Seniorenzentrum. In der Kirche unter offenem Himmel laden Andachten zum Verweilen ein.

Klosteranlage

Da die Klausur rĂ€umlich von der mĂ€nnlich bewirtschafteten Propstei im SĂŒdwesten der Anlage getrennt sein musste, bildete der Grundriss des Lindower Frauenklosters zu keinem Zeitpunkt das bei vielen Klöstern durch Kirche, Ost-, SĂŒd- und WestflĂŒgel geformte Viereck mit dem innen liegenden Klosterhof. Die abgetragene Klosterkirche konnte als turmloser, frĂŒhgotischer Rechtecksaal aus Feldsteinmauerwerk rekonstruiert werden. Von der ursprĂŒnglichen Bebauung haben sich die Umfassungsmauern des sĂŒdlich an die Klosterkirche anschließenden KonventsgebĂ€udes aus behauenem Feldstein erhalten. Im sĂŒdlich von diesem OstflĂŒgel liegenden spĂ€tgotischen Bau wird die ehemalige Klosterschule vermutet. Konventualinnenhaus und DominatsgebĂ€ude stammen aus dem 18. Jh.

Lage und Umgebung

Das alte KlostergelÀnde mit seinem efeubedeckten Park und dem Diakonissinnenfriedhof liegt auf einer kleinen Halbinsel am Wutzsee, der zum Naturpark Stechlin-Ruppiner Land gehört. Seine Ufer lassen sich auf dem gut ausgeschilderten, 7,5 km langen Rundwanderweg erkunden.

Highlights

Die beschauliche Kleinstadt Lindow hĂ€lt mit prĂ€chtigen HĂ€usern im klassizistischen Stil und kulturellen Angeboten vom Stadtfest ĂŒber Kurkonzerte bis zu den alljĂ€hrlichen Lindower Sommermusiken zu jeder Jahreszeit abwechslungsreiche Erholung fĂŒr seine GĂ€ste bereit.

Das Zisterzienserinnenkloster Lindow

Das Kloster Lindow

„Lindow ist so reizendwie sein Name“, schrieb Theodor Fontane auf seinen Wanderungen durch Brandenburg ĂŒber den staatlich anerkannten Erholungsort, der, rund 80 km nordwestlich von Berlin entfernt, im Ruppiner Seenland gelegen ist. „Zwischen drei Seen wĂ€chst es auf und alte Linden nehmen es an mehr als einer Stelle unter ihren Schatten.“[1] Ein Lindenbaum ziert noch heute das Wappen der beschaulichen Kleinstadt, die mit einem kleinen Vogelpark, prĂ€chtigen HĂ€usern im klassizistischen Stil und kulturellen Angeboten, vom Stadt- und Dorffest, ĂŒber Kurkonzerte bis zu den alljĂ€hrlichen Lindower Sommermusiken zu jeder Jahreszeit abwechslungsreiche Erholung fĂŒr seine GĂ€ste bereithĂ€lt. Benannt ist der im 13. Jahrhundert vermutlich aus einer slawischen Fischersiedlung erwachsene Ort nach Lindenaue, dem anhaltinischen Besitz des Grafen Gebhard von Arnstein und Ruppin, der an dieser Stelle 1230 ein Jungfrauenkloster stiftete.[2]

Die evangelische Stiftsgemeinschaft des ehemaligen Klosters Lindow hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Anlage durch Sanierung des KonventgebĂ€udes und Pflege von Park und Klosterfriedhof fĂŒr nachfolgende Generationen als lebendigen Ort inmitten ihrer Stadt zu bewahren.[3] Liebevoll renoviert lĂ€sst die auf einer kleinen Halbinsel am idyllischen Wutzsee gelegene Ruine erahnen, wie groß und mĂ€chtig das Hauskloster der Ruppiner Grafen einst gewesen sein muss, dem Fontane in seinem Stechlin ein literarisches Denkmal setzte.

Wo heute Andachten und Gottesdienste unter freiem Himmel stattfinden, soll ehemals ein unterirdischer Gang vom Keller des Konvents bis nach Gransee und Zehdenick, ja sogar unter dem Ruppiner See hindurch bis Neuruppin gefĂŒhrt haben.[4] Das alte KlostergelĂ€nde mit seinem efeubedeckten Park und dem alten Friedhof der Diakonissinnen Übertage und barrierefrei zu durchstreifen ist jedoch weitaus reizvoller. Um den Wutzsee herum, der als eines der klarsten GewĂ€sser Brandenburgs zum Naturpark Stechlin-Ruppiner Land gehört, fĂŒhrt ein gut ausgeschilderter 7,5 km langer Wanderweg.[5]Am Wutzseeaussichtspunkt wird man von einer Statue der „Schönen Nonne“ empfangen.[6]

Quellen - Bitte hier klicken

Fußnoten:

  1. FONTANE, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg I. Die Grafschaft Ruppin. Berlin 2005, S. 499.
  2. Vgl. http://www.lindow-mark.de; http://www.kloster-lindow.de/1-geschichte2android.html.
  3. Vgl. http://www.lindow-mark.de/index.php/klosterlindow.
  4. BECKER, Erich: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung in Vergangenheit und Gegenwart. Lindow (Mark) 1929.
  5. http://www.ruppin-kult-tour.de/files/kloster-lindow.pdf.
  6. Zur Geschichte der schönen Nonne vgl. [o. A.]: Von der schönen Nonne zum Museumsschloss. Eine Radtour ins Herz des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. In: Freizeit (24.04.2015) [http://www.kloster-lindow.de/Bilder/presse/freizeit-magazin-ausgabe-1-2015.pdf].

Quellen:

  • [o. A.]: Von der schönen Nonne zum Museumsschloss. Eine Radtour ins Herz des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. In: Freizeit (24.04.2015) [http://www.kloster-lindow.de/Bilder/presse/freizeit-magazin-ausgabe-1-2015.pdf].
  • BECKER, Erich: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung in Vergangenheit und Gegenwart. Lindow (Mark) 1929.
  • FONTANE, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg I. Die Grafschaft Ruppin. Berlin 2005.
  • http://www.kloster-lindow.de/1-geschichte2android.html.
  • http://www.kloster-lindow.de/Bilder/presse/freizeit-magazin-ausgabe-1-2015.pdf.
  • http://www.lindow-mark.de.
  • http://www.reiseland-brandenburg.de/reiseziele/ruppiner-land/details/id/2805/theme/a-z.html.
  • http://www.ruppin-kult-tour.de/files/kloster-lindow.pdf.
  • http://www.klosterblick-lindow.de/perels_haus.php.
  • http://www.gruppenhaus.de/ev.-ruest-und-freizeitheim-haus-der-begegnung-e.v.-lindow-hs1358.html.

Die Anlage

Die Klosterkirche

OberflĂ€chlich nicht mehr vorhanden, brachten Grabungen Max Neumanns in den 1930er Jahren den Grundriss der im Brand von 1638 verwĂŒsteten und spĂ€ter abgetragenen Klosterkirche und einige Baudetails zu Tage. Der frĂŒhgotische Rechtecksaal (37 x 11,5 m) war turmlos und aus Feldsteinquadermauerwerk erbaut. In der zweiten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts errichtet, wurde die Kirche, deren Ostgiebel sowie Laibungen der Öffnungen aus Backstein bestand, im spĂ€ten Mittelalter erneuert. Ein GewĂ€ndeportal mit WĂŒlsten und RundstĂ€ben befand sich an der Nordseite. An der SĂŒdseite ermöglichte eine Verbindung zum KonventsgebĂ€ude den Nonnen den Zugang zur abgetrennten Empore.[1]

Anlage und Nutzung der ehemaligen KlostergebÀude

Das sich sĂŒdlich an die Klosterkirche anschließende KonventsgebĂ€ude, dessen Umfassungsmauern aus behauenem Feldstein teilweise noch vorhanden sind, bildete wie ĂŒblich den OstflĂŒgel der Klosteranlage. Das Erdgeschoss gliederte sich in drei Teile. Dem an die Kirche anschließenden Kapitelsaal, dem Sitzungssaal der Klostergemeinschaft, folgte nach SĂŒden hin das Parlatorium, der Wohnraum der Nonnen und schließlich der Speisesaal, der sein Licht durch zwei grĂ¶ĂŸere Spitzbogenfenster erhielt, die an der Ostseite der Klosterruine heute noch erkennbar sind. Das Dormitorium im Obergeschoss beherbergte 35 Schlafzellen fĂŒr die Nonnen, welche durch schmale, besonders am SĂŒdflĂŒgel noch sichtbare Spitzbogenfenster erhellt wurden.[2]

Im sĂŒdlich vom KonventsgebĂ€ude liegenden spĂ€tgotischen Bau aus Mischmauerwerk mit Satteldach wird die ehemalige Klosterschule oder ein GĂ€stehaus vermutet. Das daran anschließende Konventualinnenhaus im klassizistischen Stil wurde 1800-1801 erbaut. Ebenfalls nicht mittelalterlich ist das DominatsgebĂ€ude, das 1752 anstelle der seit dem Brand von 1638 einsturzgefĂ€hrdeten Wohnung der Äbtissin errichtet wurde.[3]

Der Grundriss der Lindower Klosteranlage bildete zu keinem Zeitpunkt das bei vielen Klöstern durch Klosterkirche, Ost-, SĂŒd- und WestflĂŒgel gebildete Viereck mit dem innen liegenden Klosterhof und geschlossenem Kreuzgang. Als Frauenkloster musste die Klausur rĂ€umlich vom Wirtschaftsbereich, der unter Leitung und Aufsicht des Propstes bzw. Stiftsamtmannes durch mĂ€nnliche ArbeitskrĂ€fte bewirtschaftet wurde, getrennt liegen.[4] Wirtschaftshof und Propstei lagen im SĂŒdwesten der Klosteranlage. Nach Norden, wo heute der Friedhof der Stiftsdamen liegt, erstreckten sich Klostergarten und -wiese.[5]

Quellen - Bitte hier klicken

Fußnoten:

  1. Vgl. KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 821.
  2. Vgl. BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 29. AusfĂŒhrlich zu den erhaltenen Bereichen des KonventsgebĂ€udes vgl. HOCHSIEDER, Jochen/ BOTHE, Sandra: Evangelisches Stift Kloster Lindow ehemaliges KonventgebĂ€ude (Klosterruine). Evangelisches Stift Kloster Lindow. Ergebnisse der restauratorischen Untersuchung der Fassade und des GebĂ€udeinneren, Lindow (Mark) 2012 [http://www.kloster-lindow.de/Bilder/archaeologie/Lindow-Kloster-Konventgebaeude-DOKU.pdf]. Ausgrabungen von Prof. Dr. Kohlmeyer, HTW Berlin, aus den vergangenen Jahren ergaben, dass ein gepflasterter Weg zeitlich vor dem Bau des KonventsgebĂ€udes vorhanden war. Fundamente des ehemaligen Kreuzganges konnten im Bereich von etwa 10 Metern LĂ€nge freigelegt werden. Sie sind etwa kniehoch vorhanden und sehr gut erhalten (vgl. HERWEG, Frauke: Steinerne SchĂ€tze unter der Grasnarbe. Was vom Mittelalter ĂŒbrig blieb. Studenten setzen Grabungsprojekt in Lindower Kloster fort. In: MAZ. Ruppiner Tageblatt [19.05.2015]; DIES.: JĂ€ger der verlorenen Steine. Geschichte in 3D. Studenten rekonstruieren das Lindower Kloster in einem virtuellen Modell. In: MAZ. Ruppiner Tageblatt [26.05.2015]).
  3. Vgl. FROMME:Vergangenheit von Stadt und Kloster Lindow, S. 15; BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 31; KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 821.
  4. BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 30. Das Kloster wurde von außen vom Propst, von innen von der Äbtissin mit einem doppelten Riegel verschlossen (vgl. NEUMANN: Kloster Lindow, S.39).
  5. Vgl. KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 821. In den vergangenen Jahren ist auf der Klosterwiese eine Streuobstwiese angelegt worden. Jeder Besucher kann Äpfel, Birnen und Kirschen ernten. Die Wiese wird zukĂŒnftig mit WildkrĂ€utern aus der Lindower Feldflur angelegt und mit Sense gemĂ€ht werden. Nach Aussage des Vorsitzenden des evangelischen Klosterstifts Lindow, Prof. Dr. Ing. Borgmann, wird zudem beabsichtigt, mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, 2015 beginnend, nach und nach historische GrĂ€ber des Klosterfriedhofs zu sanieren.

Quellen:

  • BECKER, Erich: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung in Vergangenheit und Gegenwart. Lindow (Mark) 1929.
  • FROMME, Erich: Aus der Vergangenheit von Stadt und Kloster Lindow. Neuruppin 1884.
  • HERWEG, Frauke: Steinerne SchĂ€tze unter der Grasnarbe. Was vom Mittelalter ĂŒbrig blieb. Studenten setzen Grabungsprojekt in Lindower Kloster fort. In: MAZ. Ruppiner Tageblatt (19.05.2015).
  • HERWEG, Frauke: JĂ€ger der verlorenen Steine. Geschichte in 3D. Studenten rekonstruieren das Lindower Kloster in einem virtuellen Modell. In: MAZ. Ruppiner Tageblatt (26.05.2015).
  • HOCHSIEDER, Jochen/ BOTHE, Sandra: Evangelisches Stift Kloster Lindow ehemaliges KonventgebĂ€ude (Klosterruine). Evangelisches Stift Kloster Lindow. Ergebnisse der restauratorischen Untersuchung der Fassade und des GebĂ€udeinneren, Lindow (Mark) 2012 [http://www.kloster-lindow.de/Bilder/archaeologie/Lindow-Kloster-Konventgebaeude-DOKU.pdf].
  • KUGLER, Annette/ CANTE, Marcus: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN, Heinz-Dieter/ NEITMANN, Klaus/ SCHICH, Winfried u.a.(Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Bd. 2. Berlin 2007, S. 818-827.
  • NEUMANN, Max: Kloster Lindow. BeitrĂ€ge zu seiner Geschichte und Baugeschichte, Neuruppin 1937.
  • http://www.ruppin-kult-tour.de/files/kloster-lindow.pdf.

Geschichte

Das Kloster in vorreformatorischer Zeit

„Unser schönes Gotteshaus ist ganz ruiniret”[1] berichtet ein altes AktenstĂŒck ĂŒber die Schicksalsstunde des Klosters Lindow, welches im Oktober 1638, wĂ€hrend des DreißigjĂ€hrigen Krieges, von Kaiserlichen Truppen „in ihrem Religionseifer verheert und abgebrannt” wurde.[2] Neben Kirche und Klausur wurde mit dem umfangreichen Klosterarchiv wahrscheinlich auch die GrĂŒndungsurkunde ein Raub der Flammen. So kann nur vermutet werden, dass das Jungfrauenkloster Lindow um 1230 von den Grafen von Arnstein, die sich selbst Grafen von Lindow nannten, gestiftet wurde. Als GrĂŒnder gilt Graf Gebhard I. von Altruppin, der das Kloster wahrscheinlich nach Art der Zisterzienser geordnet, jedoch nicht in der Wildnis sondern nahe eines slawischen Fischerdorfes errichten ließ.[3]

Als Hauskloster der Ruppiner Grafen und Erziehungs- und Versorgungsanstalt begĂŒterter Adels- und BĂŒrgertöchter entwickelte sich Lindow durch Stiftungen und Verleihung von Hoheitsrechten bald zu einem der reichsten Klöster des Bistums Havelberg. Im 16. Jahrhundert umfasste der Klosterbesitz neben Lindow 37 Dörfer und wĂŒste Feldmarken, neun WassermĂŒhlen, Seen vom Gudelack- und Wutzsee bis zum Stechlin sowie das Patronat ĂŒber 20 Pfarrkirchen und versorgte bis zu 38 Konventualinnen, Äbtissin, Propst und die Laieninsassen.[4] Neben dem Grundbesitz, der sich mit 225 kmÂČ ĂŒber ein Viertel des Ruppiner Landes erstreckte, verfĂŒgte das Kloster ĂŒber so betrĂ€chtliche KapitalzuflĂŒsse, dass es geldliche Darlehen geben konnte.[5]

Das Kloster von der Reformation bis heute

1524 ging die Herrschaft Ruppin mit dem Aussterben des Lindower Grafengeschlechts an Joachim I. KurfĂŒrst der Mark ĂŒber, dessen Sohn und Nachfolger Joachim II. In der Mark Brandenburg die Reformation durchfĂŒhrte.[6] Der Tagesablauf der Nonnen, auch nach dem Übertritt zur evangelischen Lehre 1541 in Gebetszeiten unterteilt, umfasste nun das Abendmahl in beiderlei Gestalt.[7] Die Propstei, Wirtschaftsbereich des Klosters, wurde 1542 in ein kurfĂŒrstliches Rentamt umgewandelt und mitsamt den sĂ€kularisierten KlostergĂŒtern dem Konvent entzogen.[8]  Infolge der hieraus resultierenden verringerten EinkĂŒnfte und schlechteren Versorgungslage ging die Zahl der Nonnen, die 1550 noch 16 betrug, immer mehr zurĂŒck.

Nach der Zerstörung des Klosters 1638 bemĂŒhten sich die Verbliebenen einige Wohnungen notdĂŒrftig wieder herzurichten. Die Ruinen von Kirche und Konvent wurden als Baumaterial u.a. fĂŒr das Schloss Oranienburg und nach StadtbrĂ€nden im 17. und 18. Jahrhundert fĂŒr den Wiederaufbau Lindows verwendet.[9] Der seit 1696 fĂŒr das ehemalige Kloster geltende Name eines „Adligen FrĂ€uleinstifts” wurde 1875 von der Benennung „FrĂ€uleinstift zu Lindow” abgelöst. Ebenfalls im 19. Jahrhundert wurden auf dem gĂ€rtnerisch gestalteten GelĂ€nde fĂŒr die Stiftsdamen, deren Anzahl zeitweilig nur noch vier bis fĂŒnf betragen hatte, neue HĂ€user errichtet. Noch heute bietet das evangelische Stift Wohnungen fĂŒr Menschen, die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen sind. Seit Mitte der 1940er Jahren befindet sich auf dem Areal der Klosteranlage zudem ein evangelisches Seniorenzentrum.[10]

Quellen - Bitte hier klicken

Fußnoten:

  1. Zit. nach FROMME, Erich: Aus der Vergangenheit von Stadt und Kloster Lindow. Neuruppin 1884, S. 15.
  2. Vgl. BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 39.
  3. Vgl. ebd. S. 32; KUGLER, Annette/ CANTE, Marcus: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN, Heinz-Dieter/ NEITMANN, Klaus/ SCHICH, Winfried u.a.(Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Bd. 2. Berlin 2007, S. 818-827, S. 819.
  4. Vgl. NEUMANN, Max: Kloster Lindow. BeitrÀge zu seiner Geschichte und Baugeschichte, Neuruppin 1937, S.37; BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 8 und 32f.; KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 821.
  5. Vgl. BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 34.
  6. Vgl. ebd. S.35.
  7. Vgl. KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 819. Zu den Klosterstatuten vgl. außerdem BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 38-40.
  8. Vgl. KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 819; BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 250.
  9. Vgl. KUGLER/ CANTE: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN/ NEITMANN/ SCHICH (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Bd. 2, S. 820.
  10. Vgl. ebd. S. 820.; BECKER: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung, S. 38; http://www.lafim.de/component/sobipro/?pid=2&sid=64:Evangelisches-Seniorenzentrum-Kloster-Lindow&Itemid=0

Quellen:

  • BECKER, Erich: Lindow. Stadt, Kloster und Umgebung in Vergangenheit und Gegenwart. Lindow (Mark) 1929.
  • FROMME, Erich: Aus der Vergangenheit von Stadt und Kloster Lindow. Neuruppin 1884.
  • KUGLER, Annette/ CANTE, Marcus: Lindow. Zisterzienserinnen (?). In: HEIMANN, Heinz-Dieter/ NEITMANN, Klaus/ SCHICH, Winfried u.a.(Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Bd. 2. Berlin 2007, S. 818-827.
  • NEUMANN, Max: Kloster Lindow. BeitrĂ€ge zu seiner Geschichte und Baugeschichte, Neuruppin 1937.
  • http://www.ruppin-kult-tour.de/files/kloster-lindow.pdf.
  • http://www.lafim.de/component/sobipro/?pid=2&sid=64:Evangelisches-Seniorenzentrum-Kloster-Lindow&Itemid=0.

Kontakt

Evangelisches Stift Kloster Lindow
Kloster 3-7
16835 Lindow (Mark)

Telefon +49 (0)177 870 0917
E-Mail lindow@klosterland.de
Internet www.kloster-lindow.de

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