Kloster

Franziskanerkloster Fulda

Bild eines Klosters - Franziskanerkloster Fulda

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts ließ der Abt des Klosters Fulda auf einem Berg, auf dem bereits der heilige Bonifatius betete und der später Frauenberg genannt wurde, eine Kirche errichten. Seit dem 11. Jahrhundert lebten dort Benediktiner. Im Bauernkrieg wurde das Kloster 1525 zerstört. Nach dem Wiederaufbau siedelten sich hier ab 1623 Franziskaner an. Das nach einem Brand 1757 erneut zerstörte und wiedererrichtete Kloster überdauerte die Säkularisation und war von 1894 bis 2010 Sitz der Leitung der Thüringischen Franziskanerprovinz.

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Franziskanerkloster Fulda

Am Frauenberg 1

36039 Fulda

Gründungsjahr

809

Ordenszugehörigkeit

Franziskaner

Klosteranlage

Kirche und Klosteranlage auf dem Fuldaer Frauenberg wurden nach einem Brand im Jahr 1757 neu errichtet. Der langgestreckte einschiffige Saalbau der Kirche mit zwei Dachreitern beherbergt im Inneren eine reiche barocke Ausstattung. Dazu zählen neben Kanzel und Tafelbildern v.a. der Hochaltar und mehrere Nebenaltäre. Die Klosteranlage wurde im frühen 20. Jahrhundert durch weitere Bauten ergänzt. Im Jahr 2002 konnte die neue Beichtkapelle im Klosterinnenhof geweiht werden. Nördlich der Klosterkirche befindet sich der weitläufige barocke Klostergarten.

Lage und Umgebung

Der Frauenberg mit dem gleichnamigen Kloster erhebt sich im Norden der historischen Altstadt von Fulda. Um die Klosteranlage entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche Andachtsorte wie z.B. der Kreuzweg zum benachbarten Kalvarienberg. Die Stadt zu Füßen des Berges ist Sitz des Bistums Fulda mit dem barocken Dom St. Salvator und der ehemaligen Residenz der Fürstbischöfe. Fulda liegt am Oberlauf des gleichnamigen Flusses zwischen dem Fulda-Haune-Tafelland im Norden sowie den Mittelgebirgen Rhön im Osten und Vogelsberg im Westen.

Highlights

Die Klosterkirche „Mariä Aufnahme in den Himmel“ auf dem Fuldaer Frauenberg verfügt im Inneren über eine reiche spätbarocke Ausstattung, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Neubau der Kirche nach der Brandkatastrophe von 1757 entstanden ist. Sowohl die Pläne für den Kirchenbau wie auch die für die Kirchenausstattung stammen vom Architekten und Franziskaner Kornelius Schmitt, dessen Werk auch die sechs Seitenaltäre sind. Der Hochaltar, der ebenfalls nach seinen Plänen entstand, sowie die Gemälde des Fuldaer Hofmalers Herrlein tragen zur in sich geschlossenen Wirkung der Innenausstattung bei.

Das Kloster Frauenberg in Fulda

Im Osten des Bundeslandes Hessen, eingebettet zwischen dem Vogelsberg im Westen und der Rhön im Osten und in der Nähe der Landesgrenzen zu Bayern und Thüringen, liegt die Stadt Fulda am gleichnamigen Fluss. Die Entstehung der Stadt in einem Gebiet, das erste Siedlungsspuren aus der Zeit um 5000 v. Chr. trägt und das später der germanische Stamm der Chatten bewohnte, ist eng mit der Missionstätigkeit des heiligen Bonifatius, der auch Apostel der Deutschen genannt wird,  verbunden. Dieser ließ ab dem Jahr 744 an einer Furt über die Fulda ein Kloster errichten, das bald und für über 1000 Jahre zu den größten und bedeutendsten nördlich der Alpen zählte. Um dieses Kloster herum entstand die Siedlung Fulda und, auf einer später Frauenberg genannten Erhebung nördlich des Klosterareals, zunächst eine Kirche und daraus das Kloster Frauenberg, das seit 1623 von Franziskanern bewohnt wird.

Die Stadt der Bettelorden

Fulda trägt heute den Beinamen „Barockstadt“. Im Mittelpunkt der barocken Pracht steht der Dom St. Salvator. Die 1712 geweihte Kirche ist ein Werk des Baumeisters Johann Dientzenhofer und war, wie ihre Vorgängerbauten, die Klosterkirche der Reichsabtei Fulda und Grabeskirche des Heiligen Bonifatius. Seit 1752 ist sie die Kathedrale des Bistums Fulda. In seiner heutigen Form größtenteils ebenfalls ein Werk Dientzenhofers ist das Stadtschloss, die Residenz der Fürstbischöfe und zuvor, wie seine Vorgängerbauten, der Fürstäbte von Fulda. Heute ist es Sitz der Stadtverwaltung, bietet darüberhinaus Einblicke in die höfische Wohnkultur des 18. Jahrhunderts und beherbergt verschiedene Sammlungen, u.a. ausgewähltes Porzellan aus Fuldaer und Thüringer Manufakturen. Der Schlossgarten mit der Orangerie und der Skulptur der Floravase wurde ab 1715 als barocker Garten angelegt und ist die grüne Lunge der Stadt. Die östlichen Teile des Schlossparkes wurden im 19. Jahrhundert zu einem Landschaftspark nach englischem Vorbild umgestaltet.

Fulda ist aber weit mehr als eine Barockstadt. Die mittelalterlich geprägte Altstadt mit dem alten Rathaus oder dem Hexenturm als Teil der Stadtbefestigung zeugt von einer langen und reichen Geschichte. Besonders bemerkenswert ist die unmittelbar nördlich des Domes gelegene Michaeliskirche, die zwischen 820 und 822 errichtet wurde. Der karolingische Bau zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kirchen Deutschlands. Zahlreiche weitere Kirchen, zur ehemaligen Fürstabtei gehörende Bauten, aber auch viele Palais und Wohnhäuser verschiedener Epochen und Stile sind ebenso sehenswert. Eine lebendige Vielfalt an kulturellen, musealen, kulinarischen, aber auch an Sport- und Erholungsangeboten macht Fulda zu einem beliebten und lohnenswerten Ziel für Touristen, denen zahlreiche Hotel-, Pensions- und Privatzimmer für die Übernachtung zur Verfügung stehen.

Die Klosteranlage

Großes Feuer im Frühjahr 1757

Ein Feuer vernichtete im Frühjahr 1757 einen großen Teil des Franziskanerklosters auf dem Fuldaer Frauenberg. Bereits im Herbst 1758 konnte, nicht zuletzt dank umfangreicher Unterstützung durch das Hochstift Fulda, mit der Wiedererrichtung von Kirche und Kloster begonnen werden. Die Franziskaner verfügten im Orden selbst über Bauhandwerker, Architekten und Künstler und nutzten die Gelegenheit, die Bauten nach eigenen Vorstellungen und Traditionen zu gestalten. Architekt und Bauleiter der neuen Kirche war der Franziskaner Kornelius Schmitt, den Altar schuf Bruder Hyazinth Wiegand. Auch die plastischen Bildwerke und weitere Teile der Ausstattung stammen von Künstlern aus den Reihen des Ordens. Die Altarbilder und Tafelbilder im Kirchenraum sind zum großen Teil Werke des Fuldaer Hofmalers Johann Andreas Herrlein.

Spätbarocke Klosterkirche

Die spätbarocke Klosterkirche ist ein langgestreckter Bau von etwa 50 m Länge und 16 m Breite. Das äußerlich ungegliederte Langhaus geht ansatzlos in den Chor über. Die Westfassade ist durch Pilaster und ein Gesims unterhalb des geschwungenen Giebels gegliedert. Im mittleren der drei Wandfelder befindet sich das Portal mit dem Wappen der Franziskaner und der Jahreszahl 1761. In den seitlichen Wandfeldern stehen in Nischen vollplastische Figuren der Heiligen Bonifatius und Hrabanus Maurus, im mittleren Giebelfeld eine der Maria Immaculata. Über dem Chor erhebt sich ein kleinerer und über der Westfassade ein größerer Dachreiter, ansonsten ist die Kirche, franziskanischen Bautraditionen folgend, turmlos. Den einschiffigen Kirchenraum deckt ein Tonnengewölbe. Kräftige Wandvorlagen mit Pilastern gliedern den achtjochigen Raum. Die beiden westlichen Joche werden vertikal durch eine Empore mit der Orgel und dem Psallierchor der Mönche geteilt. Den Chor dominiert der Hochaltar, über dessen Sockelzone mit der Mensa sich ein durch Säulen gegliederter Aufbau mit einem reich gestalteten Giebel erhebt. Im mittleren Feld steht ein spätgotisches Gnadenbild der Gottesmutter mit dem Jesusknaben, das wohl als einziges Ausstattungsstück der Vorgängerkirche die Brandkatastrophe von 1757 überstanden hat. Zahlreiche Nebenaltäre, Tafelbilder, Grabplatten, sechs Beichtstühle und die Kanzel aus Stuckmarmor vervollständigen die reiche spätbarocke Ausstattung.

Im Süden schließt das ab 1762 errichtete Klostergebäude unmittelbar an die Kirche an. Erweiterungen im Osten und nach Norden entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Klosterinnenhof wurde 2002 die Beichtkapelle errichtet. Der Klostergarten liegt nördlich der Kirche. Im und um das Klostergelände befinden sich weitere Kapellen und Andachtsorte, u.a. der Kreuzweg zum benachbarten Kalvarienberg.

Lage und Umgebung

Der Frauenberg mit dem gleichnamigen Kloster erhebt sich im Norden der historischen Altstadt von Fulda. Um die Klosteranlage entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche Andachtsorte wie z.B. der Kreuzweg zum benachbarten Kalvarienberg. Die Stadt zu Füßen des Berges ist Sitz des Bistums Fulda mit dem barocken Dom St. Salvator und der ehemaligen Residenz der Fürstbischöfe. Fulda liegt am Oberlauf des gleichnamigen Flusses zwischen dem Fulda-Haune-Tafelland im Norden sowie den Mittelgebirgen Rhön im Osten und Vogelsberg im Westen.

Geschichte

Das Kloster als Keimzelle der gleichnamigen Stadt

Im Jahr 744 beauftragte der heilige Bonifatius seinen Schüler Sturmius mit der Errichtung eines Klosters nahe der Fulda. Dieses Kloster, die spätere Reichsabtei Fulda, wurde zur Keimzelle der gleichnamigen Stadt. Während der Phase der Errichtung des Klosters soll auch Bonifatius sich zeitweise hier aufgehalten und zum Gebet auf einen nahegelegenen Berg zurückgezogen haben. Auf diesem Berg errichtete Abt Ratgar später eine Kirche der „Heiligen Maria auf dem Berg“, deren Weihe 809 stattfand. Nach dieser Marienkirche wurde der Berg bald Frauenberg genannt. Ratgar berief hierher eine Gemeinschaft von weltlichen Chorherren für den Seelsorgedienst in der am Fuße des Berges entstandenen Siedlung Fulda. Im 11. Jahrhundert zogen Benediktinermönche in die Kirche und das inzwischen entstandene Kloster auf dem Frauenberg ein. Die Kirche entwickelte sich zu einem Zentrum der Marienverehrung und zum vielbesuchten Wallfahrtsort.

Konflikte und Zerstörung

In Auseinandersetzungen zwischen Papsttum und Kaiser und einem Konflikt mit der Fuldaer Bürgerschaft wurde die Abtei auf dem Frauenberg im frühen 14. Jahrhundert mehrfach in Mitleidenschaft gezogen. Im Bauernkrieg des Jahres 1525 zerstörten Aufständische das Kloster dann fast vollständig. Erst ab 1570 kam es zum Wiederaufbau, 1623 zogen Franziskaner auf dem Frauenberg ein. Im Jahr 1757 zerstörte ein Feuer erneut Kloster und Kirche. Ab 1758 errichteten die Franziskaner die Klosterbauten neu. 1763 fand die Kirchweihe statt, in den folgenden Jahren entstanden weitere Bauten der Klosteranlage.

Glück im Unglück

Das Kloster auf dem Frauenberg überdauerte die Säkularisation, die Aufhebung fast aller Klöster und die Enteignung des Kirchengutes zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Im Verlauf des Kulturkampfes jedoch, der Auseinandersetzung des preußischen Staates und später des deutschen Kaiserreiches mit der katholischen Kirche um die Neuordnung des Verhältnisses von Staat und Kirche, wurde es zwischen 1875 und 1887 aufgehoben. Auch in der NS-Zeit mussten die Franziskaner ihr Kloster zwischen 1940 und 1945 verlassen. Im zweiten Weltkrieg blieb der Frauenberg von Zerstörungen verschont.

antonius

Bereits seit 1633 gehörte das Kloster Frauenberg zur Thüringischen Ordensprovinz der Franziskaner. Ab 1894 wurde diese nun wieder eigenständige Provinz bis zu ihrem Aufgehen in der „Deutschen Franziskanerprovinz von der heiligen Elisabeth“ im Jahr 2010 vom Kloster Frauenberg aus geleitet. Auch heute leben hier Franziskanerbrüder, die v.a. in der Seelsorge tätig sind. Zusammen mit antonius wird ein Tagungs- und Gästehaus betrieben, in dem ein gemeinsames Leben und Arbeiten von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglicht wird.[1]

Quellen - Bitte hier klicken

[1] Vgl. Bihl, Michael: Geschichte des Franziskanerklosters Frauenberg zu Fulda. 1623 – 1887 (Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und Diözese Fulda im Auftrag des Historischen Vereins der Diözese Fulda, 3), Fulda 1907; Cremer, Folkhard u. a.(Bearb.): Hessen I. Regierungsbezirke Gießen und Kassel (Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler), München 2008; Frank, Karl Suso OFM: Franziskanerkirche Frauenberg Fulda (Schnell, Kunstführer Nr. 1023), Regensburg 2004; Hussong, Ulrich: Chronologische Darstellung. Die Geschichte des Klosters Fulda von der Gründung bis ins 11. Jahrhunderts, in: Hamberger, Wolfgang  u. a. (Hg.): Geschichte der Stadt Fulda, Bd. 1 Von den Anfängen bis zum Ende des Alten Reiches, Fulda 2009, S. 143–165; Koch, Hadrian W. OFM: Kloster Frauenberg in Fulda, Petersberg 2013; Säger, Palmatius OFM u.a. (Hg.): 200 Jahre Kirche und Kloster Frauenberg/Fulda. 1783 – 1963, Fulda 1963.

Kontakt

Frauenberg gGmbH
Am Frauenberg 1
36039 Fulda

Telefon +49 (0)661 1095-116
E-Mail info@frauenberg-fulda.de
Internet www.frauenberg-fulda.de

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