Der Wald der Klöster

von Dr. rer. Silv. Joachim Hamberger

Stift Börstel, Foto: C. Krahnert

Neue Blickwinkel auf den Wald der Klöster

Über tausend Jahre schon begleitet der Wald die Klöster — mal als Ort stillen Gebetes, mal als Vorratskammer, mal als Streitfeld: seine Geschichte ist eine bunte Erzählung.

Zu Beginn ist der Wald vor allem Ort spiritueller Waldeinsamkeit: Mönche und Nonnen suchen dort Stille und innere Einkehr (1). Die Kommunitäten wachsen und differenzieren sich in Tätigkeit und spiritueller Richtung aus (2). Der Wald wird zur Flächenreserve für die stark wachsenden Gemeinschaften (3). Im süddeutschen Raum entbrennt im 16. Jahrhundert zwischen Bauern und Klöstern ein Konflikt um den Wald als essenzielle Lebensgrundlage, die Brennmaterial und Bauholz liefert (4). Um 1800 schließlich kommt ein tiefer Einschnitt: Fast alle klösterlichen Wälder werden enteignet und verstaatlicht (5). Und heute? Heute ist der Blick auf den Wald ein ganz anderer: Schöpfungsverantwortung (6), nachhaltige Nutzung und achtsame Gestaltung prägen den Umgang mit kirchlichem Wald, was ihn zum Vorbild für viele macht.